Tenhagens Spar-Blog: Für 100 Euro mehr
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Tenhagens Spar-Blog: Für 100 Euro mehr

Mit unserem Kooperationspartner Finanztip.de und dessen Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen haben wir ein neues interaktives Format gestartet: "Für 100 Euro mehr". Wir stellen Ihnen nicht alltägliche Spar-Tipps vor. Prüfen Sie kritisch und schicken uns Ihre Anmerkungen.

  • Die mit Abstand meisten Fragen kamen zum Thema Widerrufsbelehrung - wie diese von Hollie:

    Welche Möglichkeit habe ich, wenn die vertragliche Laufzeit eines Darlehensvertrag erst 2018 endet und ich keine, oder sehr kleine, Vorfälligkeitsentschädigung zahlen möchte?
    Eine zweite Frage ist: Wie und woran erkenne ich eine falsche Widerrufsbelehrung?Hollieum 7. August 15:31

  • Diesen Tipp gab es in der vergangenen Woche von Finanztip-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen:


    Es folgen die Antworten des Experten auf die Fragen und Anmerkungen, die Sie uns dazu geschickt haben.
  • Liebe(r) Hollie, Sie können als Kunde eine Baufinanzierung immer nach zehn Jahren ohne Vorfälligkeitsentschädigung beenden, egal wie lange der Vertrag läuft. Früher kommen Sie ohne Entschädigung nur aus dem Vertrag, falls die von Ihrer Bank verwendete Widerrufsbelehrung fehlerhaft war. Der häufigste Fehler ist eine falsche Belehrung über die Frist. Steht in der Belehrung "Die Frist beginnt frühestens mit Erhalt dieser Belehrung", so können Sie davon ausgehen, dass die Belehrung falsch ist. Es gibt aber noch viele andere Fehler. Mehr dazu können Sie in unserem Ratgeber erfahren.
    von Hermann Josef Tenhagen bearbeitet von Sonja Riegel, t-online.de 8/19/2015 11:45:03 AM
  • Das war es mit den Leser-Rückmeldungen für diese Woche. Vielen Dank an Hermann-Josef Tenhagen für die Antworten. Nächste Woche gibt es einen neuen Spartipp des Experten.
  • Hallo, Sondertilgungsrechte können Sie seit längerem vertraglich vereinbaren. Es gibt allerdings keinen gesetzlichen Anspruch auf Sondertilgung. Fast alle Baufinanzierer erlauben inzwischen solche Extrazahlungen, ohne dafür einen Aufschlag auf das Darlehen zu berechnen. 

    In den meisten Fällen geht es um fünf Prozent der anfänglichen Kreditsumme, die Sie einmal im Jahr zusätzlich abbezahlen dürfen. Schauen Sie noch einmal in Ihren Kreditvertrag, ob dort eine Sondertilgung vorgesehen ist.
  • Ebenfalls anonym erreichte uns noch eine Frage zum Sondertilgungsrecht.

    Seit wann gibt es das sog. Sondertilgungsrecht? Als ich meinem Baukredit in 2009 abschloss, gab es das noch nicht.Anonymous Userum 5. August 14:23

  • Liebe(r) Hanni, zwei Tipps: War Ihre Widerrufsbelehrung fehlerhaft, dann können Sie auch nach Beendigung des Vertrages die Vorfälligkeitsentschädigung zurückverlangen. Es gibt dazu bereits einige Urteile, in denen die Gerichte zugunsten der Verbraucher entschieden haben. Dazu müssen Sie allerdings die Widerrufsbelehrung selbst überprüfen oder noch besser von einer Verbraucherzentrale oder einem spezialisierten Rechtsanwalt überprüfen lassen.

    Außerdem sollten Sie dringend die verlangte Vorfälligkeitsentschädigung überprüfen, möglicherweise ist die viel zu hoch angesetzt. Die Bank muss bei der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung zum Beispiel immer berücksichtigen, welche Sondertilgungen sie in dem Vertrag hätten leisten können. Sondertilgungen verringern die Zinsbelastung deutlich.
  • Auch Hanni hat Erfahrungen mit der Vorfälligkeitsentschädigung gemacht.

