Griechenland-Krise auf dem Höhepunkt
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Griechenland-Krise auf dem Höhepunkt

Griechenland-Krise und kein Ende: Auch nach dem Referendum werden die erbitterten Verhandlungen mit den Geldgebern weitergehen. Wir halten Sie an dieser Stelle über das Geschehen auf dem Laufenden.

  • Aktivisten der kapitalismuskritischen Blockupy-Bewegung rufen vor der ehemaligen EZB-Zentrale in Frankfurt zu einem "Nein" beim griechischen Referendum auf.

  • Gericht lehnt Beschwerde gegen Referendum ab

    Das Referendum über den künftigen Kurs in der Schuldenkrise kann wie geplant am Sonntag stattfinden.
    Das Oberste Verwaltungsgericht wies am Abend eine Klage gegen die Volksabstimmung zurück.

    "Das Referendum findet statt", sagte Richter Nikolaos Sakellariou.
    Die Kläger hatten den knappen Zeitraum zur Vorbereitung und eine unklare und zu komplexe Fragestellung moniert.





  • "Erpressung": Tsipras bekräftigt sein Nein

    Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras ruft seine Landsleute erneut zu einem "Nein" beim Referendum am Sonntag auf.
    Das Volk müsse Nein sagen zu Erpressung und Ultimaten, sagt Tsipras in einer Fernsehansprache.

    Die Euro-Mitgliedschaft Griechenlands stehe dagegen nicht zur Abstimmung.
    Bei der Volksabstimmung gehe es vielmehr um die Frage, ob sein Volk weiter verarme und verelende, sagte er.

    Die Griechen würden am Sonntag ihre Zukunft in die "eigene Hand nehmen" und gegen die Sparprogramme der Gläubiger stimmen.
    "Ein Nein bedeutet nicht den Abbruch, sondern die Fortsetzung der Verhandlungen", versicherte Tsipras seinen Landsleuten. Diese Einschätzung vertritt die griechische Regierung bisher ziemlich exklusiv.

    Tsipras forderte außerdem erneut einen Schuldenschnitt. Die Verbindlichkeiten sollten um 30 Prozent reduziert werden, sagte er. Zudem verlangte der Linkspolitiker für den übrigen Schuldendienst eine "Gnadenfrist von 20 Jahren".
  • Umfrage: Es bleibt ein äußerst knappes Rennen

    Einer neuen Umfrage zufolge zeichnet sich bei dem Referendum eine äußerst knappe Entscheidung ab. 41,7 Prozent der Befragten zeigen sich demnach mit den Forderungen der Gläubiger einverstanden, 41,1 Prozent kündigten ein "Nein" beim Referendum am Sonntag an.

    Das ergab eine Umfrage, die am Abend im griechischen Nachrichtenportal "To Proto Thema" veröffentlicht wurde.
    Die Umfrage führte das Meinungsforschungsinstitut ALCO durch. Befragt wurden landesweit 1400 Menschen.

    Zuvor war eine andere Umfrage des gleichen Meinungsforschungsinstituts im Auftrag der Boulevardzeitung "Ethnos" veröffentlicht worden. 44,8 Prozent der Befragten sagten in dieser Umfrage, sie wollten mit "Ja" stimmen, 43,4 Prozent kündigten ein "Nein" an.


  • Ausschreitungen bei Demonstration

    Tausende Griechen haben vor dem Parlamentsgebäude in Athen gegen die Sparpolitik und für eine harte Haltung der links-geführten Regierung gegenüber den Gläubigern des pleitebedrohten Landes demonstriert. Gleichzeitig versammelten sich Tausende vor dem alten Olympiastadion von Athen, "Panathinaikon", und demonstrierten unter dem Motto "Wir bleiben in Europa" für den Verbleib in der Eurozone.

    Die Menschen der sogenannten Front für das "Ja" forderten, dass sich Ministerpräsident Alexis Tsipras mit den Partnern und Gläubigern verständigt, damit Griechenland den Euro als Währung behalten kann. Die Demonstranten des "Nein" lehnten lautstark weitere Sparmaßnahmen ab und skandierten: "Schluss mit der Austerität!". Die Polizei hatte aus Angst vor Ausschreitungen starke Einheiten zwischen den beiden Kundgebungen im Zentrum Athens positioniert.

