Live-Blog zur Griechenland-Krise
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Live-Blog zur Griechenland-Krise

Verfolgen Sie die Entwicklungen in der Griechenland-Krise in unserem Live-Blog.

    IWF: Aufschub für Griechenland nicht möglich

    Der IWF darf nach Ansicht seines Chefvolkswirts dem Antrag des von der Staatspleite bedrohten Griechenlands auf Aufschub von Kreditrückzahlungen nicht stattgeben. Athen sei im Zahlungsverzug und dürfe daher unter den IWF-Statuten keine weitere finanzielle Unterstützung bekommen, sagte Olivier Blanchard.

    Der von der griechischen Regierung gewünschte Aufschub würde aber einer finanziellen Hilfe gleichkommen.

    Griechenland war in der vergangenen Woche als erstes Industrieland beim Währungsfonds in Zahlungsverzug geraten. Athen ließ die Frist für eine fällige Rate von 1,5 Milliarden Euro verstreichen. Zuvor hatten Griechenlands Euro-Partner ihr Hilfsprogramm für Athen auslaufen lassen, nachdem Verhandlungen über eine Verlängerung geplatzt waren.
    Was bedeutet "Umschuldung"?

    Eine Umschuldung bei Staaten funktioniert im Prinzip nicht viel anders als bei Privatleuten. Ziel ist es, die Schuldenlast zu vermindern, damit der Schuldner auf längere Sicht wieder geliehenes Geld zurückzahlen kann.

    Dabei gibt es im wesentlichen drei Möglichkeiten: eine Verlängerung der Rückzahlungsfristen, tilgungsfreie Zeiten sowie eine Senkung der Zinslast.

    Dadurch wird über die Konditionen die Struktur der laufenden Kredite verändert, weshalb im  englischen Sprachraum immer wieder von einer Umstrukturierung der Schulden ("debt restructuring") die Rede ist.

    Allerdings kann eine solche Umstrukturierung gleichfalls eine Verringerung der Schulden beinhalten - also einen teilweisen Erlass, der auch als Schuldenschnitt oder im Englischen als "haircut" ("Haarschnitt") bezeichnet wird.

    Die 
    Euro-Länder haben Griechenland bereits 2012 bessere Konditionen zugestanden: Damals wurden Kreditlaufzeiten auf durchschnittlich 30 Jahre verlängert, die Geldgeber senkten die Zinsen oder verzichten für mehrere Jahre auf Zinszahlungen.
    Zudem muss Athen mit den eigentlichen Rückzahlungen auf die beiden bisherigen Hilfspakete erst ab 2020 beziehungsweise 2023 beginnen.


    Quelle: imago / Xinhua

    Plädoyer für Umschuldung: EU und IWF kommen Tsipras entgegen

    Kommt es in der Griechenland-Krise doch zu einer Umschuldung? Mit EU-Ratspräsident Donald Tusk und Christine Lagarde, Direktorin des Internationalen Währungsfond (IWF), hat diese Idee zwei prominente Befürworter.

    Tusk hat vor dem Gipfel EU am Sonntag einen realistischen Plan für den Umgang mit der griechischen Schuldenlast gefordert. Neben den noch im Laufe des Donnerstags fälligen Reformvorschlägen Athens müsse es einen "realistischen Vorschlag von Gläubigern zur Schuldentragfähigkeit" geben, "um eine Win-Win-Situation zu schaffen", erklärte Tusk.

    Zuvor hatte
    Lagarde gefordet, Griechenland müsse seine Schulden umstrukturieren. Eine Umschuldung müsse Teil der finanziellen Rettung sein. Der Fond habe immer zu diesem Schritt geraten - in Verbindung mit Reformen. An dieser Ansicht habe sich nichts geändert.

    Griechenland stecke in einer "akuten Krise", sagte Lagarde.
    "Der IWF bleibt der Suche nach einer Lösung, um in Griechenland Stabilität und ein tragfähiges Schulden-Niveau wiederherzustellen, voll verpflichtet."


    Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras besteht darauf, dass bei dem bevorstehenden Gipfel ein Schuldenerlass Teil einer Lösung der Krise seines Landes sein sollte.
    Deutschland widersetzt sich bislang Forderungen nach einem Schuldenschnitt ohne Reformen.

