Live-Blog zur Griechenland-Krise
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Live-Blog zur Griechenland-Krise

Verfolgen Sie die Entwicklungen in der Griechenland-Krise in unserem Live-Blog.

  • Bislang war von einem Volumen von 53,3 Milliarden Euro die Rede. Der österreichische Finanzminister Hans Jörg Schelling hat inzwischen jedoch die Summe von 72 Milliarden Euro für ein dreijähriges Hilfsprogramm für Griechenland ins Spiel gebracht. So hoch sieht er den finanziellen Bedarf. 

    Wir behalten das natürlich weiter im Auge...

  • IWF-Direktorin Christine Lagarde und Griechenlands Finanzminister Euklid Tsakalotos beim Finanzminister-Treffen in Brüssel. (Quelle: Reuters) 

    Die Beratungen der Euro-Finanzminister werden sich wohl bis in die Abendstunden ziehen. Auf der Internetseite des EU-Rates wird der geschätzte Zeitpunkt für die anschließende Pressekonferenz mit 22 Uhr angegeben.

  • Die griechische Regierung hofft auf ein dreijähriges Hilfsprogramm - sie beantragte dafür gut 53 Milliarden Euro. Es bestehen jedoch große Zweifel, dass diese Summe ausreichen würde.

    Das bestätigt eine
    Expertise, die die EU-Kommission in Zusammenarbeit mit der Europäischen Zentralbankund dem Internationalen Währungsfonds erstellt hat: 
    "Es wird erwartet, dass Griechenland zwischen Juli 2015 und Juli 2018 eine Finanzierungslücke von mindestens 74 Milliarden Euro hat, die durch neue externe Finanzierung zu decken ist", heißt es in dem Dokument, das der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vorliegt.

    Die Fachleute machen darin folgende Rechnung auf:
    - Griechenland benötigt in den nächsten drei Jahren 53,7 Milliarden Euro zur Schuldentilgung samt Zinsen.
    - Weitere 25 Milliarden Euro sind notwendig, um den Bankensektor mit frischem Kapital auszustatten.
    - 11,5 Milliarden sollen zudem in den 
    Staatshaushalt fließen, damit das Land sein Haushaltsdefizit ausgleichen, Rechnungen, Löhne und Renten bezahlen kann.

    Das ergibt: gut 90 Milliarden Euro.
    Zieht man die Zinsgewinne aus griechischen Staatsanleihen (7,7 Milliarden Euro), Privatisierungsgewinne (2,5 Milliarden Euro) und erwartete Haushaltsüberschüsse (sechs Milliarden) ab, bleibt ein Kreditbedarf von 74 Milliarden Euro.

  • Schwere Vorwürfe: Varoufakis: Deutschland will Frankreich Euromodell aufzwängen

    www.t-online.deGriechenlands zurückgetretener Finanzminister Gianis Varoufakis hat schwere Vorwürfe gegen Deutschland erhoben. Mit einem Grexit wolle Berlin Druck auf seinen Nachbarn Frankreich ausüben. Es gehe Deutschland darum, Frankreich zur Übernahme des deu...
  • Nach vielen kritischen Äußerungen aus der Union verlangen nun auch die Sozialdemokraten einen harten Kurs gegenüber Griechenland: Die SPD will einem dritten Hilfspaket nur zustimmen, wenn sich Athen scharfen Kontrollen unterwirft.

    SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sagte dem "Tagesspiegel am Sonntag":
     "Finanzielle Unterstützung darf nur Zug um Zug und nur jeweils nach erbrachten Reformleistungen freigegeben werden." Deshalb brauche man eine ständige Überwachung.

    Oppermann sparte auch nicht mit Kritik an der Syriza-Regierung von Alexis Tsipras: Diese habe sich in den ersten sechs Monaten überhaupt nicht an die Lösung der eigentlichen Probleme in Griechenland gemacht. "Im Gegenteil: Die Reichen im eigenen Land wurden verschont, und die Rentner haben am Ende kein Geld mehr bekommen."