    Rund 200 vermummte Autonome sollen nach Medienberichten versucht haben, die Demonstration für das "Nein" zu stören. Sie zündeten Mülleimer an. Die Polizei habe die Randalierer vom Platz vor dem Parlament verdrängt, berichteten Augenzeugen.
  • Zu kleineren Demonstrationen kam es auch in Berlin und Frankfurt (Foto: dpa).

  • Europäer wollten Veröffentlichung von IWF-Bericht verhindern

    Vertreter der Euro-Zone beim IWF haben offenbar versucht, die Veröffentlichung eines Berichts über die Schuldensituation Griechenlands drei Tage vor dem dort geplanten Referendum zu verhindern. Die Europäer hätten Einwände gegen den Zeitpunkt der Publikation vorgebracht, hieß es in mit dem Vorgang vertrauten Kreisen.

    Sie hätten sich allerdings nicht gegen die anderen Länder, insbesondere gegen die USA, durchsetzen können. Die EU müsse einsehen, dass nicht alle Entscheidungen nach ihren Bedürfnissen getroffen werden könnten, sagte ein IWF-Insider.

    Tsipras-Regierung sieht sich bestätigt

    Die linke Regierung in Athen sieht sich durch den Bericht in ihrer Ablehnung der Spar- und Reformforderungen der internationalen Gläubiger bestätigt. In dem Bericht hatte der IWF ein düsteres Bild der Schuldensituation Griechenlands gezeichnet. Bei einer weiteren Verschlechterung der Wirtschaftlage benötige das Land eine Verlängerung der Kredite und einen Schuldenschnitt.

    Griechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis erklärte, der IWF bestätige die Haltung der Regierung, die das Thema Schuldenerleichterung in den Mittelpunkt der Verhandlungen stellen wolle.
    von Tobias Möllers bearbeitet von Martin Mrowka 7/3/2015 6:16:45 PM
  • Wahlkampagnen enden mit Demos

    Rund 25.000 Menschen haben in Athen nach Angaben der Polizei für ein "Nein" bei dem Referendum vom Sonntag demonstriert. Sie versammelten sich am Abend auf dem Syntagma-Platz.

    Zeitgleich demonstrierten rund 17.000 Menschen außerhalb des Panathinaiko-Stadions für ein "Ja" bei der Volksabstimmung. Der Freitag war der letzte Tag, an dem die Politiker um die Stimmen der Wähler warben.
  • Varoufakis ruft Banker zu Krisentreffen zusammen

    Nach fünf Tagen mit strengen Auflagen für den Geldverkehr hat die griechische Regierung ein Krisentreffen mit Bankvertretern einberufen.
    Finanzminister Gianis Varoufakis traf sich nach Angaben seines Ministeriums mit dem stellvertretenden Chef der griechischen Zentralbank sowie Managern der fünf größten Banken des Landes.

    Seit Montag haben griechische Sparer nur noch beschränkten Zugriff auf ihr Geld. Sie dürfen täglich nur noch 60 Euro abheben. Viele Bankautomaten haben inzwischen keine 20-Euro-Scheine mehr.

    Hintergrund ist das Scheitern der Gespräche der griechischen Regierung mit ihren internationalen Geldgebern. Die EZB hatte daraufhin die Notkredite für die griechischen Banken bei 90 Milliarden Euro gedeckelt und damit die Geldversorgung drastisch gedrosselt.

  • Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat auch mit Widerstand innerhalb seiner eigenen Partei Syriza zu kämpfen. Manch Abgeordneter im Athener Parlament träumt davon, das Land in den Sozialismus zu steuern - notfalls auch durch einen Grexit. 
  • Die griechische Bevölkerung zeigt sich in Umfragen vor dem Referendum über die umstrittenen Sparvorgaben gespalten. In Athen demonstrierten am Freitagabend jeweils Zehntausende für und gegen die Reformprogramme zur Sanierung des hoch verschuldeten Eurolandes. 