    Zahlen verdoppelt: Mehr Flüchtlinge orientieren sich Richtung Griechenland

    www.t-online.deGriechenland hat nicht nur schwere finanzielle Probleme, sondern muss sich auch auf stark steigende Flüchtlingszahlen aus dem Mittelmeerraum einstellen.
    Tausende demonstrieren in Athen für den Verbleib im Euroland

    Tausende haben am Abend in Athen für einen Verbleib Griechenlands im Euroland demonstriert. Die Kundgebung stand unter dem Motto: "Wir bleiben in Europa" statt. Die Menschen forderten, dass sich die Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras mit den Partnern und Gläubigern verständigt, damit Griechenland den Euro als Währung behalten kann.

    Zu der Demonstration hatten Sympathisanten und Wähler der oppositionellen konservativen Partei Nea Dimokratia sowie der Sozialisten (Pasok) und anderer pro-europäischer Organisationen und Vereinigungen aufgerufen.
    Parlament in Athen könnte schon Freitag beraten

    Das griechische Parlament könnte Medienberichten zufolge bereits am Freitag über ein Sparprogramm der Regierung beraten.
    Die Abstimmung könnte am Freitag- oder am Samstagabend stattfinden, berichteten griechische Fernsehsender und Nachrichtenportale übereinstimmend weiter. Dem Vernehmen nach geht es um ein mehr als zwölf Milliarden Euro schweres Programm. Das Programm muss bis Donnerstagnacht 24 Uhr nach Brüssel geschickt werden.
    Minister warnt vor "Plünderung" Griechenlands

    In der griechischen Regierung regt sich auch Widerstand gegen ein drittes Rettungspaket.
    Energieminister Panagiotis Lafazanis warnte wenige Stunden vor Ablauf der Frist zur Vorlage konkreter Reformvorschläge vor einer Vereinbarung mit den Gläubigern, die Griechenland und sein Volk "ausliefere, plündere und unterjoche". Die griechischen Wähler hätten am Wochenende gegen die Reformauflagen der Gläubiger gestimmt. Dieses Nein dürfe nicht zu einem demütigenden Ja gemacht werden.

    Panos Kammenos (links) und Alexis Tsipras. (Quelle: rtr) 

    Syriza-Partner: Athen legt Vorschläge in Kürze vor

    Die griechische Regierung hat versichert, ihre Vorschläge für Wirtschaftsreformen fristgerecht einzureichen. Die Liste mit konkreten Vorhaben werde in "wenigen Stunden" vorgelegt, sagte Verteidigungsminister und Chef der rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen (Anel), Panos Kammenos, nach einer Sitzung des Ministerrates.

    Seine Partei ist der kleinere Koalitionspartner der Regierungspartei Syriza. Ein Reformkonzept aus Athen wird noch heute erwartet. Findet es die Billigung des EU-Sondergipfels am Sonntag, könnten danach die Details der Auflagen für weitere Hilfen ausgehandelt und ein Staatsbankrott womöglich in letzter Minute noch abgewendet werden.

    Eine Sprecherin der EU-Kommission erklärte gegen 18.30 Uhr, bisher sei kein Vorschlag Athens in Brüssel eingegangen. Die Frist dafür läuft um Mitternacht ab.
    von Alexander Graßhoff,... bearbeitet von Julian Moering 7/10/2015 4:28:50 AM
    Umfassendes Reformangebot

    Athen hat die geforderte Reformliste fristgerecht eingereicht.
    In vielen Punkten entspricht das Athener Schreiben genau dem letzten Kompromissangebot der Gläubiger von Ende Juni. Doch dieses Angebot ist mit dem Abbruch der Verhandlungen vor dem griechischen Referendum am vergangenen Wochenende ausgelaufen. Brüsseler Diplomaten betonen mittlerweile, inzwischen seien zusätzliche Anstrengungen nötig geworden. Denn die Lage habe sich wegen geschlossener Banken und Kapitalverkehrskontrollen dramatisch verschlechtert.
    Spannende Abstimmung im griechischen Parlament

