Live-Blog zur Griechenland-Krise
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Live-Blog zur Griechenland-Krise

Verfolgen Sie die Entwicklungen in der Griechenland-Krise in unserem Live-Blog.

  • Treffen der griechischen Parteispitzen in Athen: Der Kurs Griechenlands ist nicht nur der Kurs der Syriza-Partei - die führenden Politiker der Regierungs- und Oppositionsparteien haben sich nun schriftlich dazu bekannt, Alexis Tsipras in den Gesprächen mit den Gläubigern zu unterstützen.

    Alle Parteien streben die sofortige Wiederherstellung der Banken-Liquidität an. Zudem soll in einem Hilfsabkommen das Problem der Schuldentragfähigkeit angegangen werden. (Quelle: dpa)

  • IWF will Griechenland weiter unterstützen

    Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat nach dem mehrheitlichen "Nein" beim griechischen Referendum seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, Griechenland wieder zu helfen: IWF-Chefin Christine Lagarde teilte mit, der Währungsfonds habe den Ausgang der Volksabstimmung "zur Kenntnis" genommen. "Wir beobachten die Situation genau und stehen bereit, Griechenland zu unterstützen, wenn darum gebeten wird."

    In der vergangenen Woche war Griechenland als erster Industriestaat beim IWF in Zahlungsverzug geraten. Athen ließ die Frist für eine fällige Rate von 1,5 Milliarden Euro verstreichen. Zuvor hatten Griechenlands Euro-Partner ihr Hilfsprogramm für Athen auslaufen lassen, nachdem Verhandlungen über eine Verlängerung geplatzt waren.

    Die griechische Regierung bemüht sich derzeit um einen Aufschub von Kreditrückzahlungen an den IWF - Lagarde schloss jedoch eine Fristverlängerung in den vergangenen Monaten klar aus. Solange Griechenland mit seiner Tilgung im Rückstand ist, darf der IWF dem Land laut seinen Statuten keine weiteren Finanzhilfen auszahlen.

    Bei dem Volksentscheid hatten am Sonntag gut 61 Prozent der Teilnehmer gegen die Forderungen der internationalen Gläubiger votiert. Die Griechen unterstützten damit klar das Vorgehen der Regierung des Linkspolitikers Alexis Tsipras im Schuldenstreit mit der EU und dem IWF. Dem Euro-Mitglied droht ohne weitere Finanzhilfen der Staatsbankrott. Die Geldgeber wollen weitere Unterstützung aber nur gegen Auflagen gewähren.
  • Für IWF-Chefin Christine Lagarde kam eine Fristverlängerung für die Rückzahlung der Griechenland-Kredite bislang nicht in Frage. Nach dem Referendum am Sonntag stellt sie Athen jedoch neue Hilfen in Aussicht. (Quelle: Reuters)

  • Das "Nein" der Griechen zu den Sparvorgaben der Gläubiger hat den europäischen Aktienmarkt am Montag weiter unter Druck gesetzt. Börsianer machten dafür die nochmals gestiegene Unsicherheit verantwortlich - sie sei Gift für die Anlegerlaune.

    Der EuroStoxx 50 rutschte zum Wochenauftakt auf das tiefste Niveau seit Februar ab. Der Eurozonen-Leitindex verlor letztlich 2,22 Prozent auf 3365,20 Punkte, nachdem er in der Vorwoche bereits um rund fünf Prozent eingebrochen war.
  • Aus Bankerkreisen verlautete vorhin, dass die griechischen Banken womöglich bis Freitag oder Montag nächste Woche geschlossen bleiben. Der Bankenverband des Landes bestätigte genau das nun schon einmal für Dienstag und Mittwoch - weiterhin dürfen die Bürger in dieser Zeit nur maximal 60 Euro pro Tag an Geldautomaten abheben.
  • Frankreichs Präsident Francois Hollande hat Angela Merkel vor einigen Minuten im Élysée-Palast in Paris begrüßt. Die beiden beraten über die Situation in Griechenland. Eine gemeinsame Erklärung wird innerhalb der nächsten Stunde erwartet. (Quelle: dpa)

  • Auch Nicht-Euro-Land Großbritannien sorgt sich angesichts der Krise in Griechenland: Die britische Regierung hat die Regierung in Athen und die Euroländer deshalb aufgefordert, zügig einen tragfähigen Kompromiss in der Schuldenkrise zu vereinbaren. "Es gibt keinen einfachen Ausweg", sagte Finanzminister George Osborne im Londoner Parlament.