    Nach den gescheiterten Verhandlungen mit den internationalen Finanzgebern gilt das Votum der Bevölkerung am Sonntag als wichtiges Signal für eine mögliche Wiederaufnahme der Gespräche. 

    Hier können Sie weitere Details zu "OXI" (nein) und "NAI" (ja) nachlesen.

    Auch nach der Volksabstimmung können die Griechen aber nicht mit einer schnellen Rettung rechnen. Die Bundesregierung dämpfte am Freitag Hoffnungen der Linksregierung in Athen, zügig frische Hilfsgelder zu erhalten. Der Ausgang des Referendums ist laut Umfrage völlig offen.




  • An dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschön der t-online-Redaktion an die vielen Leser, die zur Griechenland-Krise ihren Kommentar abgeben. Wir lesen alles und können teilweise auch den Ärger über die aktuelle griechische Regierung verstehen. 

    Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die meisten Fehler im System Griechenland bereits vor Jahren von den Vorgängern begangen wurden und nun unter erschwerten Bedingungen nicht einfach ins Positive gewandelt werden können.  
    Zur Erinnerung: Bereits vor fünf Jahren wurden die Griechen angehalten, im Gegenzug zu Milliardenhilfen ihren Staatsapparat zu reformieren, sprich zu verschlanken. Viele Beamte wurden damals beurlaubt, die nun zur Umsetzung neuer Sparvorgaben oder Steuer-Eintreibungen fehlen. 

  • Die Banker in ganz Europa sind hingegen nicht ganz so gelassen wie Schäuble. Sie stellen sich nach dem Referendum in Griechenland am Sonntag auf eine lange Nacht ein. Die Deutsche Bank etwa plant gegen 22 Uhr eine Telefonkonferenz, um über die Folgen der Volksabstimmung über die Sparvorschläge der internationalen Geldgeber zu beraten. 

    Bei der britischen Bank Barclays wollen die Experten die Entwicklungen in Griechenland ab 18 Uhr verfolgen. Zudem seien Telefonkonferenzen und Gespräche mit den Kunden geplant. Wie aus informierten Kreisen verlautete, planen auch die Experten der französischen Exane BNP Paribas eine Telefonkonferenz. 

    Bei dem Finanzdienstleister Hargeaves Lansdown in London sollen die Analysten am Abend zuhause arbeiten, bevor sie Montagmorgen früh ins Büro kommen. 

    Die Wahllokale in Griechenland schließen am Sonntag um 18 Uhr - sowohl ein "Ja" wie ein "Nein" könnte weitreichende Auswirkungen auf die europäischen Finanzmärkte haben, auch wenn die Folgen laut Experten schwer vorherzusehen sind.

  • Schäuble sieht bei Banken-Crash in Griechenland keine Ansteckungsgefahr 

    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat der "Bild"-Zeitung ein exklusives Interview gegeben. Darin gab sich der CDU-Politiker unnachgiebig in Sachen Einhaltung der Reform- und Sparzusagen Griechenlands. 
    Eine Bedrohung durch den griechischen Banken-Sektor für andere Geldhäuser in Europa sieht er nicht. "Selbst wenn es zum Zusammenbruch einzelner Banken kommen würde, ist die 'Ansteckungsgefahr' vergleichsweise gering", sagte er. "Die Märkte haben schon in den vergangenen Tagen sehr zurückhaltend reagiert. Das zeigt, dass das Problem beherrschbar ist.Die europäische Bankenaufsicht beobachte die Lage, wenn nach dem Referendum die Finanzhäuser wieder öffnen sollten.

    In Griechenland sind die Banken seit vergangenem Montag geschlossen, um einen Kollaps angesichts der Schuldenkrise zu verhindern. Nur für Rentner, die oft keine Geldkarten haben, sind zeitweise Schalter geöffnet. An den Geldautomaten darf jeder Grieche täglich nur 60 Euro abheben. 

  • Athen: Keine Kürzungen von Bankguthaben geplant

    Die griechische Regierung und die Hellas-Banken sind Befürchtungen entgegengetreten, dass aufgrund der dramatischen Finanzkrise des Landes Bankguthaben gekürzt werden könnten. "Solche Pläne gibt es absolut nicht", sagte die Präsidentin des griechischen Bankenverbandes, Louka Katseli, dem TV-Sender Skai.