    Ausgerechnet das eigene Parlament könnt Tsipras noch einen Strich durch die Rechnung machen.
    Denn heute Abend berät die Volksvertretung über den Gesetzesentwurf zum neuen Sparprogramm und somit auch über das neue Hilfsprogramm.  Im Schnellverfahren soll Finanzminister Euklid Tsakalotos beauftragt werden, die nötigen Verträge mit den Gläubigern zu abzuschließen. Dabei könnte es für die Pläne von Tsipras vor allem aus den eigenen Reihen Gegenwind geben: Große Teile der Syriza-Partei sollen nicht erfreut sein über das Sparprogramm. Am Ende könnten es sogar die Oppositionsparteien sein, die grünes Licht geben.
    von Julian Moering bearbeitet von Christian Kreutzer 7/10/2015 5:22:24 AM
    Kurz nach 23 Uhr hat Martin Selmayr, Kabinettschef von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, das Eintreffen der Reformliste aus Athen per Twitter bestätigt. Darin steht: "Jetzt erhalten. Unterschrieben. Drei Instutionen werden nun prüfen."


    von Julian Moering bearbeitet von Christian Kreutzer 7/10/2015 5:29:37 AM
    Zwei Hürden auf dem Weg zu neuen Reformen

    Auch IWF-Chefin Christine Lagarde muss den vorgelegten Reformvorschlägen noch zustimmen. (Quelle: dpa)

    Um den Weg für die von Athen vorgeschlagenen Reformen und somit für ein neues ESM-Hilfspalket freizumachen, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Erstens muss - wie weiter unten erwähnt - das griechische Parlament den Plänen ihres Ministerpräsidenten Tsipras zustimmen. Zweitens müssen die Gläubiger die Reformliste absegnen und für ausreichend befinden.

    Die Vorschläge werden zur Zeit von Experten der EU-Kommission, der EZB und des IWF ausgewertet. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem will sich erst nach Abschluss der Prüfung äußern.
    Tausende Euro-Befürworter demonstrieren vor dem Parlament


    Gestern Abend haben sich tausende Euro-Befürworter vor dem Parlament in Athen versammelt und für den Verbleib Griechenlands in der Eurozone demonstriert.
    Die Kundgebung stand unter dem Motto: "Wir bleiben in Europa".

    Zu der
    Demonstration hatten Sympathisanten und Wähler der oppositionellen konservativen Partei Nea Dimokratia sowie der Sozialisten (Pasok) und anderer pro-europäischer Organisationen und Vereinigungen aufgerufen.
    von Julian Moering bearbeitet von Christian Kreutzer 7/10/2015 5:53:18 AM
    So sieht sie aus, die Reformliste aus Athen. "Zwei schmucklose Word-Dokumente", wie die Kollegen von der dpa sagen, die das Dokument vorliegen haben. Eines in Englisch, eines in Griechisch.

    Quelle: dpa


    Das sagen führende Ökonomen zu den Vorschlägen der Griechen:

    Marco Bargel, Postbank-Chefvolkswirt: Die Griechen machen einen Schritt auf die Gläubiger zu. Das war nicht zu erwarten nach dem Referendum am Sonntag. Wir sehen eine deutlich gestiegene Chance auf eine Einigung am Wochenende. Griechenland ist offenbar bereit, ein drittes Reformpaket abzuschließen. Die Märkte setzen ganz klar auf einen erfolgreichen Abschluss am Wochenende.

    Jörg Krämer, Commerzbank: Bis auf kosmetische Korrekturen hat die griechische Regierung jetzt die Reformliste eingereicht, die sie ihrer eigenen Bevölkerung vor einer Woche empfohlen hat abzulehnen. Sie kann das ihren Wählern nur verkaufen, wenn sie an anderer Stelle mehr herausholt. Das spricht für weitere Schuldenerleichterungen - sei es in Form niedrigerer Zinsen, längerer Laufzeiten oder einer Absenkung des Rückzahlungsbetrags. Eine Einigung ist damit etwas wahrscheinlicher geworden - wobei man bedenken sollte, dass diese wohl einen faulen Kompromiss darstellen würde. Denn Griechenland würde wie üblich nur Reformgesetze versprechen. Die wurden bislang häufig nicht umgesetzt.


    Griechenland bittet um 53,3 Milliarden Euro

    Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras hat um neue Hilfen gebeten. (Quelle:  Reuters)

    Den formellen Antrag auf ein neues Hilfspaket hat Griechenland bereits am Mittwoch gestellt.
    Jetzt ist klar: Athen bittet um weitere 53,3 Milliarden Euro. Das geht aus einem Gesetzentwurf an das Parlament in Athen hervor.
    Die Kredite sollen aus dem Euro-Rettungsschirm ESM kommen.

    Schon heute Abend möchte die Regierung ihre Vorschläge vom Parlament absegnen lassen
    Gleichzeitig werden sie von den EU-Finanzministern geprüft.

