Live-Blog zur Griechenland-Krise
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Live-Blog zur Griechenland-Krise

Verfolgen Sie die Entwicklungen in der Griechenland-Krise in unserem Live-Blog.

    Wird Angela Merkel für die Einigung beim Euro-Sondergipfel eine Mehrheit im Bundestag bekommen? Der Unmut in der Union, speziell in der bayerischen CSU, war zuletzt groß, was neue Hilfspaktete für Griechenland betrifft.

    Dennoch rechnet CDU-Vize Armin Laschet jetzt mit einer breiten Unterstützung. "Ich bin sicher, dass es im Bundestag eine Mehrheit gibt. Ich bin auch sicher, dass es in der Unionsfraktion eine Mehrheit gibt", sagte er am Montag vor einer Sitzung des CDU-Präsidiums.

    Und warum? "Wer weiß, mit wie viel Kraft und Mühe Wolfgang Schäuble und Angela Merkel in diesen Stunden in Brüssel verhandelt haben, der wird diese Arbeit auch anerkennen.
    Und ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Abgeordnete der Union dazu Nein sagen."
    "Pleite-Griechen", "faule Griechen" - solche Aussagen müssen sich auch Menschen anhören, die mit der Misswirtschaft ihres Staates eigentlich nichts zu tun haben, sondern sie ausbaden müssen beziehungsweise die seit vielen Jahren in Deutschland leben.

    Wie es denen geht, können Sie bei den Kollegen von "Spiegel Online" nachlesen.
    Ablehnung bei den Linken und der AfD - aber aus ganz verschiedenen Gründen:

    Die Linke im Bundestag hat der griechischen Regierung davon abgeraten, die Brüsseler Einigung zu weiteren Hilfen mitzutragen. "Wer beim Referendum für ein 'Nein' war, um weiteren Kürzungsdiktaten eine Absage zu erteilen, kann jetzt nicht 'Ja' sagen", ließen die beiden designierten Fraktionschefs Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht wissen.
    Statt das Votum beim Referendum zu akzeptieren, hätten Merkel, Schäuble und EZB die Regierung in Athen "weiterhin gnadenlos erpresst".

    Die AfD hat der Bundesregierung vorgeworfen, sie täusche die Bürger in Sachen Griechenland-Rettung. Die Kanzlerin und ihr Finanzminister gaukelten dem deutschen Steuerzahler vor, man werde kein weiteres Geld in das griechische Fass ohne Boden werfen, auf der anderen Seite tue man aber genau das, erklärte Jörg Meuthen. Der Volkswirt sagte: "Die Wähler in Deutschland merken, dass sie von der Bundesregierung gefangen genommen wurden. Der Euro ist wie Guantánamo: Man kann rein, aber nie wieder raus."

    Steinmeier: Europa kann gestärkt aus Athen-Krise hervorgehen

    N
    ach Ansicht von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat Europa mit der Griechenland-Einigung seine historisch gewachsene Kompromissfähigkeit bewiesen. Es zeige sich wieder jene Eigenschaft, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus einem zerrissenen Kontinent eine friedliche und prosperierende Europäische Union geformt habe: "Die Fähigkeit zum friedlichen Interessenausgleich und politischen Kompromiss, auch wenn dafür ganze Nächte hindurch miteinander gerungen werden muss, und das im engen deutsch-französischen Schulterschluss."
    von Jan Eger, t-online.de bearbeitet von Alexander Graßhoff,... 7/13/2015 10:31:17 AM
    "Hoher Preis für Sorglosigkeit"

    Die polnische Regierungschefin Ewa Kopacz hat die Bedingungen für ein neues EU-Hilfsprogramm als "sehr schwierig für die Griechen" bezeichnet:

    Die Griechen zahlen heute einen ungeheuren Preis für die Sorglosigkeit populistischer Regierungen.
    Dieser Populismus habe das hoch verschuldete Land in den vergangenen sieben Monaten vom Kurs notwendiger Reformen abgebracht.

    Polen war nicht an den Verhandlungen beim Euro-Sondergipfel in Brüssel beteiligt, da das Land nicht Mitglied der Eurozone ist.