    Die Wirtschaftszeitung "Financial Times" hatte zuvor unter Berufung auf Bankenkreise berichtet, die griechischen Geldinstitute erstellten Pläne für Kürzungen von wenigstens 30 Prozent bei Guthaben von über 8000 Euro. Das solle im Rahmen einer Sanierung des Finanzsystems geschehen. 

    Das Athener Finanzministerium wies den Bericht als eine "Provokation" zurück. Damit solle auf den Ausgang der Volksabstimmung an diesem Sonntag über die Sparpolitik Einfluss genommen werden.

  • von Daniel Reviol bearbeitet von Martin Mrowka 7/4/2015 11:35:22 AM
  • Eine nicht kleine Anzahl unserer Kommentatoren fordert den Rausschmiss Griechenlands aus der Eurozone.  Allerdings sehen die EU-Verträge etwas Derartiges nicht vor. 
    Fakt ist, dass ein Urlaub in Griechenland dann für den Rest Europas deutlich günstiger würde. Nur: Würden SIE in einem Pleiteland Urlaub machen wollen?  Wäre es nicht sinnvoller, bereits jetzt nach Griechenland zu fahren und den Tourismus und damit die Wirtschaft des klammen Staats mit unserem Geld zu unterstützen? 
  • Die möglichen Folgen des Referendums

    Ob "Ja" oder "Nein" - der Ausgang des Referendums in Griechenland über die Vorschläge der internationalen Geldgeber am Sonntag wird weitreichende Auswirkungen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in dem Euroland haben. 

    Doch was genau folgt aus der Volksabstimmung? Welche Optionen stellen sich der Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras? Wie werden die Gläubiger reagieren? T-Online hat die beiden Szenarien für den Sieg des "Ja" und des "Nein" in einem Artikel zusammengefasst.
    Hier eine kurze Zusammenfassung: 

    Ein "Ja" der Griechen zu den Vorschlägen der internationalen Geldgeber könnte zwar den Weg zu weiteren Finanzhilfen frei machen, doch könnte es auch zum Rücktritt der Regierung von Tsipras führen, der seine Landsleute zum "Nein" aufgerufen hat.  

    Neuwahlen wären frühestens nach 30 Tagen möglich, dabei wird ein erneuter Wahlsieg von Syriza nicht ausgeschlossen. Eine lange Phase der Unsicherheit wäre für das Land, das ohnehin vom Bankrott bedroht ist, extrem schädlich.

    Ein "Nein" würde zwar die innenpolitische Position der Regierung von Tsipras festigen, aber eine Einigung mit den Geldgebern erschweren. Es ist unklar, ob die Geldgeber im Fall eines "Nein" überhaupt zu neuen Verhandlungen bereit sein werden. 

    EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte, ein "Nein" wäre ein "Nein zu Europa". Zwar ist ein Euro-Austritt nicht vorgesehen, doch könnte sich Athen ohne weitere Finanzhilfen gezwungen sehen, eine Parallelwährung in Form von staatlichen Schuldscheinen einzuführen, um die Banken zu retten. 

  • Nochmal ein paar Worte von Wolfgang Schäuble: In dem bereits erwähnten Interview mit der "Bild"-Zeitung schließt der Bundesfinanzminister ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone nicht aus. "Ob mit Euro oder vorübergehend ohne: Diese Frage können nur die Griechen selbst beantworten", sagte er. Offensichtlich mit Blick auf die in jedem Fall fortbestehende EU-Mitgliedschaft der Griechen fügte er hinzu: "Klar ist auch: Wir werden die Menschen in Griechenland nicht im Stich lassen."

    Zugleich pochte Schäuble darauf, dass die Euro-Staaten die Regeln der Währungsunion strikt einhalten. "Eine Gemeinschaft kann nur funktionieren, wenn sich die Mitglieder an die Regeln halten. Und selbstkritisch müssen wir dabei einräumen: Es waren wir Deutsche und die Franzosen, die 2003 als erste die Stabilitätsregeln des Euro gebrochen haben. Das war der Sündenfall."

