Griechenland-Krise auf dem Höhepunkt
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Griechenland-Krise auf dem Höhepunkt

Griechenland-Krise und kein Ende: Auch nach dem Referendum werden die erbitterten Verhandlungen mit den Geldgebern weitergehen. Wir halten Sie an dieser Stelle über das Geschehen auf dem Laufenden.

    Die Sorge um Griechenland ist natürlich nicht neu. Das zeigen auch die jüngsten von Wikileaks enthüllten NSA-Dokumente. Darunter befindet sich auch ein Abhörprotokoll von einem Telefongespräch, in dem sich Kanzlerin Merkel am 11. Oktober 2011 zu den damaligen Entwicklungen in Griechenland äußerte.

    "Die deutsche Kanzlerin Merkel erklärte, sie sei ratlos", heißt es in Unterlagen, die Wikileaks der "Süddeutschen Zeitung", dem NDR und WDR zugänglich machte. Merkel sagte demnach, sie befürchte, dass selbst ein zusätzlicher Schuldenschnitt die Probleme nicht lösen könnte, da Athen nicht in der Lage sei, mit den verbleibenden Schulden zurechtzukommen. 

    Zu einem Schuldenschnitt kam es im März 2012. Die Probleme des Landes sind tatsächlich nicht gelöst.
    Noch einmal hat sich Griechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis zu Wort gemeldet: Die griechische Regierung strebe eine Vereinbarung mit den Gläubigern am Montag an. Die Regierung sei bereit, harte Maßnahmen zu akzeptieren, wenn die Schuldenlast tragfähig ist.
    Bundesregierung plant bereits humanitäre Hilfe für Griechenland

    Die deutsche Regierung rüstet sich für den Notfall: Eine Arbeitsgruppe habe
     erste Gespräche darüber geführt, wie man im Notfall helfen könne, berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich auf Regierungskreise. Politiker verschiedener Ministerien hätten sich dazu schon am Montag im Auswärtigen Amt getroffen, darunter Vertreter aus dem Kanzleramt sowie dem Außen-, Finanz-, Wirtschafts- und Arbeitsministerium.

    Sie diskutierten laut "Handelsblatt" unter anderem über die Notversorgung für Griechenland mit Medikamenten. Mögliche Hilfen sollten demnach vorrangig aus dem EU-Haushalt fließen.

    Allerdings hoffe man weiterhin, dass solche Unterstützung gar nicht notwendig wird.
     


    Liebe Leser und Leserinnen, nach der Telefonkonferenz der europäischen Finanzminister rechnen wir für heute Abend nicht mehr mit wesentlichen Entwicklungen in der Griechenland-Krise. Die Redaktion beendet die Live-Berichterstattung deshalb für heute.

    +++ Die wichtigsten Ereignisse des Tages rund um Griechenland lassen sich hier noch einmal durchlesen. +++

     
    Schönen guten Morgen aus der t-online.de-Redaktion. Auch heute halten wir Sie natürlich über alle Neuigkeiten rund um die Griechenland-Krise auf dem Laufenden. 

    Zum Start haben wir uns bereits um die Aussage von Varoufakis gekümmert, der die Gläubiger für die Schließung der Banken in Griechenland verantwortlich macht und sich erpresst fühlt. Hier geht es zum Artikel.
    Angesichts des Maßes an Unsicherheit, Verwirrungen und ständiger Bewegung, denke ich, dass ein bisschen mehr Erwachsensein erforderlich ist.

    IWF-Chefin Christine Lagarde über die griechische Regierung.
    In Athen stehen schon wieder die ersten Rentner vor den Banken, um Geld abzuheben. Noch sieht alles ruhig aus, nachdem es gestern bei der Nummernausgabe vor den Banken teilweise zu chaotischen Szenen gekommen war.

    Schlange vor einer Bank in Athen. (Foto: AP) 

    Die nächsten Bilder, die uns erreichen, sind leider nicht mehr so ruhig. Menschen drängen in die Bank, während im Vordergrund eine kollabierte Frau mit Wasser versorgt wird.