  • "Die Schummel-Griechen": Moderatoren veröffentlichen beißende Medienkritik

    www.t-online.deEs gibt zwei Sendungen im deutschen Fernsehen, die Sie wahrscheinlich noch nie gesehen haben: "Circus HalliGalli" auf ProSieben und "Neo Magazin Royale" im ZDF. Der eine Moderator der ersten Sendung, Klaas Heufer-Umlauf, hat jetzt mit dem Moderato...
  • Leser "Captain" hält Vertrauen nicht für den wesentlichen Faktor in den aktuellen Verhandlungen:

    Wer in Finanzfragen von Vertrauen spricht, hat in der Finanzwelt nichts verloren!!Captainum 17:50


  • (Quelle: Reuters) 

    Schäuble skeptisch: "Vertrauen auf unfassbare Weise zerstört"

    Die Euro-Finanzminister beschäftigen sich derzeit mit den Sparvorschlägen der griechischen Regierung - und das könnte sich ziehen.
     Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem rechnet mit langwierigen Gesprächen.

    Deutlichere Worte fand Wolfgang Schäuble vor den Beratungen: Der deutsche Finanzminister erwartet "außergewöhnlich schwierige Verhandlungen". Da über ein drittes Hilfsprogramm gesprochen werde, "reichen die Vorschläge bei weitem nicht aus".

    Der Grund für Schäubles Skepsis: "Das Vertrauen ist in den letzten Monaten, bis in die letzten Stunden hinein, auf unfassbare Weise zerstört worden.
    " Deshalb könne man sich nicht auf einfache Zusagen verlassen.

    Wie Schäuble denken viele Teilnehmer der Verhandlungsrunde. So äußerte sich beispielsweise der slowakische Finanzminister Peter Kazimir ähnlich kritisch: Auch ihm genügen die Reformvorschläge nicht aus. Er sieht vor allem ein großes Problem bei der langfristigen Schulden-Tragfähigkeit Griechenlands. 


  • Gerade erreicht uns ein Zwischenstand vom Finanzminister-Treffen: Die Anwesenden haben die erste Runde ihrer Beratungen beendet.

    "Es gibt eine deutliche Mehrheit dagegen, auf Basis der griechischen Vorschläge Verhandlungen für ein drittes Paket aufzunehmen", vermeldete ein EU-Teilnehmer.
  • Experten-Analyse offenbart Gefahr für gesamte Euro-Zone

    Mindestens 74 Milliarden Euro soll Griechenland in den nächsten drei Jahren benötigen - und nicht 53,5 Milliarden, wie von der Regierung beantragt.
    Das ergab eine Analyse der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank, berichteten mehrere Medien übereinstimmend.

    Die Expertise lasse keine Zweifel daran, dass finanzielle Hilfe vom Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) dringend notwendig sei, heißt es in der "Süddeutschen Zeitung". Demnach ist die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands ohne ESM-Unterstützung "sehr sicher" - es käme zum Bankenkollaps.

    Genau darin sehen die Fachleute eine große Gefahr für die gesamte Euro-Zone. Denn vom Banken-Crash in Griechenland wären auch andere EU-Mitgliedsstaaten betroffen, besonders Bulgarien, Zypern und Rumänien.
  • Kontroverse Verhandlungen über Reformvorschläge

    Skeptischer Blick: IWF-Chefin Christine Lagarde beim Treffen in Brüssel. (Quelle: Reuters) 

    In der Eurogruppe gibt es erhebliche Zweifel, ob die griechischen Sparpläne für ein neues Rettungspaket ausreichen. Die Krisensitzung soll sehr kontrovers verlaufen, berichteten Diplomaten am Rande des Finanzminister-Treffens.

    Die deutsche Seite verlange, dass Griechenland seine staatlichen Strukturen ändert - ein "Kulturwandel" sei nötig. 

    Skeptisch träten neben Deutschland weitere zehn Eurostaaten auf.
    Unterstützung für Griechenland komme vor allem aus Frankreich und einigen anderen Ländern. In der Eurogruppe sind insgesamt 19 Länder vertreten.

  • Während die meisten Verhandlungsteilnehmer einen Schuldenschnitt für Griechenland wohl ablehnen, scheint eine Umschuldung inzwischen eine echte Option zu sein - so auch für den Internationalen Währungsfonds.

    So könnte man die Laufzeit der europäischen Kredite laut IWF von 30 auf 60 Jahre verlängern
    "Das ist aber nur eine der Optionen, die der IWF genannt hat, um klar zu machen, was die Alternativen zu einem Schuldenschnitt sind", sagte ein Vertreter der internationalen Institutionen IWF, Europäische Zentralbank und EU-Kommission.