    Meine Meinung: Die verbalen Keulen unseres Finanzministers sind in der Wortwahl vorsichtiger und diplomatischer als die der griechischen Rebellen-Politiker. Letztlich provozieren sich beide Seiten jedoch gegenseitig. 

  • Noch eine der vielen User-Stimmen (danke nochmals an alle, die sich hier mit kritischen Beiträgen beteiligen): 
    Bei der ganzen Diskussion kommt eines stets zu kurz: es geht hier um (allzu berechtigte) Kapitalismuskritik. Das Bankenwesen incl. Börse hat sich weltweit zu einem Moloch entwickelt, der allem anderen als dem Volk/den Völkern und den einfachen Menschen dient. Griechenland spielt hier den David gegen Goliath. Vielleicht ist dies der Anfang, der (manchem unbequeme) Beginn für ein sinnvolles Zurückfahren der Spekulation, des Geldpiratentums, welches so sehr salonfähig scheint. Vielleicht ist diese Hoffnung auch zu hoch angesetzt, aber man sollte die größeren Zusammenhänge mit in seine Betrachtungen einbeziehen: so geht es auch nicht weiter, irgendwann werden sich die Völker, die Steuerzahler, die arbeitende Bevölkerung gegen die gnadenlose Ausbeutung wehren. Jetzt in Athen, demnächst anderswo, ganz zum Schluss vielleicht auch in Deutschland...Worldcornerum 15:19

  • EU-Parlamentspräsident Schulz hält "Notstandskredite" für denkbar

    Der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, hat "Notstandskredite" zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Versorgung in Griechenland ins Spiel gebracht. "Dafür wären kurzfristig Gelder in Brüssel abrufbar", sagte der SPD-Politiker der "Welt am Sonntag". 

    Besonders schwierig werde die Lage, wenn Athen nach einem "Nein" der Griechen beim Referendum am Sonntag zu den Forderungen der Geldgeber das Geld ausgehe. "Ohne neues Geld können die Gehälter nicht ausgezahlt werden, das Gesundheitssystem funktioniert nicht mehr, die Stromversorgung und der öffentliche Transport versagen", sagte er. 

    Ein für die Geldgeber arbeitender Experte sagte der Zeitung zufolge: "Die Regierung hat vielleicht noch Geld für eine Woche, aber bestimmt nicht viel länger."

    von Martin Mrowka bearbeitet von Alexander Graßhoff,... 7/4/2015 1:27:38 PM
  • Die Spannung in Griechenland vor dem Referendum steigt. (Quelle: dpa)

  • Proteste gegen Merkel

    Bei einem Auftritt von Kanzlerin Angela Merkel beim Tag der offenen Tür in der Berliner CDU-Zentrale haben mehrere griechische Aktivisten gegen die Sparauflagen für Athen protestiert. Die etwa zehn Demonstranten trugen kleine Plakate mit der Aufschrift "Oxi" - das heißt Nein auf griechisch - und skandierten lautstark "Oxi, Oxi". Kurz darauf wurde die kleine Gruppe von Ordnern aus dem Konrad-Adenauer-Haus geleitet.
  • Die Sonntagszeitung "To Proto Thema":

    JA! Wir bleiben am Leben und kämpfen
    weiter. Ja für
    Griechenland und den
    Euro.

  • Premier Alexis Tsipras zeigte sich bei seinen Auftritten vor dem Referendum äußerst zuversichtlich... (Quelle: AP)


  • Quelle: ddp images 

    Varoufakis erhebt schwere Vorwürfe gegen Schäuble

    Der griechische Finanzminister zieht kurz vor dem Referendum noch mal mächtig vom Leder: In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" behauptet er, dass sein deutscher Amtskollege schon seit Jahren an einem Austritt Griechenlands aus dem Euroraum arbeite.

    "Schon 2012 hat Herr Schäuble deutlich gemacht, dass er einen Grexit bevorzugen würde", sagte Varoufakis der F.A.S. Die Schuld daran, dass die Banken in Griechenland nun geschlossen sind, schob Varoufakis den Geldgebern zu: "Europa hat beschlossen uns zu erpressen, damit wir einen Vertrag unterschreiben, der für niemanden gut ist."