    Die Vertreter der Geldgeber, EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) erwarten konkrete Zusagen als Voraussetzung für weitere Finanzhilfen.


    Mittlerweile sind erste Details aus der Reformliste bekannt.
    Die griechische Regierung will unter anderem die ermäßigten Mehrwertsteuersätze für Inseln abschaffen.

    Auch beim Thema Renten schraubte Athen frühere Forderungen herunter.
    So will Tsipras das gesetzliche Rentenalter grundsätzlich früher als ursprünglich angeboten auf 67 Jahre anheben. Auch die Militärausgaben sollen sinken, allerdings nicht so stark wie zuletzt von den Gläubigern verlangt.

    Wie sieht eigentlich so eine Reformliste aus? Die Kollgen von der dpa haben uns dankenswerterweise das ganze Dokument zukommen lassen. Hier können Sie mal einen Blick reinwerfen. Sie sollten aber zumindest Griechisch oder Englisch verstehen...


     Mit jeder Menge Stempeln, Unterschriften und Notizen: Die griechische Reformliste. (Quelle: dpa)

    Positive Stimme aus Frankreich

    Frankreichs EU-Minister Harlem Desir hält die griechischen Reformvorschläge für glaubwürdig. Europa müsse
    Griechenland nun unterstützen, damit es in der "europäischen Familie" bleiben könne, sagt er im französischen Rundfunk.
    Mangelnde Ernsthaftigkeit vs. Fortschritt

    Während Unions-Fraktionsvize Hans-Peter Friedrich nicht an die Ernsthaftigkeit der Athener Reformvorschläge glaubt, hält SPD-Fraktionsvize Axel Schäfer die Reformliste für einen Fortschritt.


    Das Papier sei "ein wichtiger Fortschritt, weil sich sowohl die Regierung als auch die wichtigsten Oppositionsparteien darauf verständigt haben", sagte er im SWR.
    In Frankreich herrscht Optimismus

    Nachdem bereits der französische EU-Minister sich positiv zur Reformliste geäußert hat (siehe unten), zeigt sich nun auch Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron zuversichtlich. In den vergangenen Tagen habe es große Fortschritte gegeben. Es gebe Grund für Optimismus, was eine Einigung mit Griechenland angehe.
    Unions-Fraktionsvize Friedrich hält Griechen für Trickbetrüger

    Kaum liegen die Reformvorschläge auf dem Tisch, werden auch schon wieder erste Stimmen laut, die die Ernsthaftigkeit der Athener Absichten in Frage stellen.
    Vor allem führende Unions-Politiker haben ihre Zweifel.

    Hans-Peter Friedrich hat Zweifel an der Ernsthaftigkeit der griechischen Regierung. (Quelle: dpa)

    Ralph Brinkhaus, Fraktionsvize im Bundestag, stellte im ZDF die Frage: "Wie glaubhaft ist es, dass diese Reformliste auch umgesetzt wird?"
    Sein Kollege in der Fraktionsführung, Hans-Peter Friedrich von der CSU, packte im Deutschlandfunk noch eine Schippe drauf. So oder so seien die Griechen Trickbetrüger, oder wie er wörtlich sagte: "Entweder die griechische Regierung trickst ihr eigenes Volk aus oder wieder mal uns" - Realismus oder Stimmungsmache?

    Der ehemalige Bundesinnenminister lässt auch
    an der EU-Kommission kein gutes Haar. "Da habe ich sehr wenig Vertrauen", sagte er. In Sachen Griechenland könne man EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker "auch eine alte Zeitung schicken mit Unterschrift, und dann würde der sagen toll, toll, toll. Das ist jetzt die Basis".
    Zustimmung im Parlament wahrscheinlich: Syriza signalisiert grünes Licht

    Es zeichnet sich ab, dass Tsipras' Gesetzesentwurf zum Sparprogramm im Athener Parlament heute Abend auf Zustimmung stößt. Die linke Regierungspartei Syriza hat bereits Zustimmung signalisiert. Zudem gilt als sicher,  dass auch die Oppositionsparteien mehrheitlich hinter dem Maßnahmenkatalog stehen.