    Hier nochmal der Unterschied zwischen Schuldenschnitt und Umschuldung:

    Schuldenschnitt/Schuldenerlass: Wenn ein Staat so viel Schulden aufgehäuft hat, dass er sie nicht mehr zurückzahlen kann und auch das Geld für Zinszahlungen fehlt, versucht er zu erreichen, dass seine Gläubiger auf einen Teil ihres Geldes verzichten. In diesem Fall spricht man vom Schuldenschnitt oder Schuldenerlass. Für das Schuldnerland schafft es finanzielle Spielräume.

    Umschuldung: Auch bei einer Umschuldung verlieren Gläubiger Geld - allerdings nicht auf einen Schlag.
     So kann die Rückzahlung des geliehenen Geldes beispielsweise über einen längeren Zeitraum gestreckt werden. Oftmals werden auch niedrigere Zinsen vereinbart. Dafür verspricht der Staat aber, das Geld zu 100 Prozent zurückzuzahlen.


  • Wirtschaftsminister spricht über Regierungsumbildung

    Der griechische Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis deutet eine baldige Regierungsumbildung an. Es mache Sinn, wenn einige Minister ersetzt würden. Zudem sollten die Syriza-Abgeordneten ihr Mandat abgeben, die im Parlament gegen die Reformvorschläge der Regierung gestimmt hätten. Der Energieminister und der stellvertretende Arbeitsminister enthielten sich bei der Abstimmung im Parlament. Stathakis kündigt zudem an, dass die Beschränkungen im Bankensystem "für einige Zeit" bestehen bleiben.
  • Viele Leser sind, wie "Nico Friedel", für den "Grexit":

    Die Griechen sollten einen dauerhaften Grexit bekommen und selber auf die Beine kommenNico Friedelum 20:08

    von Alexander Graßhoff,... bearbeitet von Jan Eger, t-online.de 7/11/2015 6:15:14 PM
  • Hellas verlängert Kapitalkontrollen

    Nach Angaben von Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis bleiben die
    Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland noch mindestens zwei Monate inkraft.

    Im Falle einer Einigung mit den Euro-Partnern könnten die Banken zwar kommende Wochen wieder öffnen. Die Beschränkungen bei der Bargeld-Abhebung und Überweisungen ins Ausland blieben aber bestehen, sagt Stathakis im griechischen Fernsehsender Mega TV.
  • Schäuble will Nachbesserungen oder "Grexit" auf Zeit

    Wolfgang Schäuble mit dem niederländischen Finanzstaatssekretär Eric Wiebes beim Finanzminister-Treffen in Brüssel. (Quelle: dpa)


    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist offenbar nicht überzeugt von den Reformvorschlägen Griechenlands. Er sieht deshalb zwei Möglichkeiten: 
    Athen bessert schnell nach oder Griechenland verlässt die Eurozone für einige Jahre.

    Das geht aus einem Positionspapier hervor, das der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" vorliegt und das Schäuble den anderen Eurostaaten heute zukommen ließ.

    In dem Dokument heißt es zu den Vorschlägen der griechischen Regierung: "Es fehlen zentral wichtige Reformbereiche, um das Land zu modernisieren und um auf lange Sicht Wirtschaftswachstum und nachhaltige Entwicklung voranzubringen." Das vorgeschlagene Paket reiche deshalb so nicht aus für ein neues Hilfsprogramm. 

    Legt Athen nicht zügig nach, plädiert Schäuble laut dem Papier für eine "Auszeit": Das Land solle dann die Eurozone für mindestens fünf Jahre verlassen und seine Schulden restrukturieren. Es bleibe aber EU-Mitglied und bekomme "wachstumsstärkende, humanitäre und technische Unterstützung".

    Ein griechischer Regierungsvertreter erklärte inzwischen, dass Schäuble bei den aktuellen Gesprächen der Eurogruppe diesen Vorschlag nicht vorgetragen habe.
    von Daniel Reviol bearbeitet von Alexander Graßhoff,... 7/11/2015 7:09:51 PM
  • von Daniel Reviol bearbeitet von Jan Eger, t-online.de 7/12/2015 8:28:23 AM
  • Griechenland sucht nach einem Schlüssel für einen leeren Geldschrank.ems2020um 10:38

    Ob dieses Bild eines Users stimmt?
  • Renzi an Deutschland: "Genug ist genug"

    Vor der Absage des EU-Gipfels war der Ton zwischen den verschiedenen Protagonisten schärfer geworden: Mehrere griechische Politiker, aber auch der italienische Regierungschef Matteo Renzi und die deutschen Grünen haben vor allem die Bundesregierung davor gewarnt, die Suche nach einer Lösung der Griechenland-Krise zu torpedieren.