    (Foto: dpa) 

    Noch mal zur Erklärung: Rentner, die keine Bankkarten haben und somit nicht an den Automaten an Bargeld kommen, dürfen in den extra für sie geöffneten Filialen bis zu 120 Euro abheben.
    "Der Grexit könnte Griechenland zurück in die Sechziger Jahre katapultieren." Da fehlt mir ein Satz: Die Schuld liegt bei uns Griechen!Michaelum 10:53

    Das ist eine legitime Sichtweise, allerdings hat der Chef der SOS-Kinderdörfer in Griechenland sicherlich andere Probleme als die Frage, wer nun die Schuld an der Krise trägt. Das zeigt die komplette Meldung sehr eindrucksvoll - hier können Sie sie nachlesen.
    Leser "Klugscheisser" wirft ein, dass wir nicht wissen, welche Folgen ein Austritt Griechenlands wirklich hätte.

    Keiner weiß, was bei einem Austritt eines Eurolandes passiert. Es gibt nur Mutmaßungen. Mittelfristig besteht für Griechenland durchaus eine Chance, mit dem Austritt und einer deutlichen Abwertung wieder ein attraktiver Partner zu werden. Eine schnelle Rückkehr in die EU sollte möglich sein. Aber seine Hausaufgaben muss Griechenland vorher erledigen.Klugscheisserum 11:16

    Die Ratingagentur "Standard & Poor's" glaubt, dass die Auswirkungen eines Grexits begrenzt wären. Er würde "wohl unmittelbar keine Folgen für die Bonitätsnoten der anderen Länder haben", so die Mitteilung.
    Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem nennt die Gespräche mit der griechischen Regierung "politisch hoch aufgeladen". Dadurch sei Zeit verschwendet worden. Wie es da wohl hinter verschlossenen Türen abging?
    Leser "Simpsson" fehlen auf beiden Seiten "ehrliche Politiker". Teilen Sie diese Ansicht?

    Wir brauchen auf beiden Seiten zukunftsorientierte, unarrogante und ehrliche Politiker, die in der Lage sind, dem Volk die für uns manchmal irrationalen Aktionen zu erklären.Simpssonum 11:16

    Der Grexit könnte Griechenland zurück in die Sechziger Jahre katapultieren.

    Das sagt George Protopapas, Leiter der SOS-Kinderdörfer Griechenland. Zurzeit bitten fünfzigmal so viele Familien die SOS-Kinderdörfer um Hilfe als noch vor der Krise, berichtet er. Bei einem drohenden Grexit fürchtet Protopapas "das Schlimmste": "Noch mehr Menschen werden ihre Arbeit verlieren, die staatliche Sozialhilfe wird zusammenbrechen." Das Szenario vergleicht er mit dem Zusammenbruch des Kommunismus in manchen osteuropäischen Ländern.

    Neun Sozialzentren hat SOS aktuell in Griechenland, für jedes einzelne gibt es aktuell jedoch Wartelisten von 200 Familien. Manche Eltern haben nicht mal mehr das Geld, um ihren Kindern Essen kaufen zu können.

    Familien in den Straßen von Athen. (Foto: AFP) 

    "Sailix" beschreibt seine Beobachtungen aus der Stadt Messolonghi - wo es deutlich ruhiger zugeht als in der Hauptstadt Athen.

    Außerhalb von Athen gibt es keinerlei Schlangen an Geldautomaten. Es werden aber immer nur Bilder gezeigt, die EU Bürgern das Chaos zeigen sollen. Z.B hier in Messolonghi ist das Leben ganz normal und die Kaffeehäuser werden wie immer frequentiert - und hier sind praktisch keine Touristen!sailixum 11:39

    Geht den griechischen Banken bald das Geld aus?



    Diese Frage treibt uns derzeit in der täglichen Berichterstattung neben einem möglichen Rücktritt der Tsipras-Regierung und der Frage nach dem Referendums-Ausgang ebenfalls um: Was, wenn kein Geld mehr auf den griechischen Banken ist? 

    Die Grafik zeigt, dass binnen der ersten sechs Monate in diesem Jahr bereits 35 Milliarden Euro von den privaten Konten geholt wurden. Angesichts der jüngsten Entwicklungen dürfte sich dieser Trend sogar noch beschleunigt haben.