    Euro-Gipfel erzielt Einigung bei Griechenland


    Die Euro-Staaten haben
    grünes Licht für Verhandlungen über ein neues Hilfsprogramm für das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland gegeben.
    Wie EU-Ratspräsident Donald Tusk am Montagmorgen nach 17-stündigen Verhandlungen in Brüssel mitteilte, fiel die Entscheidung schließlich "einstimmig". Damit sei "alles bereit", ein drittes Hilfsprogramm "mit ernsthaften Reformen und finanzieller Unterstützung" auf den Weg zu bringen.

    Vor Aufnahme der Verhandlungen über das milliardenschwere Programm (86 Milliarden Euro über drei Jahre) sind aber noch mehrere Parlamentsbeschlüsse notwendig: nicht nur in Griechenland, sondern auch in Deutschland und anderen Euro-Ländern. Vorher können die Gespräche über die Details des Programms beim Euro-Rettungsfonds ESM nicht aufgenommen werden.

    Am Ende der Verhandlungen blieb ein Streitpunkt. Ein von Deutschland geforderter Fonds für Privatisierungen griechischen Staatseigentums stieß bei Ministerpräsident Alexis Tsipras auf hartnäckige Ablehnung. Erst ein abschließendes Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dem französischen Präsidenten François Hollande und EU-Ratschef Donald Tusk am frühen Morgen brachte Diplomaten zufolge dann den Durchbruch.


    Auch der IWF-Beteiligung
    um neuen Hilfspaket musste Tsipras am Ende zustimmen. ZDF-Journalist Stefan Leifert twitterte:


    von Jan Eger, t-online.de bearbeitet von Özkan Canel Altintop 7/13/2015 11:10:34 AM
    Tsipras will nach eigenen Worten hart in Athen kämpfen, damit die Beschlüsse umgesetzt werden. Hoffentlich hat er Erfolg, denn der linke Flügel der Syriza-Partei ruft zum Widerstand gegen die Ergebnisse auf. Doch ohne Parlamentsbeschluss kein Hilfspaket.
    In Deutschland, Estland, Finnland, Luxemburg, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien und Spanien müssen die Parlamente ein neues Hilfspaket genehmigen. 

    SPD-Chef Sigmar Gabriel rechnet mit einer Zustimmung des Deutschen Bundestages.
    Der Bundestag wird voraussichtlich am Freitagmorgen erstmals zum Thema Hilfspaket zusammenkommen.  Das sagte Parlamentspräsident Norbert Lammert.
    User Oskar sieht schon ein viertes Hilfspaket kommen: 

    Das vierte Hilfspaket für Griechenland kommt 2018. Der Euro ist und bleibt eine Fehlkonstruktion vom ersten Tage an.Oskarum 13:44
    Nochmal kurz zusammengefasst: Das sind die Forderungen (prior actions) an Athen: 

    - Die Erhöhung der Mehrwertsteuer, vor allem im Hotelgewerbe
    - Die Erhöhung des Rentenalters
    - Umbau der Statistikbehörde
    von Jan Eger, t-online.de bearbeitet von Özkan Canel Altintop 7/13/2015 12:46:28 PM
    Aufregung und Empörung gibt es auch bei unseren Usern. für Heidrun Bepler ist der "Europäische Gedanke" verspielt.

    Mit diesem 3. Hilfsprogramm für Griechenland, welches genau soviel verbranntes Geld enthält, wie die vorherigen, endet für mich persönlich der "Europäische Gedanke"!!!!!Es gibt Gesetze und Regeln, welche für alle Europäischen Staaten gelten. Was erzählt man jetzt dem Irischen- Lettischen- Portugiesischem Volk etc. welche durch harte Sparprogramme saniert wurden. Mit dieser
    politischen Taktiererei hat man jetzt entgültig die Gemeinsamkeit von Europa verspielt!!!!!! Wir als Bürger werden als "Stimmvieh" benutzt und unser Erspartes verbraten, nur um bis zur nächsten Wahl nicht als Verlierer ( in ) darzustehen!!!!Pfui,Pfui, Pfui.........Heidrun Beplerum 15:05
    Dax-Anleger feiern die Griechenland-Einigung:

    Trotz Griechenland-Einigung: JPMorgan senkt Euroraum-Prognosen


    Die US-Bank JPMorgan ist trotz der Grundsatzeinigung auf neue Finanzhilfen für Griechenland nicht mehr so optimistisch für die Wirtschaftsentwicklung in der Eurozone. 