    Eine "Demütigung" Griechenlands dürfe es nicht geben, hatte Renzi gesagt. An die Adresse der deutschen Regierung, die die neuen griechischen Spar- und Reformvorschläge besonders kritisch beurteilt hatte, fügte er hinzu: "Und zu Deutschland sage ich: Genug ist genug."

    Auch ein Syriza-Vertreter im EU-Parlament hatte Deutschland vorgeworfen, Griechenland mit weiteren Forderungen nach noch drastischeren Reformen "erniedrigen" zu wollen. Im Gespräch mit dem Sender Mega TV hatte Dimitrios Papadimoulis, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, zudem von einem Versuch gesprochen, die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras stürzen zu wollen.

    In Athen herrscht darüber hinaus die Sorge, dass es einige EU-Länder darauf abgesehen hätten, die Verhandlungen  über die jüngsten Spar- und Reformvorschläge aus Hellas mit Absicht scheitern zu lassen.

  • Für eine Lösung des Schuldendramas um Griechenland reicht eine Einigung der Euro-Finanzminister allein übrigens nicht aus. Mindestens sieben Parlamente der Euro-Zone müssten dem zustimmen - der Bundestag sogar gleich zweimal.
    In den meisten Ländern steht die Zustimmung trotz des Unmuts über Athen nicht in Frage.
    In Lettland und in der Slowakei,  die im Verhältnis zu ihrer Wirtschaftskraft den größten Anteil der
    griechischen Schulden trägt, könnte es aber knapp werden.
    Sollte ein Schuldenschnitt ins Spiel kommen, dürfte es auch anderswo kompliziert werden.
  • Stimmt, genug ist genug! Griechenland MUSS den Euro UND die EU verlassen. Jeder Teuro,der nach Griechenland fließt, ist eh verloren.Thorvaldum 10:59

    Das ist die oberflächliche Meinung vieler Leute. Zu Bedenken gebe ich dazu:

    1. Hätte Europa und die Welt nach dem Zweiten Weltkrieg genauso gnadenlos über Deutschland geurteilt, wäre unser Land heute niemals in der mächtigen und komfortablen Lage, in der es ist.

    2. Bislang ist noch kein deutsches Steuergeld nach Griechenland geflossen. Im Gegenteil: Bislang hat die deutsche Volkswirtschaft an der Griechenland-Krise ganz gut verdient.

    Sehr geehrter Herr Eger, zu Ihrer subjektiven Meinung um 11.13 Uhr. Punkt 1: Ich wusste gar nicht, dass Griechenland Krieg gegen die EU geführt hat?! Punkt 2: Nicht die deutsche Volkswirtschaft hat an der Griechenland-Krise verdient, sondern hauptsächlich die Banken und Spekulanten. Wie immer kommt beim normalen Bürger nichts an. Wenn Sie schon Ihre subjektive Meinung zum Besten geben, dann bitte fundiert!Darianum 12:23

    Dazu: Es stimmt, das war eine subjektive Äußerung, aber selbst die größten Fachleute scheinen in der Griechenland-Frage kaum noch objektiv zu sein.
    Und zur Frage, wie fundiert eine Meinungsäußerung sein kann, zwei Links. Ich versuche zumindest nicht völlig unfundiert zu sein:
    1. Deutschland verdient mit Greichen-Hilfe Millionen
    2. So viel Geld verdient Deutschland an der Euro-Krise

    Es sollte auch nicht bestritten werden, dass in Griechenland und in der EU (auch von Helmut Kohl) über Jahre, nein Jahrzehnte eine verhängnisvolle Politik gemacht wurde - aber bluten dafür muss bislang vor allem die griechische Bevölkerung. Und das in einem Ausmaß, das wir uns in Deutschland kaum vorstellen können.