    Pavlopoulos kommt nicht nach Berlin

    Griechenland
    s Staatschef Prokopis Pavlopoulos hat einen für nächsten Dienstag geplanten Besuch bei Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin abgesagt. Einen entsprechenden Bericht von "Spiegel Online" bestätigte am Donnerstag das Bundespräsidialamt. Über die genauen Gründe war zunächst nichts zu erfahren.

    Spekuliert wurde, dass Pavlopoulos vor dem Hintergrund der drohenden Staatspleite seines Landes und dem für Sonntag geplanten Referendum über das Sparprogramm der europäischer Gläubiger Griechenland nicht verlassen will. Pavlopoulos, der im Februar gewählt worden war, hatte sich Mitte Juni zuversichtlich gezeigt, dass sein Land in der Euro-Zone bleiben wird.


    Dijsselbloem warnt vor "Nein" bei Referendum

    Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat die Griechen vor einer Ablehnung der Gläubiger-Reformvorschläge bei dem geplanten Referendum am Sonntag gewarnt. Ein "Nein" werde die Verhandlungsposition des Landes nicht stärken und werde sowohl 
    Griechenland als auch Europa in eine "sehr schwierige" Lage bringen, sagte der Vorsitzende der Euro-Finanzminister am Donnerstag.

    Eine überwiegende Mehrheit der Griechen wollten den Euro aber beibehalten.
    Das Referendum werde zeigen, ob sie auch bereit seien.

    EU-Kommission warnt ebenfalls vor einem "Nein"

    Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser, es läuft alles auf das Referendum hinaus: Die Eurogruppe und nun auch die EU-Kommission werden davor nicht mehr mit der griechischen Regierung sprechen. 

    "Jetzt ist es an der griechischen Bevölkerung, ihre Zukunft zu gestalten", sagte ein Sprecher von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Der
     hatte am Montag die Griechen aufgefordert, bei der Volksabstimmung mit "Ja" zu votieren und damit die Reformforderungen der Institutionen von EU-Kommission, IWF und EZB anzunehmen. 
    von Volker Dohr bearbeitet von Christina Rath, t-online.de 7/2/2015 10:44:43 AM
    Wie würden Sie abstimmen? Zwei Meinungen zeigen, dass auch unsere Leser ganz unterschiedlicher Ansicht sind:

    Hoffentlich sind die Griechen schlau und entscheiden sich am Sonntag für die Freiheit! Frei vom EU-Diktat, frei vom Washingtoner-Joch, als souveräner, neutraler Staat! Im Gegensatz zu uns, bekommen die Griechen diese einzigartige Chance auf Freiheit!aufgewachter221um 12:52

    Ganz anders sieht das unsere Leserin Jane:

    Bitte leibe Griechen, stimmt mit "Ja!" Dann sind wir ( und ihr) diesen unsympathischen Menschen endlich los !Janeum 12:52


    Ein Plakat wirbt für ein "Nein" beim Referendum. (Bild: dpa)

    Drei Tage vor dem Referendum kocht die Stimmung hoch - wie auch dieses Plakat mit Wolfgang Schäuble darauf deutlich zeigt. Für diejenigen unter Ihnen, die dem Griechischen nicht mächtig sind, hier die Übersetzung: "Seit fünf Jahren saugt er nun unser Blut - jetzt sagt ihm 'Nein'". Ob man mit derartigem Populismus das ohnehin angeknackste Verhältnis zu dem deutschen Finanzminister verbessert, sei dahingestellt.
    von Volker Dohr bearbeitet von Christina Rath, t-online.de 7/2/2015 11:21:31 AM
    Zurück zur Drachme? Es gibt da ein Problem...

    Eine Rückkehr vom Euro zur Drachme, wie derzeit vielfach gefordert wird, würde Griechenland nach Angaben von Varoufakis auch vor äußerst praktische Probleme stellen. "Wir haben die Notenpressen zerstört", sagte Varoufakis im australischen Radiosender ABC.