    Die aufs Jahr hochgerechneten Prognosen der Wachstumsraten wurden vom zweiten Quartal 2015 bis zum ersten Quartal 2016 um je 0,25 bis 0,50 Punkte reduziert. In den einzelnen Quartalen rechnet die Bank nun mit Wachstumsraten von annualisiert je 1,75 bis 2,25 Prozent. 

    Begründet werden die Änderungen zum einen mit der aus Sicht von JPMorgan anhaltenden
    Unsicherheit.
    Dies dürfte die privaten Haushalte und Unternehmen vorsichtiger agieren lassen. Die angenommene Stimmungseintrübung dürfte auch auf der Kreditvergabe der Banken lasten. Zum anderen rechnen die Experten mit einer starken Schrumpfung der griechischen Wirtschaft, was auch das Wachstum des gesamten Euroraums drücken dürfte. 

    Davon unabhängig laste das schwächere Wachstum in vielen Schwellenländern auf der Konjunktur im Euroraum.

    Satte Bundestags-Mehrheit für Griechenland-Hilfen erwartet

    Trotz massiver Bedenken in der Union gegen neue Griechenland-Hilfen rechnen die Spitzen der Koalition fest mit einer satten Bundestagsmehrheit für Verhandlungen darüber. Das Parlament wird an diesem Freitag in einer Sondersitzung abstimmen, wenn Athen bis dahin alle Bedingungen erfüllt hat. 

    Bundeskanzlerin Angela Merkel empfahl mit "voller Überzeugung" ein Ja. Gleichzeitig wies sie Spekulationen zurück, sie könnte über eine Vertrauensfrage Druck auf die Unions-Skeptiker ausüben.

    Zuletzt hatten mehr als 100 Abgeordnete von CDU und CSU zu Protokoll gegeben, einem dritten Rettungsprogramm nicht mehr zustimmen zu wollen. Die SPD hatte dagegen im Februar geschlossen für die Verlängerung des letzten Griechenland-Hilfsprogramms votiert. Die Koalition verfügt über 504 von 631 Stimmen im Bundestag. 

    Das neue Hilfspaket für drei Jahre soll ein Volumen von 82 Milliarden bis 86 Milliarden Euro umfassen. Der Bundestag muss zunächst seine Zustimmung für Verhandlungen über die Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds ESM geben. 

    Erst nach einer Einigung  folgt dann ein zweites, entscheidendes Votum. Auch deswegen gilt ein klares Ja bei der ersten Abstimmung am Freitag als sicher.

    Flasche leer in Athen - der Chefredakteur der NZZ verteidigt in einem lesenswerten Kommentar die beschlossenen Griechenland-Hilfen 



    Keine Überraschung: 

    Griechenland wird die heute fällige Rate für einen IWF-Kredit in Höhe von 450 Millionen Euro nicht leisten. 
    Ungeachtet dessen will der Internationale Währungsfonds dem pleitebedrohte Griechenland aber auch weiterhin beistehen. "Der IWF steht bereit, um mit den griechischen Behörden und europäischen Partnern zusammenzuarbeiten, um diese wichtigen Bemühungen voranzutreiben", teilte Sprecher Gerry Rice in Washington mit. 
    Nicht nur ein Großteil der Bevölkerung außerhalb Griechenlands regt sich über die neuerlichen Milliarden-Hilfen an das verarmte Land auf. Auch die gebeutelten Griechen selbst haben nichts zu lachen. Deshalb ist auch diese Karrikatur eher zum Weinen: 

    Die Finanzmärkte freuen sich über die Einigung. Was am Freitag schon mit Aktien-Kursgewinnen begann, setzte sich heute fort. Die Wirtschaftsredaktion von t-online.de hat das Börsen-Geschehen zusammengefasst: 

    EZB stockt Nothilfen vorerst nicht weiter auf, Banken bleiben weiter geschlossen 


    Die Nothilfen der Europäischen Zentralbank (EZB) an die griechischen Banken bleiben mindestens bis Donnerstag auf dem derzeitigen Niveau eingefroren.  Das habe der EZB-Rat am frühen Nachmittag in einer Telefonkonferenz beschlossen, berichtete das "Handelsblatt" mit Bezugnahme auf Finanzkreise. Eine EZB-Sprecherin bestätigte indes nur, dass die ELA-Notkredite ("Emergency Liquidity Assistance") vorerst auf dem bisherigen Niveau bleiben. 