    "Aber auch in letzter Minute drängen wir die führenden Köpfe der Eurozone und Griechenlands, eine nachhaltige Lösung zu finden." Auch Großbritannien werde von der Krise getroffen, die umso schlimmer werde, je länger sie andauere. "Niemand sollte sich irgendwelche Illusionen machen", so Osborne.

    Premierminister David Cameron versprach, alles Notwendige zu tun, um die britische Wirtschaft zu schützen. Die Downing Street teilte mit, dass Cameron am Montag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über den anstehenden Sondergipfel sprach. Ob der Premier für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone sei, sagte eine Sprecherin nicht. 
  • Die Europäische Zentralbank hält offenbar eine größere finanzielle Unterstützung des griechischen Bankensystems vorerst für unnötig. Die Banken könnten bis Mittwoch ohne zusätzliche Notfallkredite überleben, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg und beruft sich auf Insider.

    In Griechenland sollen die Banken laut der griechischen Regierung bis Mittwoch geschlossen bleiben. Wegen des schweren Liquiditätsproblems gelten seit vergangener Woche so genannte Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland.

    Der EZB-Rat wird laut Bloomberg voraussichtlich die bestehenden Notfallhilfen von knapp 90 Milliarden Euro beibehalten. Voraussetzung sei, dass - nach Einschätzung des Rates - eine Annäherung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern über die Finanzierung der Schulden des Landes möglich ist. 

    Die EZB hatte die sogenannten Ela-Kredite am vorletzten Sonntag eingefroren. Grund war der Abbruch der Verhandlungen mit den Geldgebern über ein Reform- und Sparpaket. An diesem Sonntag hatte das griechische Volk, die Spar- und Reformauflagen der Geldgeber abgelehnt.
  • In Warschau sind die Finanzminister Deutschlands, Polens und Frankreichs zusammengekommen. Griechenland sei bei dem Treffen aber nur ein Randthema gewesen, so Schäuble. Der französische Finanzminister Michel Sapin sagte: "Wir brauchen präzise Vorschläge, die können nur von der griechischen Regierung kommen. Wir müssen abwarten, bis diese Vorschläge auf dem Tisch liegen."

    "Wir respektieren natürlich die demokratische Entscheidung Griechenlands", sagte Schäuble über das Referendum. Es habe die Situation allerdings "nicht leichter gemacht für Griechenland". 
  • Hier eine Einschätzung des neuen griechischen Finanzministers durch die "Süddeutsche Zeitung":

    Tsakalotos gilt als deutlich konzilianter (als Vorgänger Giannis Varoufakis), fast als "Leisetreter". Und er ist Realist, er will keinen Grexit, er will Griechenland in der Euro-Zone halten. Einen sozialistischen Alleingang, eine nationale Lösung lehnt er ab. Jede Lösung für die Probleme des Landes müsse einen "internationalen Geschmack" haben, sagt er.


  • Der Leser "Meinung" regt sich über die Griechen auf:

    IWF bereit zu helfen ? Deutet sich schon die nächste Hängepartie des IWF und der EU an ? Hellas hat bereits eine Rate nicht gezahlt . Also soll Griechenland weiter Geld geschenkt werden , was dann der Rest der EU bezahlen darf ? Weil wir ja alle sozial und solidarisch sein müssen , natürlich mit Ausnahme von Griechenland. Wie wäre es mal mit ernsten Konsequenzen , so wie vereinbart. Die Griechen haben doch gerade sogar selber für den Ausstieg gestimmt. Und die "Lenker" der EU erweisen sich (leider wieder mal) als unfähig , eine wirkliche Entscheidung zu treffen.Meinungum 17:55

  • Ölpreise fallen nach Referendum

    Die Ölpreise sind nach dem "Nein" zu den Spar- und Reformvorschlägen der Gläubiger im griechischen Referendum gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete am frühen Abend 58,29 US-Dollar. Das waren 2,03 US-Dollar weniger als am Freitag.

    Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel noch deutlich stärker um 2,84 Dollar auf 54,06 Dollar. Beide Ölpreise befinden sich damit auf dem tiefsten Stand seit Mitte April.
  • US-Regierung drängt Eurogruppe und Athen erneut zu Kompromiss

    "Das ist die Verantwortung der Europäer", sagte der Sprecher von Präsident Barack Obama, Josh Earnest. Nötig sei ein "Bündel aus Finanzhilfen und Reformen", das Griechenland auf den "Pfad von Wirtschaftswachstum und Schuldentragfähigkeit" bringe. Eine Lösung der Griechenland-Krise sei "im Interesse der USA und im globalen Interesse."
  • Euklides Tsakalotos ist der neue griechische Finanzminister. Er ist 55 Jahre alt, wurde in Rotterdam geboren und wuchs in London auf. Und er gilt - anders als sein Vorgänger Gianis Varoufakis - als ruhig und besonnen.

    Manche Medien werten die Personalie als ein Zeichen dafür, dass Griechenland ernsthaft an einer Übereinkunft mit den Gläubigern interessiert ist. (Quelle: Reuters)

    von Daniel Reviol bearbeitet von Alexander Graßhoff,... 7/6/2015 5:52:31 PM
  • Wer ist der neue Finanzminister Griechenlands?

    Euklides Tsakalotos ist wie Varoufakis ein linker Politiker. Er studierte Wirtschaft, Politik und Philosophie in Sussex und Oxford, wo er auch seinen Doktor machte. Dann arbeitete er lange Zeit an Universitäten. Von 1994 bis 2010 lehrte er unter anderem als Professor an der Hochschule von Athen.

    Danach wechselte Tsakalotos in die Politik. Er sitzt im Vorstand der Syriza-Partei und ist seit 2012 Abgeordneter im griechischen Parlament. Damit hat Tsakalotos bereits mehr politische Erfahrung vorzuweisen als Varoufakis, der erst mit der Regierungsübernahme von Syriza in die Politik ging.

    Doch die Positionen von Tsakalotos und Varoufakis unterscheiden sich einem Bericht im "Manager Magazin" zufolge kaum.
     Sein Auftreten soll jedoch deutlich besonnener und zurückhaltender sein. Es verwundert insofern nicht, dass Vertreter der internationalen Gläubiger frühere Verhandlungen mit ihm als "konstruktiv" und "ermutigend" bezeichneten.
    von Daniel Reviol bearbeitet von Alexander Graßhoff,... 7/6/2015 5:52:35 PM
  • Varoufakis-Nachfolge ist geklärt

    Jetzt ist es offiziell: Euklides Tsakalotos wird neuer griechischer Finanzminister und damit Nachfolger von Gianis Varoufakis, der zuvor zurückgetreten war.
    Dies erklärte das Präsidialamt in Athen. Tsakalotos war zuletzt Vize-Außenminister und Chefunterhändler in den Gesprächen mit den Gläubigern. 

    Varoufakis hatte als Grund für seinen Rücktritt genannt, dass er den Weg freimachen wolle für eine Verhandlungslösung mit der Euro-Zone und dem Internationalen Währungsfonds. In den praktischen Verhandlungen mit den Geldgebern spielte Varoufakis schon seit Monaten keine entscheidende Rolle mehr. Er hatte vor allem mit heftigen Angriffen auf die Gläubiger von sich reden gemacht und diesen noch am Samstag "Terrorismus" und "Erpressung" vorgeworfen.