    Im Jahr 2000, ein Jahr vor der Einführung des Euros, war nach seinen Worten "eines der ersten Dinge, die wir tun mussten, alle unsere Notenpressen loszuwerden" - als Teil einer Beteuerung, dass "diese Währungsunion unumkehrbar ist".
    Zum Drucken der Drachme habe 
    Griechenland somit "keine Kapazitäten" mehr.
    Steinmeier hat Verständnisprobleme:

    "Ehrlich gesagt, und das meine ich so, wie ich sage, ich bin nicht mehr in der Lage, das Verhalten der griechischen Regierung zu dechiffrieren."


    (Der Außenminister auf die Frage, wie er die Situation in 
    Griechenland bewertet)


    Ryanair nimmt Cash

    Immerhin fliegen geht noch: Die irische Fluggesellschaft Ryanair nimmt von griechischen Passagieren beim Verkauf von Flugtickets jetzt auch Bargeld.
    "Zahlungen von Kunden mit griechischen Bankkonten über ihre Kreditkarten auf unserer Website Ryanair.com werden derzeit sehr häufig zurückgewiesen", heißt es in einer Stellungnahme der Airline. "Ryanair hat deshalb die Möglichkeit geschaffen, dass griechische Kunden Tickets an ihrem Flughafen am Ryanair-Schalter in bar bezahlen können."

    Wo werden denn momentan die grichischen Euros geprägt? Kann Ihre Redaktion hier Aufklärung schaffen? Das ist ja unglaublich in Deutschland z.B. wurde keie Münzprägestätte geschlossen nur eben anderes Geld geprägt. Gibt es hier belastbare Informationen wie das in Griechenland ist?Brecheisenum 13:49

    Lieber Brecheisen,
    Sie finden eine Übersicht der Prägestätten in der Europäischen Union hier. (Eben nochmals genauer Nachgeschlagen: geprägt wird in Chalandri, einem Vorort von Athen!)
    Was meinen eigentlich die Finanzexperten zum "Grexit"?

    Kurzgesagt sind sie sich einig, dass die Auswirkungen auf Griechenland beschränkt bleiben und für den Rest Europas nicht so gravierend sind: "Ein Grexit hätte keine unmittelbaren negativen Auswirkungen auf die Kreditbewertung der anderen Länder der Eurozone", prognostizierten die Experten der US-Ratingagentur Standard & Poor's.

    "Politisch ist das Drama um Griechenland natürlich hochbrisant, wirtschaftlich ist es vergleichbar mit dem berühmten Reissack in China", ordnet der Finanzanalyst Antonio Sommese die Auswirkungen auf die Finanzmärkte ein. "Es spielt wirtschaftlich für den Rest von Europa schlichtweg keine Rolle, ob Griechenland noch dabei ist oder nicht."

    Ex-Ministerpräsident ruft zu "Ja" auf

    In die Frage, wie am Sonntag abgestimmt werden soll, hat sich nun auch der frühere griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis eingeschaltet. Er ruft die Griechen dazu auf, beim Referendum über die Reformvorschläge der Gläubiger mit einem "Ja" zu stimmen. "Europa ist unsere Heimat, Griechenland ist untrennbar mit Europa verbunden", sagt der konservative Politiker in einer Fernsehansprache.
    Ich würde mir lieber den Arm abschneiden.

    Varoufakis auf die Frage, ob er einer Vereinbarung mit den Geldgebern ohne Schuldenerlass zustimmen würde.
    Börse bleibt unbeeindruckt

    Nach starken Schwankungen in den vergangenen Tagen ist am Frankfurter Aktienmarkt am Donnerstag Ruhe eingekehrt.
    Im Schuldenstreit mit Griechenland scheint bis nach dem Referendum am Sonntag Stillstand zu herrschen.

    Der
    Dax trat bis zum Nachmittag praktisch auf der Stelle.
    Zuletzt lag der deutsche Leitindex mit 0,09 Prozent im Plus bei 11 190,56 Punkten. Seine Tagesschwankung war mit rund 80 Punkten die geringste seit Mitte Mai.
    Tritt die gesamte Regierung zurück?