    Zuvor hatte bereits die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Sache  vertraute Person berichtet, dass die Höchstgrenze für die ELA-Notkredite nicht verändert worden sei. Derzeit liegt das Niveau bei knapp 90 Milliarden Euro. 


    Sollten die nationalen Parlamente neuen Verhandlungen zustimmen, könnte die EZB den ELA-Kreditrahmen erneut erhöhen, verlautete aus Kreisen.


    Die griechischen Banken bleiben angesichts der schweren Finanzkrise mindestens bis einschließlich Mittwoch geschlossen. Den entsprechenden Ministerialerlass habe Vize-Finanzminister Dimitris Mardas am Montag unterzeichnet, berichtete das griechische Fernsehen.

    von Özkan Canel Altintop bearbeitet von Martin Mrowka 7/13/2015 5:08:03 PM
    Der größte Kritiker der Verhandlungen mit den Geldgebern ist der ehemalige Finanzminister Gianis Varoufakis. In einem Interview mit der englischen Wochenzeitung "News Statement" gab er interessante Einblicke in seinen politischen Alltag und ließ an seinen Finanzminister-Kollegen kaum ein gutes Haar. 
    Gianis Varoufakis 

    Die Kollegen der "FAZ" haben das Interview gut zusammengefasst. Ein paar Auszüge daraus: 
    Niemand wollte Varoufakis' ökonomischen Argumente hören. Wenn er "logisch stimmige Argumente" vorgetragen habe, sei er nur angestarrt worden: "Man hätte auch die schwedische Nationalhymne vorsingen können - man hätte dieselbe Antwort bekommen", erzählte Varoufakis. Er hätte noch nicht einmal für Verärgerung gesorgt. Es sei einfach so gewesen, als habe er gar nicht gesprochen. 

    Der deutsche Finanzminister sei schwierig, aber durchweg beständig gewesen. Wolfgang Schäuble habe darauf bestanden, dass sich die neue griechische Regierung auch an Vereinbarungen hält, die die Vorgängerregierung beschlossen hatte. 

    Auf Varoufakis' Argument, das griechische Volk hätte demokratisch aber für etwas anderes plädiert, ist Schäuble kaum eingegangen: "Wir können unmöglich zulassen, dass eine Wahl alles ändert", soll Schäuble laut Varoufakis gesagt haben, schließlich gäbe es in der EU allenthalben irgendwo Wahlen, da könne man nicht immer die Verträge ändern.  

    Die Eurogruppe sei insgesamt vollständig von Deutschland beherrscht, glaubt Varoufakis. 


    Viele Kommentare hier im Live-Blog fordern eine Volksbefragung in den Unterstützer-Ländern - beispielsweise  H.Englert:  
    Unsere Regierung sollte zu diesem Thema auch mal das Volk befragen wieH.Englertum 20:11
    Aber dann müsste ja jedes Land eine derartige Befragung durchführen. Und das Ergebnis fiele wohl eindeutig aus: Keine Hilfen für kaputte Länder!  
    Ketzerische Frage: Was wohl bei einer Volksbefragung in den USA, in Frankreich und in England über die Wiederaufbauhilfen für Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg herausgekommen wäre? 

    Die Welt ist nicht ganz so einfach, wie es sich einige Kommentatoren vorstellen.
    Ökonomen sind skeptisch

    Auch die deutsche Wirtschaft steht der Einigung mit Athen skeptisch gegenüber
    .
     "Die europäischen Steuerzahler werden wieder einmal genötigt, für viel Geld ein bisschen Zeit zu erkaufen", sagte der Präsident des Verbandes der Familienunternehmer, Lutz Goebel.