    Bei einem Verkauf eines Hauses und der damit verbundenen Rückzahlung der Darlehen ließ unsere Bank nicht mit sich reden und verlangte Vorfälligkeitsentschädigung von fast 20.000 Euro. Seit 50 Jahren sind wir Kunde unserer Bank. Kann im Nachhinein noch etwas erreicht werden?Hannium 5. August 14:17

  • Liebe(r) Bigfood, grundsätzlich ist es so, dass Sie innerhalb der Zinsbindung Ihre Baufinanzierung nicht kündigen können. Wenn Sie trotzdem aus Ihrem Vertrag wollen, müssen Sie gegenüber der Bank ein sogenanntes berechtigtes Interesse nachweisen oder sie um Zustimmung bitten. 

    Meist lässt Sie die Bank aus dem Vertrag – allerdings gegen Vorfälligkeitsentschädigung. Die Berechnung ist nicht ganz einfach – allein der Zinssatz reicht nicht aus, um eine Berechnung anzustellen. Es ist aber sehr sinnvoll, die Berechnung der Bank zu prüfen. Häufig verlangen Banken zu viel. 

    Es gibt im Internet einige Rechner, die Ihnen kostenlos eine erste Abschätzung der möglichen Vorfälligkeitsentschädigung erlauben. Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber. Gibt es Streit, helfen Ihnen gute private Dienstleister und Verbraucherzentralen, die aber 40 Euro und mehr verlangen - im Zweifel gut angelegtes Geld.
  • Bigfood hat eine Frage zur Vorfälligkeitsentschädigung:

    Ist es generell möglich, einen Baukredit gegen Vorfälligkeitsentschädigung zu kündigen?
    Wenn ja, wie hoch dürfen die Zinsen sein bei derzeit 4,19 %?bigfoodum 5. August 13:22

  • Lieber Matthias, das kommt immer auf den konkreten Versicherungsvertrag an. Dort müssen Verbraucher in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen die Vorschrift zu den ausgeschlossenen Rechtsangelegenheiten lesen. Es ist jedenfalls nicht richtig, dass Kreditverträge immer ausgeschlossen sind. Wer zum Beispiel eine Eigentumswohnung oder ein bereits fertig gestelltes Gebäude vom Bauträger erworben hat und auch selbst darin wohnt, erhält in der Regel von der Versicherung eine Deckungszusage.
  • Auch Matthias hat eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung erhalten und deshalb eine Frage:

    Meine Rechtsschutzversicherung teilt auf Nachfrage mit, dass bei Rechtsschutzversicherungen Finanzverträge grundsätzlich immer ausgeschlossen sind. Jetzt bin ich verunsichert und habe noch keinen Anwalt angesprochen, obwohl die Widerrufsbelehrung meines Kreditvertrags nach Bewertung der Verbraucherzentrale Hamburg fehlerhaft ist, sie mir aber nachdrücklich empfehlen einen Rechtsbeistand zu suchen, der alle Einzelumstände meines Falles prüft. In welchem Fall zahlt die Rechtsschutzversicherung den Anwalt für das anstehende Verfahren?Matthiasum 5. August 15:43

  • Hallo, es gibt grundsätzlich eine 14-tägige Widerrufsfrist bei Baufinanzierungen, wenn die Bank ordentlich belehrt hat. Hat die Bank allerdings nicht ordnungsgemäß belehrt, beginnt diese Frist gar nicht erst zu laufen. Solange die Bank dann nicht nachbelehrt hat, gibt es für Verbraucher keine Frist. Das Widerrufsrecht erlischt bei fehlerhafter Belehrung gerade nicht.
  • Zum Thema Widerruf haben Sie mit Abstand die meisten Fragen an den Experten. Hier eine, die anonym eingesendet wurde.

    Gibt es eine Frist, bis wann man den Widerruf zu einem Kreditvertrag eingelegt haben muss (unser Vertrag wurde im Mai 2009 abgeschlossen)?Anonymous Userum 5. August 13:58

  • Lieber Chris, das ist wunderbar, wenn das geklappt hat. Nach unseren Erfahrungen sind vor allem regionale Sparkassen und Volksbanken im Zweifel eher kompromissbereit. Versuchen kann man das auf jeden Fall. Wenn die Bank sich dann nicht bewegt, können sich Verbraucher auch kostenlos an den zuständigen Ombudsmann wenden, bevor sie einen Rechtsanwalt beauftragen.
  • Chris hat uns einen Tipp geschickt, den Hermann-Josef Tenhagen unter die Lupe genommen hat.