     Ministerpräsident Tsipras bekommt bei einem Treffen der Syriza-Fraktion Applaus. (Quelle: dpa)

    Bereits am Vormittag kam die Syriza-Fraktion hinter verschlossenen Türen zusammen, um über die Maßnahmen zu beraten. Der linke Parteiflügel ist aufgebracht. Dennoch soll die Mehrheit bereit sein, Ministerpräsident Alexis Tsipras zu unterstützen

    Der Sprecher der Syriza-Parlamentsfraktion, Nikos
    Filis, ist zuversichtlich, dass die Volksvertretung im Laufe des Tages der Regierung ein Mandat erteilen wird, mit den Gläubigern über erste Reformschritte zu verhandeln.

    Tsipras' Plan: Zunächst soll das Parlament die Regierung ermächtigen, mit den Gläubigern entsprechende Verträge zu schließen.
    Zu einem späteren Zeitpunkt soll dann über die Umsetzung der anvisierten Maßnahmen abgestimmt werden.

    Gläubiger treffen sich zur Beratung

    Um 13 Uhr wollen die Gläubiger in Person von IWF-Chefin Christine Lagarde, EZB-Chef Mario Draghi und Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem zusammenkommen und über die Reformvorschläge beraten.
    Sechs Parlamente müssen Reformpaket absegnen

    Sollte die Eurogruppe die Reformvorschläge durchwinken, müssen bis zur Einigung noch sechs weitere Hürden genommen werden. Neben dem deutschen Bundestag müssen auch die Parlamente in den Niederlanden, in Estland, der Slowakei, Slowenien und Finnland über das Maßnahmenpaket entscheiden.
    Leser "eswmuc" fordert ein Faustpfand von Griechenland:

    Welche Sicherheiten bietet Griechenland, dass die Reformen auch ausgeführt werden. Ein Faustpfand wie z. B. Übereignung der Inseln würde die Regierung dazu zwingen.eswmucum 12:23


    Quelle: dpa 

    Griechenland braucht Hilfe - auch beim Thema Flüchtlinge

    Täglich etwa 100 Flüchtlinge an den Küsten des Landes - Griechenland kann das Problem nicht mehr alleine bewältigen. Deshalb fordert das UN-Flüchtlingshilfswerk die EU auf, dem Land zu helfen. Die meisten Flüchtlinge stammen aus Syrien, andere aus Afghanistan, Irak, Eritrea und Somalia. "Wir erwarten, dass die EU ihr Notfallkonzept aktiviert, denn Griechenland ist ein Teil der EU", so William Spindler vom UNHCR. "Griechenland braucht dringend Hilfe, und wir erwarten, dass Europa da einen Schritt vorwärts geht."
    Die Börse feiert - ein wenig: 

    von Alexander Graßhoff,... bearbeitet von Martin Mrowka 7/10/2015 10:43:51 AM
    Intensive Beratungen

    Die neuen Reformvorschläge führen zu intensiven Beratungen unter den Spitzenvertretern der Geldgeber. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, IWF-Chefin Christine Lagarde, EZB-Präsident Mario Draghi und Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem sprechen in einer Telefonkonferenz miteinander.

    Quelle: ddp images 

    Wagenknecht spricht von Erpressung

    Sahra
    Wagenknecht hat den Geldgebern in der Griechenlandkrise Erpressung vorgeworfen. Die jetzt vorgelegte Liste aus Athen mit Reformvorschlägen entspreche weitgehend den Kürzungsplänen, die 60 Prozent der Griechen gerade im Referendum abgelehnt hätten. "Offenbar sieht die griechische Regierung angesichts der Erpressung durch IWF, EZB und EU-Technokraten, geschlossener Banken und verzweifelter Menschen keinen anderen Ausweg mehr", sagte Wagenknecht. "Wird das Programm so beschlossen, geht die griechische Tragödie nur in eine erneute Verlängerung."

    Hollande würdigt neue Vorschläge - Konfrontation zur Union

     Francois Hollande (re.) ist von den Alexis Tsipras' Vorschlägen überzeugt. (Quelle: Reuters)

    In Frankreich sieht man die neuen Reformvorschläge aus Griechenland positiv. Präsident Francois Hollande lobt die genannten Maßnahmen zur Beilegung des Schuldenstreits als "glaubwürdig" und "ernsthaft". Es sei aber noch nichts beschlossen, sagte er in Paris. "Die kommenden Stunden werden wichtig sein."