    "Das ist Insolvenzverschleppung. Griechenland wird seine Schulden nie zurückzahlen können. Es wird nur weiteres Geld ins Feuer geworfen." 

    Der Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht zumindest "einen ersten Hoffnungsschimmer", sagte Präsident Eric Schweitzer.

    Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bewertet die
    Übereinkunft ebenfalls nicht als endgültigen Durchbruch.
    "Es wäre verfrüht, die Einigung als einen Erfolg anzusehen", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher. "Es ist lediglich ein erster Schritt, die wirtschaftliche Abwärtsspirale Griechenlands aufzuhalten.

    Ifo-Präsident und Euro-Kritiker Hans-Werner Sinn glaubt, dass die Einigung auch nicht gut für Griechenland ist:  

    "Während der Beschluss den Rest Europas viel Geld kosten wird, wird all dieses Geld nicht genügen, um die griechischen Bürger zufriedenzustellen. Griechenland ist zu teuer und deshalb nicht mehr wettbewerbsfähig. Es macht keinen Sinn, die Probleme des Landes mit immer mehr Geld zuschütten zu wollen. Das ist teuer und verhindert die Schaffung wettbewerblicher Wirtschaftsstrukturen."


    von Özkan Canel Altintop bearbeitet von Martin Mrowka 7/13/2015 7:51:49 PM
    Steuerzahler-Bund kritisiert Griechenland-Einigung

    Quelle: dpa

    Ein wirkliches Happy End sieht anders aus. Die Einigung mit Griechenland über ein drittes Hilfspaket sorgt auch beim Steuerzahler-Bund für Empörung.

    Die Brüsseler Einigung stelle "eine Gefahr für die Bürger in Deutschland" dar, erklärte die Vereinigung.

    "Denn das Prinzip, Zeit für Griechenland mit viel Geld der Steuerzahler zu erkaufen, ist zum Scheitern verurteilt". Den Steuerzahlern würden weitere Haftungsrisiken aufgebürdet, die unvertretbar seien.

    Der Steuerzahler-Bund rechnet vor: Bereits jetzt hafte jeder sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland im Schnitt mit jeweils 2800 Euro für sämtliche Finanzhilfen, die Griechenland bisher gewährt worden seien. Ehrlicher und vernünftiger wäre es nun, einen Euro-Austritt Griechenlands einzuleiten, verbunden mit humanitären EU-Hilfen, so die Meinung des Verbands.
    von Alexander Graßhoff,... bearbeitet von Martin Mrowka 7/13/2015 7:51:53 PM
    Was in den vergangenen Tagen als Drohung durch die Medien geisterte, wird offenbar zur Gewissheit: 

    Die Griechen wollen die neuen, harten Sparauflagen nicht widerspruchslos hinnehmen. 

    Die Gewerkschaft der Staatsbediensteten (ADEDY) rief zu einem landesweiten Streik für den Tag auf, an dem das Parlament in Athen zusammenkommt, um das erste Paket von Sparmaßnahmen zu billigen. Das werde wohl am Mittwoch sein, berichteten griechische Medien. 

    Mehrere hundert Staatsbedienstete haben bereits am Montagabend vor dem
    griechischen Parlament in Athen gegen die Fortsetzung der Sparpolitik
    demonstriert.
    Sie riefen die Regierung unter Alexis Tsipras und die Parteien
    auf, das neue von den Gläubigern des Landes geforderte Sparpaket nicht zu
    billigen.
    "Keine Austerität mehr", skandierten die Demonstranten, wie das
    Fernsehen berichtete.
     

    Griechenland-Krise am Montag:

    -
    Der Euro-Gipfel hat mit der Einigung
    auf ein Spar- und Reformpaket nach 17 Stunden Verhandlungen am Montagmorgen den Weg für ein neues Hilfspaket geebnet

    - Spätestens am Mittwoch muss das Parlament in Griechenland den Forderungen zustimmen

    - Der EZB stockt die Nothilfen für die griechischen Banken vorerst nicht auf. Die Geldhäuser bleiben derweil bis Mittwoch weiterhin geschlossen

    - Tsipras: "Grexit" ist vom Tisch. Dennoch gerät der Regierungs-Chef im eigenen Land unter Druck. 