  • Athener Minister weist Schäuble-Vorschlag scharf zurück

    Der griechische Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis hat
    den Vorschlag von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble einer fünfjährigen Auszeit Griechenlands in der Eurozone scharf zurückgewiesen. Dies sei nur ein politisches Manöver, das dazu diene, eine Einigung in der Euro-Gruppe zu torpedieren, sagte der Minister am Sonntag dem TV-Sender Mega.

    Auch in Deutschland trifft Schäubles Vorschlag auf Widerspruch: SPD-Fraktionsvize Axel Schäfer verlangte er in der "Welt am Sonntag": "Wer sich monatelang am 'Grexit' besoffenredet, wird bei der Euro-Rettung einen Brummschädel haben."

    Schäfer warf der Union vor, Mitverantwortung für eine wachsende europakritische Stimmung zu tragen: "Von der Europapartei Kohls und Adenauer ist wenig übriggeblieben. Europapartei CDU isch over", schwäbelte er in Anspielung auf einen Satz Schäubles, der zum Auslaufen des zweiten griechischen Rettungspakets gesagt hatte: "Dann isch over."

    Auch von
    den Grünen wird Schäuble hart angegangen. Über den haushaltpolitischen Sprecher im Bundestag, Sven-Christian Kindler, wurde getwittert:


  • "Niemand blockiert Griechenland-Deal"

    Den Vorwurf, eine Einigung im Schuldenstreit würde gezielt torpediert werden, haben einige EU-Staaten vehement zurückgewiesen. So sagte etwa der finnische Finanzminister Alexander Stubb, niemand blockiere da. Die von Griechenland gemachten Zusagen reichten jedoch nicht aus. Er sei weiter hoffnungsvoll, aber eine Einigung sei sehr weit entfernt.

    Sein Minister-Kollege aus Österreich, Hans Jörg Schelling, sieht das genauso. Sein Land pocht auf ausreichende Garantien von Griechenland.
  • Angeregte Diskussionen beim heutigen Treffen der Euro-Finanzminister in Bildern:

    ... zum Beispiel der neue griechische Finanzminister Tsakalotos mit IWF-Chefin Lagarde ... (Foto: dpa)

    ... oder der deutsche Finanzminister Schäuble (rechts) mit seinem französischen Kollegen Sapin. (Foto: dpa)

  • Neben Deutschland macht vor allem Finnland Druck auf Athen: Nach Angaben von Finanzminister Alexander Stubb berät die Eurogruppe derzeit über zehn bis 15 strikte Konditionen, die das griechische Parlament als Gegenleistung für ein neues Hilfsprogramm erfüllen muss. "Wir verhandeln über die Gesetze, die Griechenland sofort umsetzen muss. Diese Gesetze schaffen Vertrauen."
  • Ist der "Grexit" vom Tisch? "Definitiv ja"

    Das hat zumindest der Finanzminister Zyperns im Vorfeld des Euro-Länder-Treffens zur Griechenland-Krise gesagt. Gleichzeitig sagt
    Harris Georgiades, Griechenland brauche einen ambitionierten Reformplan - diese Erkenntnis ist nicht neu. Aber seine Aussage könnte darauf hindeuten, dass sich die EU-Länder verpflichtet haben, eine Lösung zu finden.
  • Die haben gut reden im Ausland. Den Löwenanteil tragen wieder alle in Deutschland lebenden Steuerzahler. Und wer glaubt denWirklich daran, das auch nur ein Euro zurück gezahlt wird.p_iraum 13:11

    ... das ist ein weit verbreitetes Vorurteil, aber ein falsches. Natürlich haftet Deutschland als einwohnerstärkstes Land in der EU absolut mit der höchsten Summe. Heruntergebrochen auf jeden Einzelnen haften Bürger anderer EU-Staaten aber mehr:

    Dieser Artikel über die Mechanismen des Rettungsschirms von 2012 gilt noch immer.
  • Litauen dementiert angebliche Forderungen nach "Grexit auf Zeit"