    Dass Varoufakis im Falle eines "Ja"-Votums beim Referendum am Sonntag zurücktreten wird, hat der griechische Finanzminister ja heute Morgen bereits verkündet. Nun gibt es jedoch Hinweise, dass nicht nur Varoufakis den Hut nimmt: Im australischen Rundfunksender ABC schloss er nicht aus, dass im Fall eines Mehrheitsvotums für die Gläubigervorschläge die gesamte Regierung zurücktreten könnte.
     Überraschend käme der Schritt nicht - nach einer derartigen Watsche durch die eigenen Bürger könnten Tsipras und Co. schließlich kaum glaubhaft weiterhin ihren Kurs gegenüber Europa fahren.

    Touristen im griechischen Santorini (Bild: Reuters) 

    Die Deutschen buchen ganz offenbar verstärkt Griechenland-Reisen. Das berichten diverse Reise-Veranstalter. Der Trend hat allerdings damit zu tun, dass verstärkt Reisen nach Tunesien abgesagt werden.

    Davon abgesehen ist es hier derzeit allerdings wärmer als im oben abgebildeten Santorini. Dort sind es gerade einmal 27 Grad, während die t-online-Redaktion in Darmstadt bei 34 Grad vor sich hin köchelt. Und einen derart schönen Strand mit vulkanischem Gestein haben wir hier leider auch nicht.

    Banken auf dem Balkan in Gefahr?

    Könnte sich der mögliche Kollaps Griechenlands auf die gesamte Region auswirken? Ein möglicher Brennpunkt sind die griechischen Banken in den Nachbarländern und Balkanstaaten. In Serbien machen sie 15 Prozent des Bankensektors aus. In Rumänien stehen sie für knapp 18 Prozent, in Mazedonien 20, in Bulgarien 30 und in Albanien sogar für 32 Prozent des Bankenmarktes.

    Doch eine Gefahr besteht nach übereinstimmender Darstellung der jeweiligen Nationalbanken nicht.
    Denn die Tochterfirmen griechischer Banken seien auf der Kapitalseite solide aufgestellt und liquide. Das sagt auch der Vertreter des Internationalen Währungsfonds in Albanien.

    Zudem haben die Zentralbanken die griechischen Geldhäuser unter besondere Beobachtung gestellt. In Serbien dürften sie nur sehr geringe Summen an ihre Mutterhäuser in Griechenland abführen, berichtete die größte serbische Zeitung "Blic" am Donnerstag unter Berufung auf geheim gehaltene Maßnahmen der Nationalbank.

    Dijsselbloem spricht erstmals von "Grexit"

    Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat die Möglichkeit eines Ausscheidens der Griechen aus der Eurozone ins Spiel gebracht, sollten die Bürger des Landes bei dem Referendum gegen die Sparforderungen stimmen.
    Bei einer "Nein"-Stimme gebe es nicht nur keine Basis für ein neues Hilfsprogramm, "sondern dann ist es sehr fraglich, ob es überhaupt eine Basis für Griechenland in der Eurozone gibt", sagte er im Parlament in Den Haag.

    "Das ist die fundamentale Frage, um die es tatsächlich geht.
    " Ein Ausstieg eines Landes aus dem Euro ("
    Grexit") ist rechtlich allerdings nicht vorgesehen. Dijsselbloem sprach von einer "äußerst ernsten" Lage.
    Lieber Herr Varoufakis, ich hoffe, Ihre Landsleute werden mit JA stimmen. Mit Ihrem Rücktritt werden sie den Griechen eine unermesslichen Gefallen tun. Am Besten, Sie nehmen Ihre Rest-Dilettanten gleich mit.Heldum 16:32

    Lieber Held,
    so unwahrscheinlich ist das gar nicht. Also der Rücktritt der gesamten Regierung. Den hat man bereits angedeutet - und konsequent wäre er auch. Allerdings muss dafür zunächst ein "Ja" her - und das ist noch nicht sicher.

    "Wer den Krieg nicht unterstützt, fliegt raus."

    Die griechischen Rechtspopulisten verschärfen den Ton: Der Juniorpartner der griechischen Regierungskoalition, die Partei Unabhängige Griechen (Anel), hat einen Abgeordneten aus der Parlamentsfraktion ausgeschlossen.
    Der Volksvertreter Konstantin Damavolitis wurde von der Anel-Fraktion nur wenige Stunden nach seinem Plädoyer ausgeschlossen, bei dem Referendum am Sonntag für die Annahme der Forderungen der internationalen Gläubiger zu stimmen. 