    Medien vermuteten jedoch, dass Varoufakis der Athener Innenpolitik zum Opfer fiel: Hier ein Artikel Varoufakis' Rücktrittslegende.
    von Daniel Reviol bearbeitet von Alexander Graßhoff,... 7/6/2015 6:02:18 PM

  • "Die Presse" aus Wien kommentiert die bisherige Politik der griechischen
    Regierung im Schuldenstreit
    :

    Das bisherige Agieren in den Verhandlungen, die Argumentation im Referendumswahlkampf haben eine Art Parallelwelt geschaffen, in die das Land eingetaucht ist: Wir gegen den Rest Europas, wir gegen die Austerität, wir gegen Schäuble. Die egozentrische Haltung klammert nicht nur selbst verschuldete Ursachen des Problems - das korrupte Verwaltungssystem, den Nepotismus, ein absurd teures Militär - aus, sondern auch die rechtlichen und politischen Realitäten im Rest Europas.

  • User "Klaus" zur EZB und deren Präsident Mario Draghi:

    Herr Draghi hat nun 90 Milliarden Euro verbrannt, soll das nun einfach so weitergehen?Klausum 17:54


  • (Quelle: dpa)

    Die Griechen wollen offenbar keine Zeit mehr verlieren: Der neue Finanzminister Euklides Tsakalotos wurde am Abend bereits in Athen von Präsident Prokopis Pavlopoulos vereidigt. Links im Hintergrund: Regierungschef Alexis Tsipras.

  • Sanftere Töne vom Varoufakis-Nachfolger

    Der neue griechische Finanzminister Euklides Tsakalotos hat sich für eine Fortsetzung der Verhandlungen Athens mit seinen Gläubigern ausgesprochen. "Ich denke, dass sich etwas in Europa ändern kann", sagte der 55-Jährige kurz nach seiner Ernennung in Athen. Die Griechen hätten bei dem Referendum am Sonntag deutlich gemacht, dass sie "Besseres verdient haben" und eine "nicht-lebensfähige Lösung nicht akzeptieren" könnten.

    Tsakalotos gab zu, angesichts des neuen Postens "Lampenfieber" zu haben. Es sei "nicht der einfachste Moment in der griechischen Geschichte", um Finanzminister zu werden. Im Gegensatz zu seinem am Montag überraschend zurückgetretenen Vorgänger Gianis Varoufakis ist Tsakalotos Mitglied der Syriza-Partei von Ministerpräsident Alexis Tsipras.
  • CDU-Politiker Wolfgang Bosbach kommentiert zur Ernennung des neuen griechischen Finanzministers Tsakalotos:

    Ob der Finanzminister Varoufakis oder Costa Cordalis heißt, ist nicht der entscheidende Punkt. Vielleicht wird jetzt zumindest die Rhetorik etwas friedvoller.

  • Leser "Bengelchen" zeigt sehr viel Verständnis für die Griechen:

    Von wegen Griechenland muss liefern ! Ich freue mich wahnsinnig für Griechenland, sie sollten sich abkoppeln von der EU, damit sie nicht zu sehr versaut werden und so bleiben wie sie sind !!! Ein wunderschönes Land und tolle Leute !!! Das nenne ich Zusammenhalt und Volk !!! Einfach superBengelchenum 20:44




  • Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem (Quelle: dpa)

    Auch Dijsselbloem will, dass Griechenland liefert


    Der Eurogruppen-Chef hat das Land dringend aufgefordert, konstruktive Vorschläge zur Lösung der Finanzkrise vorzulegen. Ohne ein klares Reformpaket sei ein Verbleib Griechenlands in der Eurozone "sehr fraglich", betonte der niederländische Finanzminister im heimischen Parlament. "Eine Währungsunion erfordert gegenseitige Verpflichtungen. Wenn man die nicht will, dann hört es auf."



  • Merkel und Hollande: Tsipras muss jetzt liefern


    Frankreichs Präsident François Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben in Paris eine gemeinsame Erklärung abgegeben: Beide betonten in ihren kurzen Ansprachen, dass die griechische Regierung nun am Zug sei.


    Hollande fordert nach dem Treffen mit Merkel Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras zu ernsthaften Vorschlägen in der Schuldenkrise auf. Die Tür für Debatten stehe offen, aber die Zeit dränge.