    Am Tag vor dem Referendum in Griechenland hat sich Varoufakis zudem erzürnt gegenüber den Gläubigern geäußert. "Was sie mit Griechenland machen, hat einen Namen - Terrorismus", sagte Varoufakis der spanischen Zeitung "El Mundo".

    "Was Brüssel und die Troika heute wollen, ist, dass das 'Ja' gewinnt, damit sie die Griechen weiter erniedrigen können", sagte er mit Blick auf die Volksabstimmung.

    "Warum haben sie uns gezwungen, die Banken zu schließen? Um Angst unter den Leuten zu schüren", sagte der Minister.
    "Und wenn es darum geht, Angst zu verbreiten, dann nennt man dieses Phänomen Terrorismus."

    Außerdem drohte er, eine Billion Euro würde verloren gehen, falls Griechenland pleitegehen sollte. 
    von Alexander Graßhoff,... bearbeitet von Rickmer Flor, t-online.de 7/5/2015 5:49:07 AM
  • Das Volk ist gepalten

    Letzten Umfragen zufolge sind die Gegner und Befrürworter der Gläubiger-Vorschläge fast gleichauf.
    So äußern sich auch die Wähler vor den Wahllokalen:

    "Ich stimme mit 'Nein', weil ich denke, dass das besser für das Land ist", sagte der 80-jährige Michelis vor einem Wahllokal in Athen.
    "Wenn wir mit 'Nein' stimmen, nehmen sie uns ernster", sagte er.

    Die 61-jährige Theodora sagte dagegen, sie stimme mit "Ja", weil dies ein "'Ja' zur Europäischen Union" sei.

    "Normalerweise weiß ich immer genau, wie ich wähle, aber momentan ist es
    so schwierig.
    Wir haben Angst.
    Ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden
    soll", sagte eine Anhängerin der Regierungspartei Syriza.
  • So sehen die Wahlbeobachter von "metapolls.net" die Stimmenverteilung beim Griechenreferendum:


  • User "Brain(!)" galubt nicht, dass ein Grexit schädlich für Europa wäre. Ganz im Gegenteil:

    Es ist einfach Quatsch, weismachen zu wollen, dass Europa bei einem 'Grexit' an Ansehen und Glaubwürdigkeit verlieren würde. Genau das Gegenteil ist der Fall, denn dann sieht die Welt, dass man so etwas, wie es Jahrzehnte in Griechenland eskaliert ist, in Europa nicht mehr/weiter duldet.Brain(!): Es ist einfach...um 9:28

  • Auf diese Frage sollen die Griechen heute mit 'Ja' oder 'Nein' antworten:

    Muss der Entwurf einer Vereinbarung von Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds akzeptiert werden, welcher am 25.06.2015 eingereicht wurde und aus zwei Teilen besteht, die in einem einzigen Vorschlag zusammengefasst sind?

    Es empfiehlt sich, den Text mindestens zweimal zu lesen, bevor man antwortet.

  • Und das hier ist der Stimmzettel: Nur ein Stück Papier, aber doch von so großer Bedeutung.

    Quelle: dpa

  • Seit dem frühen Sonntagmorgen sind die Wahllokale in Griechenland geöffnet (Quelle: ap)

    von Rickmer Flor, t-online.de bearbeitet von Julian Moering 7/5/2015 7:55:59 AM
  • Ministerpräsident Alexis Tsipras hat seine Stimme abgegeben. Dabei trägt er demonstrativ gute Laune zur Schau. Die Frage ist: Wird er auch heute Abend noch gute Laune haben?


  • "Niemand kann die Botschaft der Entschlossenheit eines Volkes ignorieren, sein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen", sagte Tsipras im Rahmen seiner Stimmabgabe in einer Schule des Athener Stadtteils Kipseli. Das Medieninteresse ist riesig.


  • Wissenswertes rund um das Referendum:

    • Für ein gültiges Referendum müssen mindestens 40 Prozent der registrierten 9,85 Millionen Wähler teilnehmen. In einer Umfrage des ProRata-Instituts sagten 86 Prozent der Befragten, sie wollten ihre Stimme abgeben.
    • Das Referendum verursacht dem klammen Staat Kosten in Höhe von 20 Millionen Euro.