    Bereits in den vergangenen Wochen hatte sich Hollande verstärkt für einen Kompromiss zwischen Athen und den Gläubigern eingesetzt. Damit geht er weiter auf Konfrontation zum Kurs der Union in Deutschland. Kanzlerin Angela Merkel hatte erst gestern die harte Haltung der Bundesregierung unterstrichen, indem sie einen möglichen Schuldenschnitt erneut kategorisch abgelehnt hatte. Damit ging sie auch auf Distanz zu IWF-Chefin Christine Lagarde und EU-Ratspräsident Donald Tusk, die für eine Umschuldung plädiert hatten.

    In den Reihen der Union ist man skeptisch bis feindselig. Unions-Fraktionsvize Hans-Peter Friedrich sagte im Deutschlandfunk:
    "Entweder die griechische Regierung trickst ihr eigenes Volk aus oder wieder mal uns". Sein Kollege Ralph Brinkhaus, ebenfalls Fraktionsvize, stellte im ZDF die Frage: "Wie glaubhaft ist es, dass diese Reformliste auch umgesetzt wird?"

    Paris fordert allerdings, d
    ie Verhandlungen müssten nun wieder aufgenommen werden mit dem Ziel, ein Abkommen zu erreichen: Wirtschaftsminister Emmanuel Macron sagte, nach großen Fortschritten in den vergangenen Tagen gebe es Grund zu Optimismus, was eine Einigung mit Griechenland angehe. 
    von Julian Moering bearbeitet von Christian Kreutzer 7/10/2015 11:34:12 AM

    Die Bedeutung Griechenlands geht für die deutsche Wirtschaft stark zurück


    Geht es nach den deutschen Unternehmen, könnte man Griechenland fallen lassen. In einer aktuellen Analyse der DZ Bank heißt es, ein möglicher "Grexit" habe für deutsche Firmen nur noch wenig Konsequenzen.


    Das Mittelmeer-Land hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren: Von 2009 bis 2012 sind die Exporte deutscher Unternehmen nach Griechenland um über 60 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro eingebrochen - und seitdem kaum mehr nennenswert gestiegen.


    Ausfuhren nach Griechenland machten demnach mit 0,4 Prozent in den ersten vier Monaten 2015 nur einen sehr geringen Anteil der deutschen Exporte aus. Bei den Ausfuhren sei Griechenland von Platz 27 der wichtigsten Handelspartner Deutschlands im Jahr 2008 auf Platz 38 im Jahr 2014 abgerutscht.


    Bei den Importen fiel der Rückgang von Rang 42 auf Rang 47 demnach etwas glimpflicher aus. Einfuhren aus dem südeuropäischen Land waren in den ersten vier Monaten dieses Jahres nur noch für 0,2 Prozent der gesamten Importe verantwortlich.


    Die Bedeutung der Euroland-Partner für die griechische Wirtschaft ist hingegen weiterhin extrem hoch.

    von Martin Mrowka bearbeitet von Bernhard Vetter, t-online.de 7/10/2015 12:01:00 PM
    Leserin Steffi63 schlägt weitere Bedingungen bzw. Fristen vor, an die sich die Griechen halten müssten, um neue Hilfsgelder zu bekommen: 
    Man sollte den Griechen die Möglichkeit einräumen ihre Schulden zu strecken. Bedingung dafür muss jedoch sein, dass binnen einer Frist von sechs Monaten eine funktionierende Steuerverwaltung aufgebaut wird unter der Leitung der Troika. Sonst stehen wir in drei Jahren wieder vor dem gleichen Problem.steff63um 12:39
    von Martin Mrowka bearbeitet von Christian Kreutzer 7/10/2015 12:13:28 PM
    Leser lebensleistung schreibt:

    In drei Jahren wird alles genau so sein wie jetzt. Nur die Summen werden höher. Das schafft aber eine Menge Arbeit für Kommentatoren.lebensleistungFreitag, 10. Juli 2015 am 14:33

    Er könnte Recht behalten.
    Dijsselbloem nennt Athens Vorschläge "umfangreich"


    Während Berlin zurückhaltend auf die Vorschläge aus Athen reagiert, kommt  von
    Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem ein vorsichtig positives Signal: Die Vorschläge der Tsipras-Regierung seien "umfangreich", so der Vorsitzende der Finanzminister der Euro-Zone.

    Die Vertreter der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds würden nun rechnen und sehen, ob sie Sinn ergäben.

    "Welchen Weg wir auch immer gehen, wir müssen morgen eine sehr weitreichende Entscheidung treffen, also müssen wir vorsichtig sein", so der Niederländer. 