    Ähnlich äußerte sich anschließend Merkel: Die griechische Regierung solle umgehend einen "präzisen" Lösungsvorschlag vorlegen. Es sei wichtig, die Situation noch diese Woche aufzulösen, sagte die Kanzlerin. Dabei müssten weiter die Prinzipien Solidarität und Gegenleistung gelten.

    "Wir sagen sehr deutlich, dass die Tür für Gespräche offen bleibt", betonte ebenfalls Merkel. Für Verhandlungen über Hilfen unter dem Dach des Euro-Rettungsschirms ESM seien die Voraussetzungen aber zurzeit nicht gegeben.

    Laut Hollande hätten Merkel und er sich über eine gemeinsame Strategie beim Sondergipfel der Euro-Zone am Dienstag abgesprochen. Einzelheiten ließen sie aber offen.


    von Alexander Graßhoff,... bearbeitet von Daniel Reviol 7/7/2015 4:25:35 AM
  • EZB hält Notkredite für Athen unverändert aufrecht

    Die EZB gibt weiter grünes Licht für Notkredite an die griechischen Banken, belässt die Obergrenze dafür aber auf dem aktuellen Niveau. Der aktuelle Stand liegt bei knapp 90 Milliarden Euro.

    Nachdem zuvor über die Entscheidung spekuliert worden war, gab die EZB diese nun offiziell bekannt.

    Die griechischen Banken müssen allerdings künftig mehr Sicherheiten für ihre Notkredite hinterlegen.

    Mit den sogenannten ELA-Krediten sorgt die EZB seit geraumer Zeit dafür, dass die griechischen Banken zahlungsfähig bleiben.

    Ohne die ELA-Kredite droht den Instituten deshalb das Geld auszugehen, da Unternehmen und Privatleute wegen der Unsicherheit, ob das Land im Euro bleiben kann, massiv ihre Konten leergeräumt haben.

    ELA-Hilfen werden gegen Sicherheiten von der Athener Notenbank vergeben - über die Gewährung beschließt aber der EZB-Rat.

    Die griechische Regierung hatte vor der Entscheidung der EZB die Verlängerung der Kapitalverkehrskontrollen beschlossen. Wie die Präsidentin des Bankenverbandes, Louka Katseli, mitteilte, wurde die seit gut einer Woche geltende Regelung um zwei Tage verlängert. Damit bleiben die Banken bis mindestens Mittwoch geschlossen.

    Wie es nach dem Mittwoch weitergeht bleibt ungewiss. Experten vermuten, dass die Notenbank zunächst den Gipfel der Staats- und Regierungsschefs abwarten wird.

    Voraussetzung für die Gewährung der Kredite ist laut jüngsten EZB-Aussagen eine Annäherung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern über die Finanzierung der Schulden des Landes. Die EZB will die Entwicklung an den Finanzmärkten genau beobachten.
    von Alexander Graßhoff,... bearbeitet von Daniel Reviol 7/7/2015 4:25:44 AM
  • Einen schönen guten Morgen aus der t-online-Redaktion!

    Mit Spannung blicken wir heute auf das Treffen der Euro-Finanzminister am Mittag und den Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs am späten Nachmittag. Selbstverständlich informieren wir  Sie aber auch dazwischen ständig über die Ereignisse rund um die Griechenland-Krise.


  • Etwas zum Schmunzeln am Morgen: Die heutige Karikatur von taz.de spielt auf eine berühmte Karikatur von 1890 zum Rücktritt von Reichskanzler Otto von Bismarck an. (Quelle: taz.de)

  • Was uns heute erwartet:

    8.30 Uhr: EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker spricht im Europaparlament. Es wird erwartet, dass er sich auch zur Lage in Griechenland äußern wird.

    13 Uhr: Die Euro-Finanzminister treffen sich in Brüssel.

    18 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone kommen zu einem Sondergipfel zur Griechenland-Krise zusammen. Anschließend treten Juncker und Donald Tusk (Präsident des Europäischen Rats) vor die Presse.