  • Das Referendum wird zweifelsohne die Weichen in der Griechen-Krise stellen. So wird es nach der Abstimmung weitergehen:

    7. Juli: Frühestens am Dienstag könnten Griechenlands Banken und die Börse in Athen wieder öffnen.

    10.
    Juli: Griechische Staatspapiere mit kurzen Laufzeiten (T-Bills) in Höhe von 2 Milliarden Euro werden fällig und müssten durch neue abgelöst werden. Dieser Termin ist vor allem für das Urteil der Ratingagenturen wichtig.

    13.
    Juli: Athen muss eine weitere Rate von knapp 500 Millionen Euro an den IWF zurückzahlen.

    17.
    Juli: Weitere T-Bills in Höhe von einer Milliarde Euro werden fällig.

    20.
    Juli: Athen muss insgesamt rund 3,5 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank zurückzahlen. Sollte diese Zahlung ausfallen, dürfte es der EZB laut Experten kaum noch möglich sein, weiter Ela-Kredite an griechische Banken zu vergeben.
  • User "Nico Friedel" fragt:

    Was passiert in Griechenland, bei Ja und was bei Nein?Nico Friedelum 10:29

    Lieber Herr Friedel,
    offiziell können die Griechen über die Vorschläger der Glaübiger (EU,EZB und IWF) abtimmen. Wer also mit 'Ja' stimmt, stimmt für den Sparkurs der Gläubiger und somit gegen die Haltung der griechischen Regierung. Ministerpräsident Alexis Tsipras hat seinem Volk empfohlen, mit 'Nein' zu stimmen. Was am Ende wirlich passiert, kann niemand so genau sagen. Finanzminister Gianis Varoufakis hat aber bereits signalisiert, im Falle eines Sieges der 'JA'-Sager zurücktreten zu wollen.
  • Ich möchte die vorhergehende Frage des Users "Nico Friedel" noch einmal aufgreifen: Welche Folgen hätte ein 'Ja' oder ein 'Nein' in Griechenland?

    Das 'Ja'-Szenario: Ein "Ja" zu den Vorschlägen der internationalen Geldgeber könnte zwar den Weg zu weiteren Finanzhilfen frei machen, doch könnte es auch zum Rücktritt der Regierung von Tsipras führen. Sollte die Regierung zurücktreten, könnten die Parteien versuchen, eine Einheitsregierung zu bilden. Das dürfte aber  wegen der großen Differenzen zwischen der linken Syriza-Partei von Tsipras und der konservativen Opposition schwierig werden. Neuwahlen sind frühestens nach 30 Tagen möglich. Eine lange Phase der Unsicherheit wäre für das Land, das ohnehin vom Bankrott bedroht ist, aber extrem schädlich.

    Das 'Nein'-Szenario:
    Ein "Nein" würde zwar die innenpolitische Position der Regierung von
    Tsipras festigen, aber eine Einigung mit den Geldgebern erschweren.
    Tsipras hat zwar gesagt, dass ein "Nein" die Verhandlungsposition
    Griechenlands
    stärken werde, und Varoufakis zeigte sich zuversichtlich, dass es
    bereits am Montag nach dem Votum ein Abkommen geben werde.
    Allerdings
    ist völlig unklar, ob die Geldgeber im Fall eines "Nein" überhaupt zu
    neuen Verhandlungen bereit sein werden.


    Die Kollegen von den Nachrichten sind noch etwas tiefer in das Thema eingestiegen.
  • User "Nissa" hat eine Frage, die alle Steuerzahler interessieren dürfte:

    Frage: ist das Geld der deutschen Steuerzahler in jedem Fall weg?Nissaum 11:00

    Lieber "Nissa",
    bislang ist noch kein einziger Euro aus deutschen Steuergeldern verloren. Der Hilfsanteil, den Deutschland geleistet hat, umfasst etwa 80 Milliarden Euro. Noch immer gilt: Griechenland muss das Geld zurückzahlen. Sollte es aber zu einem Schuldenschnitt oder zu einem Austritt Griechenland aus der Euro-Zone kommen, wäre das Geld zum Teil oder sogar gänzlich verloren.
  • 100 Prozent von Nichts ist mehr als ein Prozent von Etwas und wer ein Prozent von Etwas nimmt, ist ein Verräter an der hehren Sache

    So fasste Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, die "ideologische" Haltung der Tsipras-Regierung im Deutschlandfunk zusammen. Diese Alles-oder-Nichts-Mentalität kritisierte er scharf.