    Das mit der Widerrufsbelehrung klappt auch ohne RS Versicherung. Wenn man z.B. aufgrund von Internetrecherchen sicher weiß, dass die Klausel ungültig ist (z.B. weil das gerichtlich schon mal so entschieden wurde) zeigen sich zumindest einige Geldhäuser kompromissbereit und bieten einen Vergleich bzw. eine Anschlussfinanzierung zu den derzeit gültigen Bedingungen an. Bei mir hat es jedenfalls geklappt.Chrisum 5. August 13:15

  • Die meisten Fragen von Ihnen drehen sich um den Widerruf. Aber auch zur Vorfälligkeitsentschädigung gibt es Aufklärungsbedarf. Wir leiten Ihre Fragen an den Experten weiter. Die Antworten lesen Sie hier am Mittwoch, 12. August.

    Danke für Ihre Mitwirkung. Wir schließen nun diesen Blog.
  • So sehen übrigens gerade die Top-Hypotheken-Konditionen für 10, 15 und 20 Jahre aus - präsentiert von den Kollegen von fmh.de: 



    (i) Die Zinsen gelten für eine 75-Prozent-Finanzierung eines Objekts für Kaufpreis 200.000 Euro bei Darlehen über 150.000 Euro und 2,0 Prozent jährlicher Tilgung. 
  • User "Maximum" hat einen Hinweis zum Widerruf: 
    Das mit dem Widerruf  funktioniert normalerweise nur, wenn man eine Rechtsschutzversicherung hat - ansonsten wehren sich die Institute, bis man sich nicht mehr traut...Maximumum 13:02
    Hat noch jemand diese Erfahrung gemacht?

  • Hier kommt auch schon eine Reaktion zu Widerruf und Rechtsschutzversicherung: 

    Das mit der Widerrufsbelehrung klappt auch ohne RS Versicherung. Wenn man z.B. aufgrund von Internetrecherchen sicher weiß, dass die Klausel ungültig ist (z.B. weil das gerichtlich schon mal so entschieden wurde) zeigen sich zumindest einige Geldhäuser kompromissbereit und bieten einen Vergleich bzw. eine Anschlussfinanzierung zu den derzeit gültigen Bedingungen an. Bei mir hat's jedenfalls geklappt.Chrisum 13:15
    Den Tipp von Chris reichen wir zur Prüfung an Hermann-Josef Tenhagen weiter...
  • Unser Portal t-online.de bietet Interessenten für Baufinanzierungen in Kooperation mit dem großen Hypotheken-Vermittler Interhyp übrigens einen schnellen Zins-Check an. Auch Anschlussfinanzierungen lassen sich berechnen.
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    hier der Direktlink.

  • Eigene Solaranlagen bieten gute Sparmöglichkeiten.

    Im vergangenen Spar-Blog ging es um "100 Euro von der Sonne". Wir diskutierten mit Ihnen kontrovers über Sparmöglichkeiten mit Solaranlagen und Solarstromspeichern. 
    Den ursprünglichen Tipp von Hermann-Josef Tenhagen können Sie im Folgenden noch nachlesen. 
  • Dies ist die Ursprungs-Story: Sonnen-Euros

    Die Sonne ist eine Macht. Die Hitzewellen im Juli haben deutlich gezeigt, wie viel Kraft die Sonne auch in Deutschland hat. Und  es lohnt sich, diese Kraft zu nutzen und gleichzeitig langfristig den eigenen Geldbeutel zu schonen. 

    Und das geht so: Installieren Sie eine gute Solaranlage auf ihrem Dach, nutzen sie so viel wie möglich von diesem Strom selbst, helfen Sie womöglich mit einem Speicher nach und lassen Sie´s in der Kasse klingeln! 

    Der Reihe nach: Mit einer guten Solaranlage können Sie Solarstrom zu Hause für 11 bis 14 Cent erzeugen. Bei Ihrem Stromanbieter zahlen sie deutlich über 25 Cent je Kilowattstunde (kWh). Daraus ergibt sich: Jede kWh selbst erzeugten Stroms, die sie auch selbst verbrauchen, bringt bares Geld. 

    1000 kWh selbst erzeugten Strom zu verbrauchen, spart gegenüber dem Verbrauch des Stroms aus dem Netz mehr als 100 Euro. 

    Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch einer drei-köpfigen Familie von etwa 4000 kWh kommt also jedes Jahr eine netter Betrag von über 400 Euro zusammen.

    Besonders günstig können Sie ihren Strom erzeugen, wenn Sie die Anlage günstig erworben und auf eine schöne, schattenfreien Südseite ihres Daches in der richtigen Neigung installiert haben.

    Wenn Sie viel Strom erzeugen, den Sie im Augenblick nicht selbst verbrauchen, können Sie den ins Versorger-Netz einspeisen – und erhalten zusätzlich Geld. Allerdings erhalten Sie dafür bei neuen Anlagen nur noch 12 Cent je kWh.  

    Besser ist ein Speicher.  Die Preise für solche Stromspeicher sind im vergangenen Jahr um bis zu 35 Prozent gefallen. Leider sind Speicher derzeit immer noch so teuer, dass ihre Strom-Rendite schmilzt. So richtig schön wird die Rendite mit Speicher daher erst in ein bis zwei Jahren.

    Wenn Sie allerdings mit dem Speicher in der Nachbarschaft angeben wollen, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt.  Gute Speicher gibt‘s von LG und Bosch und ab Herbst vom US-Elektroautohersteller Tesla. Auch Daimler hat angekündigt, mit seinem Speicherakku für die Garage in diesem Herbst auf den Markt zu kommen. 
    von Hermann Josef Tenhagen bearbeitet von Martin Mrowka 8/5/2015 9:16:53 AM
  • Liebe Leserinnen und Leser,

    das war's für heute in unserem Spar-Blog mit Hermann Josef Tenhagen. Vielen Dank für Ihre Fragen und kritischen Anmerkungen - und vielen Dank an Herrn Tenhagen für die Antworten - die Sie im Folgenden noch nachlesen können.

  • Ich bedanke mich auch und freue mich aufs nächste Mal. - Auf Wiedersehen!
    von Hermann Josef Tenhagen bearbeitet von Martin Mrowka 8/5/2015 8:05:31 AM
  • Eine Frage von "Nachgedacht" haben wir noch, dann machen wir für heute Schluss:

    Meiner Information nach verlieren die Solarpaneele relativ schnell an Wirkung und dann relativieren sich die Erträge auch wieder, wenn nach zehn Jahren nur noch 50 bis 60% der ursprünglichen Leistungsfähigkeit zu Buche stehen. Oder liege ich da falsch?

  • Lieber User,

    auf die Solarmodule bekommen Sie inzwischen von namhaften Herstellen 20 bis 25 Jahre Garantie. Gute Module sollten nach 20 Jahren noch 90 Prozent der Nennleistung bringen. Anfälliger sind da andere Bauteile, wie der Wechselrichter. Wenn Sie die Anlage mit einem guten Solarberater durchkalkulieren, werden auch die Wartungskosten berücksichtigt.

    von Hermann Josef Tenhagen bearbeitet von Martin Mrowka 7/29/2015 12:36:54 PM
  • Kritik an der Berechnung der Ersparnis kommt von Alfred K.:
    Das ist doch eine Milchmädchenrechnung. Zunächst einmal muss ich X-tausende investieren. Wer hat die schon bar? Keiner. Also Zinsen zahlen. Dann kostet mich die Kilowattstunde Solarstrom 12 bis 14 Cent. Ich bekomme dafür aber nur 12 Cent. Also ein Verlustgeschäft, bestenfalls eine Nullnummer. Ich spare angeblich 400€ im Jahr bei Selbstverbrauch. Und wieviel Zinsen zahle ich für den Kredit der Bank? Ebenfalls bestenfalls eine Nullnummer. Und ein Stromspeicher. Was kostet der? Was kostet mich dann incl. Anschaffung eine gespeicherte Kilowattstunde? Jedenfalls nach seriösen Rechnungen so viel wie beim Stromanbieter. Leute, auf den Arm nehmen kann ich mich selber,dafür brauche ich keinen.Alfred K.um 24. Juli 15:22

  • Lieber Alfred K.,da haben Sie uns missverstanden. In den 11 bis 14 Cent pro Kilowattstunde sind schon alle Kosten für Finanzierung, Betrieb und Wartung enthalten. Im Finanztip-Ratgeber Photovoltaik haben wir auch ein Rechenbeispiel, an dem Sie die Verteilungder Kosten nachvollziehen können.  Außerdem können Sie noch Fördermittel in Anspruch nehmen.

    von Hermann Josef Tenhagen bearbeitet von Martin Mrowka 7/29/2015 12:35:51 PM
  • Dazu kommt gleich noch eine Nachfrage von unserem Leser Martin:

    Haben Sie eine kleine Preisübersicht, wie teuer die erwähnten Solarstrom-Speicher derzeit sind?