  • Nicht alle unserer Leser sind überzeugt von der wohl angedachten humanitären Hilfe für Griechenland: 

    Ich bezweifle, ob diese Hilfsgelder auch den Bedürftigen zugute kommen. Oder bekommt diese "Hilfe" nur wieder einen Decknamen???weisselillieum 7:18

    Wer überwacht dann die sogenannten Hilfsgelder. Ich bin ganz klar für Hilfe, aber es muss wirkliche Hilfe zur Selbsthilfe werden nicht wieder zur Selbstbedienung.Silnaum 7:25

    Wer garantiert denn, dass bei dieser Regierung auch die Hilfsgelder dort ankommen, für die sie bestimmt sind ?Grexitum 7:25

  • Tsipras will Ende der Kapitalverkehrskontrollen

    Noch ein kleiner Nachtrag von gestern Nacht: Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat mit EZB-Chef Mario Draghi in einem Telefonat über die Liquidität der griechischen Banken besprochen.
    Tsipras habe darin gefordert, dass die Kapitalkontrollen umgehend aufgehoben werden müssten, sagte ein Regierungssprecher.
  • Manchem Leser unseres Blogs geht die geplante humanitäre Unterstützung für Griechenland nicht weit genug:

    Für die arme Bevölkerung, die als erstes und am meisten leidet, sind "Millionen" übrig, für die Banken, Spekulanten etc. MILLIARDEN! Das ist doch echt eine Sauerei was da abgeht... Was bisher passiert ist, war keine Hilfe, sondern systematisches einstampfen Griechenlands.T.um 7:30

  • Der österreichische Notenbankchef Ewald Nowotny hat ein neues Modell zur Diskussion gestelltDie Europäische Zentralbank könnte Griechenland in einem Vorgriff auf ein späteres Hilfspaket unter bestimmten Umständen vorab Liquidität über ein "Brückenprogramm" zur Verfügung stellen. 

    Auf jeden Fall seien sehr rasche Entscheidungen nötig, "man kann eine Wirtschaft ja nicht quasi einfrieren", so Nowotny in einer ORF-Fernsehsendung. Wenn Athen am 20. Juli Staatsanleihen im Umfang von 3,5 Milliarden Euro, die von der EZB gehalten werden, nicht tilgen könne, dann wäre dies "tatsächlich der Fall eines Staatsbankrotts, da würde es für die EZB nicht mehr möglich sein, weitere Liquidität bereitzustellen", betonte Nowotny. Dann müsste die EZB aus seiner Sicht die knapp 90 Milliarden Euro ELA-Notfallkredite formal fällig stellen, wenn auch mit Fristen für eine Rückzahlung.

    Diese Woche würden die griechischen Banken wohl mit dem verlängerten - aber nicht aufgestockten - ELA-Rahmen "durchkommen", danach könnten aber neue Maßnahmen nötig werden.

    Eigenmächtig eigene Euro drucken könne Griechenland jedenfalls nicht: "Die Ausgabe von Noten ohne Bewilligung durch die EZB ist das Verbrechen der Falschgelderzeugung. Das wäre schon ein strafrechtliches Delikt."
  • Was Hans-Werner Sinn bereits in mehreren Talkshows forderte, wiederholte der Ökonom und ifo-Präsident nun nochmal bei einer Veranstaltung in München: Griechenland sollte seiner Ansicht nach eine eigene Währung einführen. "Die Drachme sollte sofort als virtuelle Währung eingeführt werden." Weiter sagte er: "Alle Verträge des Landes einschließlich der Schuldverträge mit Ausländern sollten umgewandelt werden. Das würde den griechischen Staat und die griechischen Banken wieder flüssig machen."

    Da die neue Drachme rasch abwerten würde, käme es vermutlich schon nach ein, zwei Jahren zu einem Wirtschaftsaufschwung, weil weniger Importware gekauft und der Tourismus belebt werde. Außerdem komme das Fluchtkapital sehr rasch zurück. "Die Staatengemeinschaft sollte den schwierigen Umstellungsprozess mit großzügigen Übergangshilfen abfedern, die für humanitäre Hilfen an die Ärmsten zweckgebunden sind. Ferner sollte sie Griechenland die Möglichkeit eröffnen, zu einem späteren Zeitpunkt gestärkt und zu einem anderen Wechselkurs in den Euro zurückzukehren."