    Alexis Tsipras bezeichnete der SPD-Mann als sympathischen Menschen, der jedoch einer Regierung vorstehe,
    die vergleichbar sei mit einer Koalition in Deutschland aus der Linken und Pegida: "Stellen sie sich das mal vor."
  • Steinmeier kontert Varoufakis' Angriffe

    Noch gestern zog der griechische Finanzminister Varoufakis in einem Interview mit der "FAS" ordentlich vom Leder -  jetzt kontert Außenminister Frank-Walter
    Steinmeier (SPD) mit ungewöhnlich deutlichen Worten. Es sei "eine Mischung von Unerfahrenheit, Ideologie und radikaler Rhetorik", mit der die Regierung in Athen die Verhandlungen in eine Sackgasse getrieben hätten.

    "Menschen bleiben auf der Strecke"

    Dabei sei leider auf der Strecke geblieben, was dieser Kurs für die Menschen in Griechenland bedeute.
    Nach einem "Nein" beim Referendum werde es keineswegs leichter, zu einem Kompromiss zu kommen. "Im Gegenteil", betonte der Minister.

    Griechenland solle gemeinsam mit den Partnern einen Weg aus der Misere suchen, "der Europa und die Mitgliedsländer der Eurozone nicht überfordert", forderte er.


    Zeitgleich warnte Steinmeier vor negativen Folgen eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone: 
    "Selbst wenn wir eine solche Entwicklung finanz- und währungspolitisch bewältigen können, wäre das Signal eines Grexit an die Länder außerhalb der EU verheerend", sagte er dem "Tagesspiegel am Sonntag".

    China,Indien und die USA beobachteten genau, ob die Europäer diese Krise meisterten oder an der Herausforderung scheiterten, betonte
    Steinmeier.  "Europa würde in Teilen der Welt an Ansehen verlieren und Glaubwürdigkeit einbüßen."

     

    von Rickmer Flor, t-online.de bearbeitet von Julian Moering 7/5/2015 9:23:57 AM
  • Lässig, mit dem Hemd aus der Hose und dem bekannt charmanten Lächeln auf den Lippen, hat auch Gianis Varoufakis seine Stimme abgegeben.

    Quelle: Reuters
  • Alexis Tsipras und Gianis Varoufakis werden oft kritisiert, die Schulden haben jedoch andere gemacht. Das gibt auch User "Neutral" zu bedenken:

    Die aktuelle Griechische Regierung ist noch nicht lange genug im Amt, um das eigene Land in diese katastrophale Lage gebracht zu haben, in dem es derzeit steckt. Es macht eher deutlich wie sehr Griechenland von Geldgebern abhängig ist. Schulden in dieser Höhe wurden natürlich von den Vorgängern fabriziert, was die Geldgeber (den Medien zur Folge) der aktuellen Regierung anlasten. Hier differenziert die Medienwelt meiner Meinung nach nicht genau genug und bildet sich kein eigenes Urteil.Neutralum 11:55

  • Ein paar Zitate zum heutigen Referendum:

    • "Man kann den Willen einer Regierung ignorieren, aber nicht den Willen
      eines Volkes." (Alexis Tsipras )
    • "Wir Griechen entscheiden heute über das Schicksal unseres Landes. Wir sagen ja zu Griechenland und ja zu Europa." (Der konservative Oppositionsführer Antonis Samaras)
    • "Was man mit Griechenland macht, hat einen Namen: Terrorismus." (Gianis Varoufakis vor dem Referendum in einem Interview der spanischen Zeitung "El Mundo")
  • Das Innenministerium in Athen hat mitgeteilt, dass das Referendum bislang ohne nennenswerte Zwischenfälle über die Bühne geht.
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