    - Börsen dank Einigung wieder im Aufwind

    Auch in Deutschland und anderen EU-Staaten müssen die Parlamente abstimmen. Der Bundestag kommt am Freitag zu einer Sondersitzung zusammen. Teilweise reisen die Abgeordneten aus ihren Sommerdomizilen an.


    Ein Überblick, was in Sachen Griechenland-Krise in den kommenden Tagen noch ansteht. 


    14. Juli: Reguläres Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Sie beschäftigen sich mit Empfehlungen an die Mitgliedsländer für die Wirtschafts- und Budgetpolitik und behandeln den Bericht zur Vertiefung der Eurozone. Aber natürlich wird es auch um Griechenland gehen. Die Finanzstaatssekretäre der 19 Euro-Staaten wollen unabhängig von dem Ministertreffen über eine Brückenfinanzierung für Griechenland sprechen. Mit Ergebnissen wird nicht gerechnet. 

    15. Juli: Bis Mittwoch verlangt die Eurogruppe die Zustimmung des griechischen Parlaments zu zentralen Reformen als Voraussetzung für die Aufnahme von Verhandlungen über ein neues Hilfspaket aus dem dauerhaften Euro-Rettungsprogramm ESM. 

    Die Angestellten im Öffentlichen Dienst Griechenlands kündigten zugleich einen 24-stündigen Streik für den Tag der Abstimmung an. 

    Staatspräsident François Hollande hat eine Debatte in der französischen Nationalversammlung für Mittwoch zu den Vereinbarungen mit Griechenland in Aussicht gestellt.

    16. Juli: Zumindest bis Donnerstag hält die Europäische Zentralbank die Notkredite für die griechischen Banken unverändert aufrecht. Auch nach der Einigung vom Montag erwarten Experten keine schnelle Öffnung der Banken oder eine Aufhebung der Kapitalkontrollen.

    17. Juli: Der Deutsche Bundestag stimmt in einer Sondersitzung über die Aufnahme von
    Verhandlungen ab
    - wenn Athen bis dahin alle Bedingungen erfüllt hat.
    Nach Abschluss der Verhandlungen müssen die Abgeordneten auch noch über das ESM-Hilfspaket entscheiden, bevor es in Kraft treten kann. 

    Weitere T-Bills, das sind griechische Anleihen mit kurzfristiger Laufzeit, in Höhe von einer Milliarde Euro werden fällig. 

    20. Juli: Athen soll bis dahin einen ersten Vorschlag zur Modernisierung der Verwaltung vorlegen. Die Ineffizienz der Verwaltung gilt als eines der größten Hindernisse bei der Umsetzung von Reformen. 

    Athen muss insgesamt rund 3,5 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) zurückzahlen. Sollte diese Zahlung ausfallen, dürfte die EZB laut Experten kaum in der Lage sein, weiter Ela-Kredite an griechische Banken zu ermöglichen. 

    22. Juli:  Athen muss weitere Reformen beschließen. So sollen Gerichtsverfahren beschleunigt und die Richtlinie zur Sanierung und Abwicklung von Banken umgesetzt werden.

    von Martin Mrowka bearbeitet von Özkan Canel Altintop 7/13/2015 7:52:34 PM
    Guten Morgen aus der t-online.de-Redaktion! Auch heute informieren wir Sie an dieser Stelle über die Entwicklungen in der Griechenland-Krise.

    Demonstranten protestieren in Athen gegen die von Brüssel geforderten Maßnahmen. Auf Spruchbändern forderten die Demonstranten "Streichung der Austerität, Erlass der Schulden" sowie ein "Nein zur neuen Einigung". (Foto: dpa)

    Deutsche unterstützen Griechenland-Vereinbarung

    Eine Mehrheit der Deutschen begrüßt einer Umfrage zufolge die Schuldenvereinbarung, ist aber skeptisch, was deren Umsetzung durch die Regierung in Athen angeht.

    Die weitere finanzielle Unterstützung für Griechenland bezeichneten 52 Prozent der Befragten als richtig, wie aus einer Blitzumfrage für die ARD hervorgeht.