  • Lieber Martin,
    die Batteriespeicher für Solarstrom sind leider noch teuer. Die Preise für Lithium-Ionen-Akkus sind in den vergangenen eineinhalb Jahren um ein Drittel gefallen. Sie liegen aber immer noch bei rund 1000 Euro (ohne Umsatzsteuer) pro Kilowattstunde Speicherleistung. Gängige Speicher für Einfamilienhäuser kosten also zwischen 6000 und 15.000 Euro. Pro gespeicherter Kilowattstunde Strom kostet das zwischen 20 und 30 Cent.
  • Weiter mit der Frage von Jürgen aus WÜ:

    Ich beabsichtige eine 9,8 KW-Anlage anzuschaffen. Was halten Sie von Speichern von Nokia? Welche Steuern fallen bei Netzeinspeisung an? Muss man bei einer max. 10-KW-Anlage Umsatz- und Gewerbesteuer bezahlen? Sollte man die Anlage für Warmwasser für unter 5000 Euro erweitern?Jürgen aus WÜum 24. Juli 15:16

  • Lieber Jürgen,

    von Nokia-Speichern ist uns nichts bekannt. Grundsätzlich raten wir von einer Speicherlösung derzeit noch ab. Sie kostet etwa 20 bis 30 Cent pro gespeicherter Kilowattstunde, macht also eine Solaranlage im Moment deutlich unrentabler. Wir denken, dass in den kommenden zwei Jahren die Preise auf ein lukratives Maß sinken werden – und nebenbei wird auch die Technik zuverlässiger. Mehr dazu im Finanztip-Ratgeber Stromspeicher.

    Mit einer Solaranlage werden Sie rechtlich gesehen zu einem Gewerbetreibenden.
    Bei einer normalen Solaranlage fürs Hausdach müssen Sie aber keine Gewerbesteuer zahlen. Sie können sich auch von der Umsatzsteuer befreien lassen, indem Sie von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen. Es ist aber besser, sich für eine Umsatzsteuerpflicht zu entscheiden, denn dann bekommen Sie die Umsatzsteuer, die Sie für die Solaranlage zahlen müssen, vom Finanzamt zurück.

    Sie müssen dann dem Netzbetreiber für den eingespeisten Strom auch Umsatzsteuer in Rechnung stellen, die Sie mit Ihren Ausgaben an Umsatzsteuer verrechnen müssen.


    Mit Warmwasser-Erzeugung aus Solarthermie haben wir uns bei Finanztip bislang nicht beschäftigt. Nehmen Sie sich Berater zum Beispiel über die Websites
    Solartechnikberater.de und holen Sie sich mehrere Angebote ein. Dann können Sie entscheiden.

    von Hermann Josef Tenhagen bearbeitet von Martin Mrowka 7/29/2015 12:09:02 PM
  • Die Fragen von "Rainman" gehen auch in Richtung Nachbarschaft: 

    Was kostet denn die Anschaffung, Installation und Wartung einer Solaranlage? Solange diese Werte nicht bekannt sind, hinkt doch jede Kosten-Nutzen Rechnung. 

    Und gleich noch was. Könnte ich mit meinem Nachbarn im Doppelhaus nicht gemeinsam eine Anlage ggf. mit Speicher betreiben? Die Kosten entstehen dann nur 1x.  Und gleich nochmal 100 EUR gespart ;)

  • Mit Montage und Nebenkosten (ohne Umsatzsteuer) rechnet man derzeit mit 1400 bis 1500 Euro pro Kilowatt Spitzenleistung (also die Leistung, die ein Modul maximal erzielt). Eine typische Anlage für ein Einfamilienhaus hat 3 bis 6 Kilowatt Spitzenleistung, macht 4200 bis 9000 Euro. Im Betrieb rechnet man noch mit 1,5 bis 2 Prozent Kosten pro Jahr zusätzlich für Zähler, Versicherung und Wartung.
    Je nachdem, 
    • wie schräg Ihr Dach ist, 
    • in welche Himmelsrichtung es zeigt und 
    • wie oft in Ihrer Region die Sonne scheint und  
    • wie viel Kredit Sie aufnehmen müssen,

      kommen Sie dann
      auf Kosten von 11 bis 14 Cent pro KWh für den selbsterzeugten Strom.

