Experten-Chat zum Thema Steuern und Steuererklärung
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Experten-Chat zum Thema Steuern und Steuererklärung

Das deutsche Steuersystem gilt als kompliziert und undurchsichtig. Unser Experte, der Steuerberater Stefan Einbrodt aus Berlin, stellte sich Ihren Fragen. Hier können Sie seine Antworten nachlesen. Leider reichte die Zeit nicht für alle User. Wir bitten um Verständnis.

  • So. Das war's mit unserem großen Live-Chat zum Thema Steuern und Steuererklärung. Die Vielzahl der Anfragen bestätigt uns bei unseren Planungen: Wir werden uns die Problematik in ein paar Monaten erneut vornehmen.
    Wir bedanken uns nochmals ganz herzlich bei unserem Steuer-Experten Stefan Einbrodt - und natürlich auch bei Ihnen! Bis zum nächsten Mal.
  • "Heimaufenthalt und Beerdigung": Leserin "Ursula" hat eine Frage zur verstorbenen Stiefoma: 
    Mein Mann und ich hatten die Vorsorgevollmacht für meine Stiefoma (2. Ehefrau meines verstorbenen Großvaters). Diese war im Pflegeheim (Pflegestufe III). Da ihre und die Witwenrente abzüglich der für sie benötigten Dinge des eigenen Bedarfs (Medikamente, Hygieneartikel -  das sogenannte Taschengeld) nicht für die Heimkosten reichten, haben wir, nachdem ihre Ersparnisse aufgebraucht waren, die Differenz bezahlt. Als sie im August 2014 verstarb, bezahlten wir auch die Beerdigung. Können wir das alles als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen, obwohl es sich nicht um eine Familienangehörige handelt?

    Da es sich der Art nach im Wesentlichen um Unterhaltszahlungen handelt, ist ein Abzug der Zuzahlung grundsätzlich möglich, da de Stiefgroßmutter meines Erachtens gesetzlich unterhaltsberechtigt sein müsste. Die Höhe des Abzuges bedarf jedoch einer gesonderten Prüfung, da Sie u.a. auch von den persönlichen Umständen des Unterhaltsempfängers abhängig ist. Beerdigungskosten sind nur abzugsfähig, soweit sie nicht aus dem Wert des Erbes getragen werden können.

    von Stefan Einbrodt, Steuerexperte bearbeitet von Martin Mrowka 4/21/2015 11:31:49 AM
  • von Daniel Reviol bearbeitet von Martin Mrowka 4/21/2015 11:31:45 AM
  • ELSTER wirft bei den Steuerpflichtigen viele Fragen auf. Auch bei "Gottfried": 
    Als ESt-Pflichtiger mit einem Kleinunternehmen (PV-Anlage), bin ich auch Umsatzsteuerpflichtig (USt-Jahreserklärung). Bislang habe ich meine Erklärungen nur auf Papier, mit den entsprechenden Vordrucken abgeliefert, also nicht über ELSTER, ohne dass das beanstandet wurde. Gibt es zu ELSTER eine Verpflichtung bzw. ab wann ist die Abgabe damit zwingend und welche Teile der Steuerklärung betrifft die Verpflichtung? 

    Die Verpflichtung zur Übermittlung von elektronischen Steuererklärungen besteht für Steuerpflichtige mit gewerblichen Einkünften bereits seit einigen Jahren. Sie umfasst die betrieblichen Steuererklärungen (Gewerbe- und Umsatzsteuer) sowie die vollständige private Einkommensteuererklärung. Die Finanzämter können in bestimmten Einzelfällen auf die elektronische Übermittlung verzichten. Dies bedarf jedoch eines Antrages beim Finanzamt. 
  • Wer Ärger vor Gericht hat, hat auch eine Menge Kosten. Wie man damit steuerlich umgehen kann, möchte "Torben" wissen: 

    Wir hatten letztes Jahr eine Klage vor dem Verwaltungsgericht mit Rechtsanwaltskosten. Es ging um einen Gestattungsantrag unseres Sohnes, der vom Schulamt abgelehnt wurde. Die Klage wurde letztendlich vom Verwaltungsgericht gegen uns entschieden. Gibt es eine Möglichkeit die Gerichtskosten oder die Rechtsanwaltskosten steuerlich abzusetzen ?Torbenum 12:35.