    44 Prozent halten die Unterstützung dagegen für falsch. Die von Griechenland verlangten Spar- und Reformauflagen finden demnach 57 Prozent angemessen und 22 Prozent nicht angemessen. Für 13 Prozent gehen sie zu weit.

    Cameron will Griechenland nicht helfen

    Die britische Regierung will Medienberichten zufolge Athen nicht unterstützen.

    Vor dem Treffen der EU-Finanzminister am Dienstag in Brüssel habe der britische Ressortchef George Osborne darüber eine Reihe von Telefonaten mit seinen europäischen Kollegen geführt, berichteten die Zeitung "Financial Times" und andere Medien.

    "Klare Botschaft"

    "Unsere Kollegen von der Eurozone haben klar und deutlich die Botschaft erhalten, dass es nicht hinnehmbar wäre, in dieser Angelegenheit eine britische Unterstützung wiederaufzugreifen." Großbritannien müsste für die neuen Griechen-Hilfen rund eine Milliarde Euro berappen.

    Euro unter Druck

    Der Euro ist trotz der Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland weiter unter Druck geraten und unter die Marke von 1,10 US-Dollar gerutscht. Am frühen Morgen fiel die Gemeinschaftswährung zeitweise bis auf 1,097 Dollar, konnte sich aber wieder auf zuletzt 1,100 Dollar erholen.

    Griechenland zahlt weitere Rate nicht an IWF zurück


     Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras muss die Reformen schnellstmöglich durch das Parlament bringen um an Geld zu kommen.


    Griechenland schafft es wieder nicht: Schon im Juni hatte Athen 1,6 Milliarden Euro an den IWF nicht überwiesen. Jetzt gerät Hellas noch tiefer in Zahlungsverzug. Die für Montag geplante Rückzahlung von 456 Millionen Euro ist nicht beim Währungsfonds eingegangen. Der Fonds sei im Vorfeld darüber informiert worden.

    Der IWF denkt nun über eine Verlängerung der Rückzahlungsfrist nach.

    Griechenland ist übrigens das erste entwickelte Land, das seine IWF-Schulden nicht fristgerecht zurückzahlt.
    Athen überweist Geld nach Japan

    Japanische Investoren können sich freuen.
    Denn Griechenland hat in der Nacht 144 Millionen Euro nach Tokio überwiesen.  Das teilte die die japanische Großbank Mizuho mit.  

    Die sogenannten Samurai-Bonds hatte die griechische Regierung vor genau
    zwei Jahrzehnten an private japanische Investoren ausgegeben.
    Sie
    wurden am Dienstag fällig.
    Wie geht es mit Griechenland weiter?

    Nach zähen Verhandlungen gab es in der Nacht zum Montag eine Einigung zwischen den Staats- und Regierungschefs der Eurozone und Griechenland auf den Beginn von Verhandlungen für ein weiteres Hilfspaket. Wie geht es jetzt weiter? 

    Jetzt müssen die Parlamente entscheiden. Nach dem Willen der Geldgeber muss zunächst Athen den beschlossenen Maßnahmen zustimmen. Zentrale Forderung ist die Einrichtung eines Treuhandfonds, in den Vermögenswerte des Landes übertragen werden. Der Staatsbesitz soll dann nach und nach privatisiert werden. 

    Doch eine Zustimmung Athens bedeutet nicht automatisch ein Ende des Dramas. Denn auch andere nationale Parlamente müssen die Maßnahmen genehmigen:

    Deutschland, Estland, Finnland, Luxemburg, Österreich, Portugal, Slowenien, Spanien, Slowakei. In Frankreich hat Premierminister Manuel Valls eine Abstimmung angekündigt. 



    von Özkan Canel Altintop bearbeitet von Martina Engesser 7/14/2015 7:35:54 AM
    Ein User fragt derweil nach den Goldreserven: 

    Wieviel Gold besitzt Griechenland eigentlich ??Kabel-Geierum 9:26

    Wir klären auf: Laut IWF und World Gold Council besitzt  Griechenland rund 112 Tonnen Gold im Wert von 3,8 Milliarden Euro. Im Vergleich: Deutschland hortet 3383 Tonnen Gold im Wert von rund 115 Milliarden Euro.
    Kann die Griechenland-Krise Angela Merkel den Job kosten? Wegen ihres harten Verhandelns wurden die Kanzlerin und Finanzminister Schäuble heftig kritisiert. 