    Frankreichs Präsident François Hollande hatte die Vorschläge zuvor als "ernsthaft und glaubwürdig" gelobt. Die Bundesregierung lehnte eine inhaltliche Bewertung zunächst ab. 

    Nun sind die Institutionen an der Reihe, die Reformvorschläge der griechischen Regierung unter die Lupe zu nehmen. 

    Im Laufe des Tages sollen die Bewertungen an die
    Eurogruppe weitergeleitet werden. 
    von Christian Kreutzer bearbeitet von Bernhard Vetter, t-online.de 7/10/2015 1:28:19 PM
    Der Tourismusexperte Prof. Torsten Kirstges von der Jade Hochschule in Wilhelmshaven rechnet vor, wie viel teurer der Griechenland-Urlaub wird, wenn das Land tatsächlich die Mehrwertsteuer anhebt. Er kommt auf rund vier Prozent unter dem Strich, denn die Erhöhung würde nur 30 bis 40 Prozent des gesamten Reisepreises betreffen. Bei Flügen ändert sich zum Beispiel nichts.

    Spüren werden das zuerst Individualreisende, denn bei Pauschalreisen haben die Veranstalter ihre Preise in dieser Saison abgesichert. Hier würde sich das dann erst 2016 bemerkbar machen.

    Große Auswirkungen erwartet Kirstges nicht: Griechenland-Urlauber sind nicht so preissensibel wie beispielsweise Türkei-Touristen, sagt er: Sie halten dem Land eher die Treue, auch wenn es etwas teurer wird.
    Die deutschen Parteien sind sich nicht einig, wie sie den neuen Vorschlag Athens bewerten sollen. Hier ein kurzer Überblick:

    CDU
    Ralph Brinkhaus, Unions-Fraktionsvize, hat im ZDF-Morgenmagazin die Ernsthaftigkeit Athens bezweifelt. Ihn stört vor allem, dass die griechische Regierung wieder das vorlegt, was sie zuletzt verdammt hat.

    Wolfgang Bosbach, Bundestagsabgeordneter, ist weiterhin gegen ein neues Hilfspaket. Im Radiosender HR-info sagte er:
    "Wir sind bedroht worden, wir sind beleidigt worden und es sind Verhandlungen abgebrochen worden. Und diesen Politikansatz honorieren wir jetzt mit einem dritten Hilfspaket? Ich werde da jedenfalls nicht mitstimmen."

    CSU
    Hans-Peter Friedrich, Unions-Fraktionsvize und Ex-Minister, sieht das so ähnlich wie sein Kollege Brinkhaus. Er sagte im Deutschlandfunk: "
    Das heißt, jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die griechische Regierung trickst ihr eigenes Volk aus. Oder wieder mal uns." Und zu Reuters sagte Friedrich: "Ich glaube, dass Griechenland einen Neuanfang braucht mit einer eigenen Währung und mit gutwilliger Hilfe aller europäischen Nachbarn und Partner."

    SPD
    Axel Schäfer, Europapolitiker, sagte im SWR, das Papier sei "ein wichtiger Fortschritt, weil sich sowohl die Regierung als auch die wichtigsten Oppositionsparteien darauf verständigt haben. (...) Es braucht neue finanzielle Maßnahmen, die dann über einen sehr, sehr langen Zeitraum zurückzuzahlen sind."

    Grüne

    Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender, sagte: "Die griechische Regierung scheint mit der neuen Liste über ihren Schatten gesprungen zu sein. Jetzt ist es an den Gläubigern, sich ebenfalls zu bewegen. (...) Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. An diesem Satz muss sich Angela Merkel messen lassen."

    Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende, sagte im ZDF: "Ich bin dafür, dass die Regeln eingehalten werden müssen - aber dann, wenn sie eingehalten werden können. (...) Manche Regeln müssen in so einer Situation auch angepasst werden."