    Falls Sie sich mit einem Nachbarn die Anlage teilen wollen, können Sie sicher bei Montage, Beratung und dem ein oder anderen Bauteil etwas sparen, dafür entstehen eine Menge rechtlicher Abgrenzungsprobleme.
    Bei einer Bindung von 20 Jahren an diese Investition (und
    damit Ihren Nachbarn) ist das in der Regel vermutlich
    keine gute Idee.
  • Noch ein User denkt an den Weiterverkauf des selbst erzeugten Stroms: 
    PVA Anlage 8,4 kw peak läuft seit 2005 mit gutem Erfolg, wie ist Nutzung nach 2025 gewährleistet, kann ich Überschuss über einen Anbieter weiterverkaufen? Habe vor mich für Eigenverbrauch unabhängig vom Grundversorger zu machen, kann ich Netzanschluß vom Grundversorger kappen, wenn ich in Eigensorge PVA Strom, Windrad-Generator, BHW mit Zwischenspeicherung auf Akkus meinen Eigenstromverbrauch absichere ?Wolfgang-Rosam@...um 23. Juli 15:52

  • Durch die Einspeisevergütung haben Sie garantierte Einnahmen für das Jahr der Inbetriebnahme und 20 weitere Jahre. Bis dahin werden Sie alle Investitionskosten von der Steuer absetzen können. Die Anlage sollte sich also auch ohne EEG noch lohnen, abhängig vomStrompreis dann und ihrem allgemeinen Erhaltenszustand.

    Ein Weiterverkauf ist nicht einfach. Zunächst ist die Einspeisevergütung höher als die Kosten zu denen die Energieversorger Strom produzieren oder der Strom an der Strombörse gehandelt wird. Es gibt aber ein interessantes Start-Up namens Buzzn, dass sich die Sharing-Economy für Solarstrom zum Ziel gesetzt hat. Mehr dazu in den bereits erwähnten PV-Magazinen.

    Für viele ist es ein Traum, sich völlig unabhängig vom Stromversorger zu machen. Damit das praktisch klappt und nicht unglaublich teuer wird, sollten Sie sich zusätzlich von einem Experten beraten lassen. Wahrscheinlich tun Sie mehr für die Umwelt, wenn Sie bei dem Solardach mit Speicher bleiben – und das übrige Geld anders investieren bzw. spenden. Damit kommen Sie auf einen Selbstversorgungsgrad von immerhin 60 bis 80 Prozent.
    von Hermann Josef Tenhagen bearbeitet von Martin Mrowka 7/29/2015 11:50:49 AM
  • Gern können Sie auch die Antworten wieder kommentieren.

    Nutzen Sie dazu das Kommentar-Feld oben.
    Sollten einige Anmerkungen des Solar-Themas dienlich sein, ziehen wir sie in den Blog. 
  • Ein "Anonymous User" hat die Idee, überschüssigen Strom nicht ins Netz einzuspeisen, sondern an einen Nachbarn zu verkaufen: 
    Kann ich den Stromüberschuss am Tage auch an meinen Nachbarn verkaufen (z.B. für 18 Ct/KWh?
    Umsatzsteuerabführung ist klar - technisch und bürokratisch bzw. gesetzlich?Anonymous Userum 24. Juli 13:42

    Die Antwort des Experten Hermann-Josef Tenhagen folgt. 
    von Martin Mrowka bearbeitet von Hermann Josef Tenhagen 7/29/2015 11:35:59 AM
  • Das ist in der Tat finanziell recht interessant, aber mit einem gewissen Aufwand verbunden. (Mehr dazu hier.)

    Ich möchte auch auf ein interessantes Start-Up namens Buzzn hinweisen, dass sich die
    Sharing-Economy für Strom zum Ziel gesetzt hat.
    So ein Modell könnte für Sie auch interessant sein, weil Sie sich nicht im Detail mit rechtlichen Fragen aufhalten müssen. Es ist aber finanziell weniger lukrativ.  Mehr dazu bei PV-Magazine.de.
    Wir selbst aber haben Buzzn aber noch nicht unter die Lupe genommen.