    Sinn fügte hinzu: "Die Griechen in ihrer Gesamtheit verfügen über Geld wie Heu, etwa über 120 Milliarden Euro mehr, als es der Landesgröße angemessen ist. Nur wurde der Geldüberschuss großenteils ins Ausland geschafft und ist extrem ungleich verteilt. Man muss von der sozialistischen griechischen Regierung erwarten, dass sie nun endlich auch selbst Anstrengungen unternimmt, einen Teil dieses Geldes zur Vermeidung einer humanitären Katastrophe heranzuziehen."
  • Viele unserer Leser befürworten humanitäre Unterstützung für arme griechische Bürger, sehen aber weitere Finanzhilfen für den griechischen Staat skeptisch. Stellvertretend für diese Meinung der User "Camper":

    Humanitäre Hilfe für die gebeutelte Bevölkerung ist unbestreitbar notwendig.Ansonsten sollte das EU-Regelwerk gelten und eine Fortsetzung des selbstverschuldeten griechischen Dramas verhindert werden!Camperum 8:02

  • Ein gewisser Optimismus hat sich am heutigen Morgen breit gemacht...

    US-Finanzminister Jack Lew telefonierte mit dem griechischen Ministerpräsidenten Tsipras. 
    Lew gehe davon aus, dass Griechenland und die anderen Verhandlungsparteien die Gespräche bald wieder aufnehmen würden und es ein konstruktives Ergebnis geben werde.

    Auch EU-Kommissar Günther Oettinger hat die Hoffnung auf eine neue Verhandlungsbasis nicht aufgegeben: 
    "Wir setzen darauf, dass die griechische Regierung heute mit vergleichbar wertvollen Reformvorschlägen nach Brüssel kommt."

    Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls betonte, dass Europa alles tun werde, um Griechenland in der Euro-Zone zu halten. 
    Eine Einigung sei sowohl für Griechenland als auch den Zusammenhalt der Euro-Zone notwendig.

  • (Quelle: dpa) 

    Kubas früherer Präsident und Revolutionsführer Fidel Castro ist beeindruckt von Alexis Tsipras: Er hat dem griechischen Ministerpräsidenten zu einem "brillantem politischen Sieg" gratuliert.

    Er habe den Ausgang des Referendums über die internationalen Reformauflagen im Fernsehen verfolgt, schrieb der 88-Jährige in einem Brief an Tsipras.
      "Ihr Land ruft bei den Völkern Lateinamerikas und der Karibik Bewunderung hervor", indem es "seine Identität und seine Kultur gegen Aggressionen von außen verteidigt".

    Neben Castro hatten auch sein Bruder Raúl - der aktuelle Staatschef Kubas -, die argentinische Präsidentin Christina Kirchner und der bolivianische Staatschef Evo Morales Tsipras gratuliert.
     
  • Derzeit spricht der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, im Europaparlament:

    Es ist mein Wille, den Grexit zu verhindern.


  •  (AP Photo/Sergei Chuzavkov) 

    EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat humanitäre Hilfe für Griechenland gefordert: Die griechischen Familien, die Alten, die Kranken und die Einkommensschwachen seien "die eigentlichen Verlierer des griechischen Dramas", schrieb Schulz in einem Gastbeitrag für die Dienstagsausgabe der "Rheinischen Post". "Sie dürfen wir nicht alleine lassen, und deshalb plädiere ich dafür, dass wir humanitäre Gelder zur Verfügung stellen, um hier schnell zu helfen."

  • Obdachlose Frau in Athen. (Quelle: dpa)  

    Humanitäre Millionen-Hilfe für Griechenland fest verplant

    Was viele nicht wissen: Humanitäre Hilfe für Griechenland gibt es bereits. Um die sozialen Folgen der Krise abzumildern, fließen EU-Gelder schon jetzt - so wie in andere Krisenstaaten auch.