    Linke
    Sahra Wagenknecht, Fraktionsvize: "Offenbar sieht die griechische Regierung angesichts der Erpressung durch IWF, EZB und EU-Technokraten, geschlossener Banken und verzweifelter Menschen keinen anderen Ausweg mehr. Wird das Programm so beschlossen, geht die griechische Tragödie nur in eine erneute Verlängerung."
    Leser Ellin66 berichtet uns aus seinem Griechenland-Urlaub:
    Selten habe ich so hart arbeitendes Personal gesehen wie hier. Sämtliche Putzfrauen hatten drei bis vier Kinder zu Hause zu versorgen und eine 45 bis 54 Stunden-Woche im Hotel abzuleisten. Das Restaurant-Personal fing morgens um 7 Uhr an und ging um 22.30 Uhr. Dazwischen immer wieder kleinere Pausen von ein bis zwei Stunden. Einige Mitarbeiter erzählten uns, dass sie diesen Monat noch kein Gehalt bekommen hatten. Und bei allem Übel noch geschlossene Banken. In einer Versammlung wurde den Mitarbeitern "wärmstens" ans Herz gelegt beim Referendum mit Ja zu stimmen, denn sonst würden sie ihre Jobs verlieren, weil kein Tourist mehr nach Griechenland käme. Eine Schande ist das!Ellin66um 15:33

    Dazu schreibt Leser Number five:
    @Ellin66: Das ist der Typus Hotelbranche, das ist überall so. Auch in unserem Italien Urlaub im Mai diesen Jahres und in deutschen Kettenhotels. Das Personal sieht man von früh Morgens bis spät Abends. Fast nirgendwo arbeitet man länger für wenig Geld, als im Hotelbetrieb. Ist mir schon weltweit aufgefallen. Natürlich werden die dann bezahlt und sind nicht in der allgemeinen Ausnahmesituation wie in GR.Number fiveum 16:26

    Vermutlich liegt es einfach daran, dass ein Hotelbetrieb in einem Urlaubsland ein starkes Saisongeschäft hat. Im Winter gibt's dann weniger zu tun.

    Der neue griechische Finanzminister Euklides Tsakalotos hat keinen leichten Job. Hier ist er heute im Athener Parlament zu sehen, wie er seine Notizen durchliest. (Quelle: dpa)


    Hier nochmal übersichtlich zusammengefasst, was Griechenland zuletzt angeboten hat:
    (Quelle: dpa)


    Den Verdacht von Leser Andreas haben sicher viele:
    Jetzt wird eine tolle Liste vorgelegt, die Maßnahmen werden aber dennoch nicht eingehalten - bis dahin ist das Geld aber schon weg.Andreasum 16:32

    Dieses Foto wurde heute am Lambi-Strand auf der griechischen Insel Kos aufgenommen. Ist es dort immer so leer?
    (Quelle: dpa)


    Und noch ein Urlaubserlebnis von Leserin Paula:

    2008 war ich das erste Mal auf Kreta und habe mich über die Lebensverhältnisse dort gewundert. Familien haben auf engstem Raum zusammengelebt. Es fuhren dort Autos, die das Wort Auto nicht mehr verdienten. Eine ganze Familie fand Platz auf einem Motorrad (Kind auf dem Tank, Vater mittig und Mutter auf dem Sozius). Umzüge wurden mit offenen Transportern getätigt und das Transportgut von Menschen festgehalten usw. Da habe ich mich wirklich gefragt, ob ich in einem EU-Land bin. Es kam mir eher vor, wie in einem 3. Welt-Land. So ein armes Land braucht mehr Zeit, um sich zu entwickeln und vor allem braucht es eine Regierung, die das Geld der Reichen umverteilt. Schade, davon habe ich in der Reformliste nichts gesehen.Paulaum 16:51

    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will ein zweites Griechenland verhindern. Der "Spiegel" schreibt, künftig sollten Schuldensünder aus der Währungsunion geworfen werden können.

    Hier geht's zum Artikel bei "Spiegel Online".
    Interessanter Gedanke von Leser zweifler. Vielleicht ist das tatsächlich der Hintergrund für den Schwenk von Tsipras, den er seinem Volk als Erfolg verkaufen könnte:
    Das ist doch ein kluger Schachzug der Griechen gewesen. Man "liefert" jetzt einfach die zuvor abgelehnten Reformen (aber erst mal nur auf dem Papier), und dafür will man jetzt aber über 50 Milliarden haben. Vor zwei Wochen waren diese Vorschläge nur 15 Milliarden wert. Das nenne ich mal eine gute Taktik, respektive Wertsteigerung!zweiflerum 17:16

    Es ist übrigens doch nicht überall so leer wie auf dem Strand-Foto von vorhin. Auch dieses Bild hier entstand heute auf der griechischen Insel Kos:
    Quelle: dpa

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