    Als "völligen Unsinn" hat Litauens Finanzminister Rimantas Sadzius Berichte über angebliche Forderungen seines Landes nach einer fünfjährigen Euro-Auszeit Griechenlands bezeichnet. Bundesfinanzminister Schäuble hatte das ins Spiel gebracht. Sadzius sagte am Rande des Euro-Finanzminister-Treffens, die Gespräche über die Spar- und Reformpläne aus Athen seien "wirklich schwierig".
  • Zur Person Schäuble und dem Vorschlag "Grexit auf Zeit" haben unsere User sehr unterschiedliche Meinungen. Ein paar Beispiele:
    Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende! Keine weiteren Hilfsaktionen für Griechenland! Wer so unsolidarisch ist, gehört nicht mehr dazu. Griechenland hat die Chance der letzten fünf Jahre vertan!chronosum 13:20
    Herr Schäuble ist wohl der einzige der hier noch richtig rechnen kann.GWBum 13:21
    Mehr Spannungen zwischen Deutschland und Griechenland kann es kaum geben. Ich bin Herrn Schäuble sehr dankbar, dass er so bedacht mit der aktuellen Situation umgeht. Herr Schäuble, bleiben Sie Ihrer Linie treu denn sie repräsentiert mehrheitlich den Willen des deutschen Volkes!JimmyXL59um 13:27
    Vielleicht wäre es der Sache dienlich, wenn nach Herrn Varoufakis auch der zweite Rambo - nämlich Herr Schäuble - die Verhandlungsrunde verlassen würde. Er will mit dem Kopf durch die Wand und Europa geht ihm offensichtlich am A. vorbei.Regnitzum 13:31
    Die Grenzöffnung und der Euro waren ein Verrat an der westdeutschen arbeitenden Bevölkerung. Aber jetzt auf einem Volk rum zu trampeln, das nicht mehr kann, wie der Schäuble, das ist blanker Zynismus und geradezu Sadismus. "Hüte Dich vor den Gezeichneten".Willium 13:32
    Herr Schäuble soll bitte zurücktreten.Margot Hoffmannum 13:34

  • Eine Ein-Personen-Demo vor dem Bundeskanzleramt in Berlin:

    (Foto: dpa)


  • "Grexit auf Zeit" wäre "Grexit"

    Der vom deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble ins Spiel gebrachte Vorschlag eines vorübergehenden Euro-Abschieds stößt bei Ökonomen auf Bedenken.
    "Die Spannungen zwischen Griechenland und Resteuropa dürften zunehmen, wenn Griechenland wie ein Schuljunge vor die Tür geschickt wird - auf dass es Besserung zeige", sagt Deutsche-Bank-Experte Nicolaus Heinen. "'Grexit auf Zeit' ist 'Grexit'", betont Berenberg-Bank-Chefvolkswirt Holger Schmieding.

    Auch Luxemburg warnt Deutschland vor Planspielen zu einem Grexit. "Wenn Deutschland es auf einen 'Grexit' anlegt, provoziert es einen tiefgreifenden Konflikt mit Frankreich. Das wäre eine Katastrophe für Europa", sagt der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn der
    "Süddeutschen Zeitung".
  • "Mister Zickzack" unter Druck


    Sigmar Gabriels Kurs in der Griechenland-Frage verstört zunehmend die SPD-Mitglieder. Dass Teile der Basis bereits rebellieren, können SIe hier nachlesen.

  • Euro-Länder wollen Entscheidung zu Griechenland

    Die Staats- und Regierungschefs der Eurozone sind angeblich entschlossen, eine Entscheidung zu Griechenland zu fällen - wie auch immer. "Das ist ein entscheidender Augenblick in der europäischen Geschichte", sagte ein EU-Diplomat.

    Dank der kurzfristigen Absage des Gipfels mit allen 28 EU-Staaten bleibe den 19 Euro-Ländern mehr Zeit für Beratungen.
    Das Spitzentreffen der Euro-Chefs ist für 16 Uhr angesetzt.

    Dabei sei nur ein Konsens-Entscheid möglich - das heißt im Gegenschluss, dass ein einziger Staat einen Beschluss verhindern könnte. Falls sich die "Chefs" gegen die Verhandlungen mit Griechenland aussprechen sollten, drohen die Staatspleite und der Austritt aus dem Eurogebiet.

    Zurzeit verhandeln noch die Euro-Finanzminister in Brüssel. Die steuern nach Einschätzung eines EU-Diplomaten gerade auf eine Übergangslösung zu, um den Weg für den Beginn formaler Verhandlungen über ein weiteres Rettungspaket für Griechenland zu ebnen.

    Damit gebe es auch "grünes Licht" für die Europäische Zentralbank, die Nothilfen für griechische Banken wieder zu erhöhen. Ihnen droht ohne weitere Hilfen in den kommenden Tagen das Geld auszugehen.