    Rund 281 Millionen Euro sind in der EU-Haushaltsperiode von 2014 bis 2020 allein für Griechenland vorgesehen. Damit sollen die Ärmsten mit Nahrung, Kleidung und Hygieneartikeln versorgt werden.

    Das Geld kann auch genutzt werden, um Menschen bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu helfen. Die Auszahlung dieser Summen könnte nun vorgezogen werden.

    Daneben gibt es Geld aus dem Europäischen Sozialfond, um neue Jobs zu schaffen und Arbeitslose Griechen wieder in Beschäftigung zu bringen. Die "Europäische Jugendgarantie" soll Unter-25-Jährige binnen vier Monaten in Praktikum, Arbeit oder Ausbildung bringen.

    Bis 2020 sind weiterhin insgesamt 35 Milliarden Euro an europäischen Fördergeldern für Griechenland eingeplant - etwas weniger als in der vorherigen Periode von 2007 bis 2013 mit rund 41,8 Milliarden Euro.

    Die Gelder sollen die regionale Wirtschaft ankurbeln, die Lage am Arbeitsmarkt verbessern und die Landwirtschaft fördern. Allerdings kann Griechenland rund 20 Milliarden Euro davon aus dem Europäischen Struktur- und Investitionsfonds nur abrufen, wenn der Staat selbst Geld dazu beisteuert.
    von Daniel Reviol bearbeitet von Rickmer Flor, t-online.de 7/7/2015 7:49:00 AM
  • Aktienmarkt schüttelt "Schreckgespenst" ab

    Werfen wir einen frühen Blick auf die Börse: Der deutsche Aktienmarkt hat sich vor den nächsten Krisengesprächen zu Griechenland positiv entwickelt. Der Dax notierte am Dienstagmorgen 0,12 Prozent höher bei 10.904 Punkten.

    Am Vortag hatte der deutsche Leitindex wegen des Nein-Votums beim Griechenland-Referendum gut 1,5 Prozent an Wert verloren.

    "Alles wieder halb so wild, muss man wohl sagen", kommentierte ein Marktexperte. "Ähnlich wie schon vor einer Woche konnte der Markt auch gestern wieder das Schreckgespenst der Griechen-Saga relativ schnell abschütteln."
    von Daniel Reviol bearbeitet von Rickmer Flor, t-online.de 7/7/2015 7:59:34 AM


  • Putin mischt sich wieder ein


    Tsipras, Lagarde, Hollande – der russische Präsident Wladimir Putin greift jetzt häufiger zum Telefon, wenn es um die Griechenland-Krise geht.


    In dem Gespräch mit IWF-Chefin Lagarde ging es laut Kreml um die Zusammenarbeit zwischen Moskau und dem IWF nach dem griechischen Referendum.


    Eine mögliche russische Hilfe für Griechenland sei aber kein Thema gewesen.


    In der Nacht zu Dienstag sprach Putin schon mit dem französischen Präsidenten François Hollande über die Lage in der Eurozone. Bereits um Montag telefonierte er mit Alexis Tsipras und habe dabei seine Unterstützung für "das griechische Volk" zugesichert.


    Putin hoffe, dass Athen im Schuldenstreit einen "Kompromiss" mit seinen internationalen Geldgebern findet.

    von Daniel Reviol bearbeitet von Rickmer Flor, t-online.de 7/7/2015 8:16:20 AM
  • So mancher Leser fühlt sich von Jean-Claude Juncker bevormundet. So auch "Volmedieter":

    Zutiefst undemokratisch, Herr Junker! Wie man zu Griechenland steht, sollte Jeder selber entscheiden. Aber Ihre Vorschriften, welchen Willen wir haben sollen, gehen gar nicht.Volmedieterum 10:03

  • Auch nach Referendum: Deutsche Urlauber bleiben Griechenland treu

    www.t-online.deDie griechischen Hoteliers und Restaurantbesitzer bangen um ihre Gäste angesichts der anhaltenden Krise. Doch an den deutschen Urlaubern liegt es nicht - sie halten Hellas die Treue."Der Schaden ist bereits entstanden", sagt Christos Pilatakis, Ho...
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