  • Hier noch ein Vorschlag mit Appell an die Energieversorger: 

    Ein Batteriespeicher für Solarstrom ist nach derzeitigem Stand der Technik nicht rentabel. Es sind nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die begrenzte Lebensdauer der Batterien zu berücksichtigen. Seriöse Rechnungen kommen auf über 30 Cent Betriebskosten (Abschreibung, Batterien) pro gespeicherte KWh.

    Die beste Lösung ist immer noch eine Anlage die ganz normal per 2 Richtungszähler ans Netz geschaltet wird. Jede selbst gebrauchte KWh schlägt mit 25 Cent Einsparung zu Buche und jede überschüssige bringt immer noch 12..13 Cent bei Einspeisung. Das heißt für eine eingespeiste KWh bezahle ich dann wenn ich sie mir bei Bedarf vom Versorger "wieder zurückhole" netto ca. 12 Cent.

    Das Sinnvollste wäre sowieso, dass Speichersysteme vom Energieversorger im großen Stil gebaut werden und nicht jeder Erzeuger einen kleinen Speicher hat. Ein modernes Pumpspeicherwerk hat einen Wirkungsgrad von >80% und kostet pro KWh einen Bruchteil dessen was ein Batteriespeicher kostet. shingraum 17:26

  • "Shingra" kommt noch einmal zurück zu den kleinen Solaranlagen - mit Überschlagsrechnung. Außerdem weist der User auf einen "Wurm" hin...
    Eine Minisolaranlage ist der günstigste Weg Solarstrom zu gebrauchen, denn bei einer Solaranlage auf dem Dach ist der größte Kostenblock heute die Installation. Ein 1,6 x 1 m großes 250 Watt Panel mit passendem Kleinumrichter zur Netzankopplung kostet ca. 300 Euro. Die erzeugte Leistung wird vollständig selbst verbraucht da jeder Haushalt einen Grundleistungsbedarf hat der in dieser Größenordnung liegt. Bei ca. 180 KWh Jahresleistung / 250 Watt sind das ca. 45 Euro Einsparung / Jahr auf der Stromrechnung. Das heißt nach 7 Jahren beginnt das Teil Geld zu verdienen.
    So eine Anlage hält mindestens 20 Jahre und kann tatsächlich auf den Balkon oder in den Garten gestellt werden vorausgesetzt dort ist Sonne. Eingespeist wird über jede beliebige Steckdose im Haus. Da genau steckt der Wurm... Dies ist nicht legal denn 1. muss der Ertrag versteuert werden und 2. muss offiziell jede Solaranlage von den Stadtwerken teuer abgenommen sein, auch dann wenn sie nie einspeist wie diese kleine Anlageshingraum 17:25
    Der letzte Aspekt müsste dann wohl von der Politik beiseite geräumt werden. Vielleicht könnte ja der TÜV zu geringeren Kosten einspringen? Irgendwann einmal...
  • Solarstromspeicher für jedermann - so wirken sie sich aus: 
    Sie reichen aber noch nicht, um komplett von externen Stromlieferungen unabhängig zu werden. 
  • User "apocalypse_cow" hat einen wichtigen Tipp: 
    1. ganz wichtig: unter 10 Kwp bleiben, da sonst auf den Eigenverbrauch EEG-Umlage zu zahlen ist.
    2. Nicht vergessen: pro selbst verbrauchte Kwh sind ca. 5 Cent Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen
    3. 10 Kwp Ost-West sind besser als 9 Kwp Südapocalypse_cowum 16:18

  • Frage von "1949": 
    Wie kann ich den Strompreis errechnen den ich selbst erzeugt habe ?1949um 15:43
    Das ist wohl festgeschrieben. Derzeit gibt's gut 12 Cent pro KWh für nicht selbst verbrauchten Strom.
  • "hobby-winfried" fragt nach Solaranlagen für Mietwohnungen: 
    Bekanntlich wohnen in Deutschland die meisten Bürger in Mietwohnungen. Welches System ist für Mieter erschwinglich? Oder ist das mal wieder ein Vorschlag für die Wohlbetuchten?hobby-winfriedum 15:00
    Unseres Wissens nach gibt's kleine Anlagen für den Balkon oder Garten bereits. Einzelne Module kosten wenige hundert Euro. Auf die Dauer sollte sich das auch rentieren... 
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