    Hat User "W.Reinecke" Recht?
    Das wars für Merkel Tschüsssss!!!!W.Reineckeum 9:40


    Schuldscheine als Lösung?

    Geht einem Staat das Bargeld aus, kann er Schuldscheine drucken, um seine Rechnungen im Inland bezahlen zu können. Beispielsweise inländische Kredite, Gehalt an die Beschäftigten im öffentlichen Dienst und Renten. Das haben in der jüngeren Geschichte Argentinien und Kalifornien vorgemacht. 

    Schäuble schlägt das für Griechenland vor -  Athen lehnt das allerdings bisher ab. 

    Denn Schuldscheine bringen Probleme mit sich: Viele Banken und Unternehmen akzeptieren die Papiere nicht. Zudem könnte die Motivation für die Regierung sinken, weiter zu sparen. Denn sie kann jetzt eigenes Geld drucken. Eine Parallelwährung wäre die Folge. Experten sehen Schuldscheine deswegen sehr kritisch. 
    Kanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble spalten unsere Leser. Es gibt sowohl Lob als auch heftige Kritik:

    Vielleicht sollte Herr Schäuble mal Urlaub in Griechenland machen, dann wüsste er, wo den Leuten der Schuh drückt. Jetzt auch noch die Idee mit den Schuldscheinen, ich glaube, unser Finanzminister ist urlaubsreifManfredum 9:58

    Voll des Lobes:

    Ich verstehe nicht, warum jetzt alle auf dem Schäuble rumhacken. Er ist scheinbar der Einzige, der den Durchblick hat.setusum 9:58

    Die Kanzlerin hat es doch auf den Punkt gebracht: Keine Zusage um jeden Preis. Das hat der Finanzminister auch konsequent in seinem Vorschlag beherzigt. Was also soll die Stänkerei in den Foren ? Geschmacklos & Schwachsinnig.Hermann Klausum 9:50

    Merkel und insbesondere Schäuble machen ihre Sache sehr gut !!!!!!!!!schluffium 9:47

    User "arnold52" macht es kurz zum Thema Merkel-Rücktritt:

    Sie muß gehenarnold52um 10:22










    Abstimmung am Mittwoch

    Das
    griechische Parlament wird nach Informationen aus Regierungskreisen voraussichtlich am Mittwochabend über das erste Bündel von Spar-  und Reformmaßnahmen abstimmen.

    Innenminister Nikos Voutsis erwartet indes keine Probleme. Er rechnet fest mit einer Zustimmung.
    Kauder wirbt um Zustimmung

    Die Skepsis in der Union über ein drittest Hilfspaket ist groß. Das wird auch Fraktionschef Volker Kauder erkannt haben. Er wirbt daher um Zustimmung zum Plan der Euro-Staaten. "Das Ergebnis ist in Ordnung", betonte er im ARD-Morgenmagazin. 

    Diesmal gehe es nicht um ein klassisches Hilfspaket, sondern um ein echtes Reformprogramm, das auch strukturelle Veränderungen vorsehen.

    "Es geht auch darum, Europa zusammenzuhalten", sagte er.
    In Athen demonstrieren die Gegner der Sparmaßnahmen gegen die am Montagmorgen erzielte Einigung.
    Parlamentsgebäude in Athen: Ein Demonstrant breitet die griechische Flagge aus - kritische beäugt von Polizeikräften. (Foto: ap) 


    Konjunkturerwartungen nur leicht eingetrübt

    Die Griechenland-Krise belastet die Konjunkturaussichten für Deutschland nur leicht.
     

    Der ZEW-Index des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung fiel im Vergleich zum Vormonat um 1,8 Punkte auf 29,7 Punkte. 

    Der Index für die konjunkturelle Lage verbesserte sich sogar um einen Punkt auf 63,9 Punkte.


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