    Scheint etwas einsam zu sein: der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos beim Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Im Hintergrund IWF-Chefin Lagarde. (Foto: dpa)

  • Tsipras will Kompromiss im Schuldenstreit

    Vor dem Auftakt des Euro-Krisengipfels gibt sich Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras bereit zu einem "ehrlichen Kompromiss". "Das schulden wir den Völkern Europas, die Europa vereint wollen und nicht gespalten", sagte Tsipras. "Wir können heute Abend eine Einigung finden, falls alle Seiten das wollen."
  • Hilft Russland Griechenland mit Energielieferungen?

    Die Regierung in Moskau erwägt, der angeschlagenen griechischen Wirtschaft mit direkten Brennstofflieferungen unter die Arme zu greifen.
    Russland wolle mit einer größeren Zusammenarbeit auf dem Energiesektor die Ankurbelung der griechischen Wirtschaft unterstützen, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak der Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

    "Deshalb prüfen wir derzeit die Möglichkeit, schon bald mit direkten Lieferungen von Energiequellen zu beginnen." Um welche Energieträger es dabei gehen soll, ließ Nowak offen. Nach seinen Angaben rechnet sein Ministerium mit einer entsprechenden Übereinkunft binnen weniger Wochen.


  • Das Schuldendrama
    um Griechenland beschäftigt offenbar auch die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS.



  • Griechenland-Beschlüsse werden "Chef-Sache"

    Das Treffen der Euro-Finanzminister ist vorbei. Eine Erklärung der Minister wurde an die Staats- und Regierungschefs geschickt. Nach Angaben von Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem liegt die Entscheidung nun bei deren Euro-Sondergipfel.

    von Ingo Konrad, t-online.de bearbeitet von Jan Eger, t-online.de 7/12/2015 2:20:23 PM
  • Zum Abschalten von der harten Politik empfiehlt sich zwischendurch ein wenig Kabarett zum Thema.

    Die Anstalt: Folge 10 Griechenland 31.03.2015 - Max Uthoff und Claus von Wagner - Bananenrepublik
    von Bananenrepublik1 via YouTube

  • Euro-Gruppe drückt aufs Tempo

    Nach Angaben des finnischen Finanzministers Alexander Stubb erwartet die Euro-Gruppe von Griechenland, erste Reformmaßnahmen bis zum Mittwoch durch das Parlament zu bringen.
    Man habe dazu ambitionierte Vorschläge gemacht. Die Forderungen der Finanzminister umfassten weitreichende Maßnahmen in den Bereichen Mehrwertsteuererhebung, Renten und Privatisierungen.
    von Ingo Konrad, t-online.de bearbeitet von Jan Eger, t-online.de 7/12/2015 2:44:18 PM
  • "Eine Reihe von großen Fragen" sei immer noch offen, sagte Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem. Darüber müssten nun die Staats- und Regierungschefs entscheiden, die zur Stunde in Brüssel zusammensitzen. Ersten Meldungen zufolge nehmen die Finanzminister auch das griechische Parlament in die Pflicht, das bis Mitte der Woche eine Reihe von Reformen beschließen müsse. Erst dann könne es Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket geben. Auf die Frage, ob ein "Grexit" vom Tisch sei, sagte Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling: "Aktuell ist er vom Tisch".
  • Dann könnte man ja allen mal zurufen: Macht doch mal Pause von der Währung

    Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann zum Vorschlag eins Grexits auf Zeit.

  • So sieht es aus, wenn die Mächtigen der Euro-Zone zusammensitzen.


  • Gibt es im griechischen Schuldendrama heute in Brüssel eine Lösung oder nicht? Die Euro-Finanzminister wollen die endgültige Entscheidung  den Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone überlassen, die zur Stunde zusammensitzen. Vom zuvor beendeten Treffen der Euro-Gruppe ist nur wenig nach außen gedrungen. Laut Diplomaten sollen aber mehr als zehn Staaten skeptisch gegenüber Griechenland aufgetreten sein. Darunter Deutschland. Unterstützung für Athen soll es vor allem von Frankreich gegeben haben.
  • Dass nach wie vor viele Euro-Staaten skeptisch gegenüber den griechischen Vorschlägen sind, scheint auch dieser Tweet des ZDF-Korrespondenten Stefan Leifert zu unterstreichen, der den Präsidenten des EU-Parlaments zitiert.


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