    Der Verteidigungsminister setzte sich mit martialischen Worten dafür ein, die Auflagen der internationalen Kreditgeber zur Sanierung der öffentlichen Finanzen Griechenlands zurückzuweisen. "Wir befinden uns im Krieg - und da wird keine Nachsicht geübt", erklärte Kammenos am Morgen, nachdem Ministerpräsident Alexis Tsipras ihn im Ministerium aufgesucht hatte. "Wer den Krieg nicht unterstützt, fliegt raus."

    Warum wird hier in Deutschland durch die Presse eine negative Stimmung gegen Griechenland erzeugt?wolper Dingerum 16:59

    Lieber wolper Dinger,
    ist das so? Wir versuchen ein so gut es geht neutrales Bild zu vermitteln. Was bedeutet, dass wir uns auf keine Seite schlagen, sondern beiden ausreichend Platz einräumen. Natürlich gibt es Medien, die das nicht so handhaben - aber die müssen Sie ja nicht lesen ;)
    Können Touristen in Griechenland nur eine bestimmte Menge Geld abheben an Automaten?Nico Friedelum 17:02

    Lieber Nico Friedel,
    das gilt tatsächlich auch für Touristen. Zumindest mit EC-Karten. Mit einer Kreditkarte sollten Sie - theoretisch! - mehr abheben können. Griechische Händler bitten derzeit aber ohnehin um Barzahlung. Kartenzahlung ist zwar möglich, wird aber angesichts knapper Geldmittel ungern gesehen.
    Varoufakis will bei "Ja" der Griechen am Sonntag zurücktreten

    Der griechische Finanzminister hat angekündigt, dass er zurücktreten wird, wenn seine Bevölkerung im Referendum den Gläubiger-Vorschlägen zustimmt. "Wenn das 'Ja' gewinnt, werden Sie dann am Montag nicht mehr Finanzminister sein?", lautete die Frage des Senders Bloomberg TV an ihn. Varoufakis antwortete: "Ich werde es nicht mehr sein."

    Varoufakis und Ministerpräsident Alexis Tsipras werben aktuell massiv für ein "Nein" der Griechen.
    von Sonja Riegel, t-online.de bearbeitet von Volker Dohr 7/2/2015 3:19:29 PM
    Das Referendum im Zeitplan

    Damit Sie (und wir) mal wissen, was da am Sonntag auf uns zukommt:

    Die Wahllokale öffnen um 06.00 Uhr und schließen um 18.00 Uhr (MESZ)

    Die Frage auf den Wahlzetteln lautet: "Sollte der gemeinsame Plan von EZB, EU-Kommission und IWF, der am 25. Juni in der Euro-Gruppe eingebracht wurde und aus zwei Teilen besteht, angenommen werden? Der erste Teil lautet 'Reformen für den Abschluss des laufenden Programms und darüber hinaus' und der zweite 'Vorläufige Analyse der Schuldentragfähigkeit'.

    Die Wahlbeteiligung
    Für ein gültiges Referendum müssen mindestens 40 Prozent der registrierten 9,85 Millionen Wähler teilnehmen. In einer Umfrage des ProRata-Instituts sagten 86 Prozent der Befragten, sie wollten ihre Stimme abgeben.

    Was kostet das alles? D
    as Referendum verursacht dem klammen Staat Kosten in Höhe von 20 Millionen Euro.

    Wann gibt es erste Hochrechnungen? Mit den ersten verlässlichen Zahlen dürfte ab 20.00 Uhr zu rechnen sein.

    Insolvenz ja oder nein? Das meinen unsere Leser:

    Auch Argentinnien hat eine Insolvenz hinter sich, der Weltwirtschaft hat es nicht geschadet. Es ist besser Griechenland in die Insolvenz zu schicken, als noch mehr Geld zu verbrennen. Dann sind alle Schulden weg und Griechenland kann neu anfangen. Hier zeigt sich die verfehlte Politik der EU und die Blauäugigkeit der Kontrollorgane, vielleicht auch bewusst und leichtsinnig. Ich kann mich noch erinnern, das ein Herr Rösler schon vor Jahren , in seiner Funktion als Wirtschaftsminister, für Griechenland eine geordnete Insolvenz vorgeschlagen hat. Manchmal sollte man auf junge Politiker hören, das hätte uns viel Geld erspart.Joachim Benteum 17:21

    Deshalb braucht Griechenland weitere 50 Milliarden Euro

    Die Finanzen 
    Griechenlands haben sich wegen der langsamen Umsetzung von Reformen verschlechtert, erklärte der IWF. Im vergangenen Jahr hatte der Währungsfonds noch vorhergesagt, dass die Schuldenlast des Euro-Landes von 175 Prozent seiner Wirtschaftsleistung im Jahr 2013 auf 128 Prozent im Jahr 2020 fallen würde. Jetzt geht der IWF stattdessen von 150 Prozent im Jahr 2020 aus.

    Die Kreditgeber müssten Griechenland verbilligte Zinsraten und mehr Zeit zur Rückzahlung zugestehen, erklärte der IWF weiter. Der diagnostizierte Finanzierungsbedarf bezieht sich auf die Zeit von Oktober 2015 bis 2018. Die Analyse wurde bereits fertiggestellt, bevor Griechenland diese Woche eine Rückzahlung von rund 1,6 Milliarden Euro Schulden an den IWF versäumte. Seither hat sich der Ausblick weiter eingetrübt.

    Auch Frankreich warnt vor "Nein" der Griechen

    In der Krise um 
    Griechenland hat der französische Premierminister Manuel Valls dem Eindruck widersprochen, es gebe dabei Divergenzen zwischen Paris und Berlin. Valls dementierte im südfranzösischen Toulouse "ausdrücklich" jegliche "Distanzierung" zwischen den beiden Regierungen.

    Zugleich rief er die Griechen auf, bei dem Referendum am Sonntag über die Reformforderungen der Gläubiger "mit offenen Augen abzustimmen".
    Sie sollten "alle Konsequenzen" eines möglichen "Nein" bei der Abstimmung bedenken - bis hin zu einem Ausscheiden aus der Euro-Zone.

    Es ist an der Zeit dieser "never ending Story" das Ende zubereiten.Gillanum 18:26

    Lieber Gillan,
    nur welches? Es gibt zahllose Optionen. Und manche sind nicht einmal so einfach möglich. Der "Grexit" beispielsweise, über den immer wieder debattiert wird, ist in den EU-Verträgen nirgendwo vorgesehen. 
    Ein kurzer Blick in die Geschichtsbücher...

    Londoner Schuldenabkommen (Bild: AP)

    Da uns viele Zuschriften erreichen, deren Wortlaut "Warum sollen wir Deutschen für die Griechen zahlen?" lautet: Diese Aufnahme stammt vom 27. Februar 1953. Was hier unterzeichnet wird, kennen wir als "Londoner Schuldenabkommen". Die deutsche Delegation konnte hier einen bedeutenden Nachlass ihrer Schulden erreichen - weil die anderen Nationen dem zustimmten. Zu den Unterzeichnern zählt übrigens auch Griechenland. Historiker halten das Abkommen heute für eine der Voraussetzungen für das Wirtschaftswunder - das es ohne diesen Schuldenerlass vielleicht nie gegeben hätte.

    Schulz: "Tsipras hat fast demagogische Züge"

    Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, hält Neuwahlen in 
    Griechenland für zwingend, wenn die Bevölkerung für das Reformprogramm der Gläubiger stimmt. Die Zeit bis zur Wahl müsse "mit einer technischen Regierung überbrückt werden, damit wir weiter verhandeln können", sagte Schulz dem "Handelsblatt". "Wenn diese Übergangsregierung eine vernünftige Vereinbarung mit den Geldgebern findet, dann wäre Syrizas Zeit vorbei. Dann hat Griechenland wieder eine Chance", sagte er.

    Dem linken griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras machte der Sozialdemokrat Schulz schwere Vorwürfe. Dieser sei "unberechenbar und manipuliert die Menschen in Griechenland, das hat fast demagogische Züge", sagte Schulz. "Mein Glaube an die Verhandlungsbereitschaft der griechischen Regierung ist mittlerweile auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen", fügte er hinzu.

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