    Grundsätzlich handelt es sich hier um Kosten der privaten Lebensführung, die nicht steuerlich geltend gemacht werden können.

    Kosten eines Rechtsstreits können generell nur abgezogen werden, sofern sie mit erzielten Einkünften im Zusammenhang stehen - z.B. im Rahmen einer Vermietung oder einem Rechtsstreit mit dem Arbeitgeber. Ausnahmsweise könnten solche Kosten auch Berücksichtigung finden, wenn sie als "Außergewöhnliche Belastung" zu betrachten wären. Hierzu ist die Rechtslage noch nicht abschließend geklärt.


    von Stefan Einbrodt, Steuerexperte bearbeitet von Daniel Reviol 4/21/2015 11:11:33 AM
  • "Matthias" wirft nochmal eine Frage zu gesundheitlichen Themen auf: 
    Hallo, ich habe zwei Fragen: 1. Kann man eine Brille mit Sehstärke steuerlich absetzen (normale und Sonnenbrille)? 2. Kann man Lebensmittel absetzen die auf Grund einer gesundheitlich bedingten Allergie benötigt werden (z.B. Zöliakie - glutenfreie Lebensmittel)? Vielen Dank!Matthiasum 12:55

    Brillen sind als "Außergewöhnliche Belastung" abzugsfähig, sofern sie ärztlich verschrieben sind. Natürlich nur der Teil, der von der Krankenkasse nicht erstattet wird. Die Aufwendungen sind mit den übrigens nicht erstatteten Krankheitskosten zusammenzurechnen und wirken sich erst bei Überschreitung der Zumutbaren Belastung aus.

    Auch bei krankheitsbedingten speziellen Lebensmitteln handelt es sich um Kosten der privaten Lebensführung, die nicht abzugsfähig ist.

  • Wir kommen so langsam zum Ende. Stefan Einbrodt beantwortet jetzt die letzten Fragen.
  • Vorsorgeaufwendungen: Das ist ein Thema, das immer wichtig ist. "Belgin Yildrim" möchte folgendes wissen: 
    Guten Tag, wie sieht es mit Vorsorgeaufwendungen aus. Sind diese Absetzbar? Mein Mann und ich riestern. 

    Ja, Vorsorgeaufwendungen sind
    bis zu bestimmten Höchstbeträgen steuerlich abzugsfähig.
     Dafür gibt es eine
    eigenständige Anlage zur Einkommensteuererklärung dafür.
     



  • "Carolin E." hat einen sehr gute Frage zu Fristen zwischen den Jahren. Dies dürfte viele Leser interessieren: 
    Ich habe Krankengeld für Dezember 2014 erst am 17.01.15 erhalten.  Muss ich das bei der Einkommensteuererklärung für 2014 oder erst 2015 angeben?

    Grundsätzlich gilt das Zuflussprinzip für die Frage des Besteuerungszeitpunkts. Bei regelmäßig wiederkehrenden Bezügen würden im vorliegenden Fall Zuflüsse bis zum 10.1. des Folgejahres noch ins alte Jahr zu rechnen sein. Bei einer einmaligen Zahlung greift dies allerdings nicht.
  • "Tarlin" hat die Steuererklärung per ELSTER gemacht. Er will wissen, wie lange die Wartezeit für die Bearbeitung beim Arbeitsamt ist: 

    Ich habe am 09. Februar meine Erklärung per ELSTER eingereicht. Bis heute noch keine Reaktion vom Finanzamt. Was ist zu tun? Eingangsbestätigung vom 10. Februar liegt vor. Tarlinum 12:41

    Die Bearbeitungsdauer für Steuererklärungen beim Finanzamt hängt sehr stark von der Arbeitsbelastung des jeweiligen Bearbeitungsplatzes ab. Bearbeitungszeiten bis zu drei Monaten sind durchaus noch im Rahmen des Üblichen. In vielen Fällen geht es zwischenzeitlich aufgrund der elektronischen Einreichung der Steuererklärung schneller. Allerdings beträgt die Mindestbearbeitungszeit erfahrungsgemäß noch immer mindestens vier Wochen. In vielen Fällen kann eine freundliche telefonische Nachfrage eine Beschleunigung der Bearbeitung bewirken.
  • Heutzutage haben viele Menschen mehrere Jobs. Darum könnte diese Frage von "Sabine" viele Leser hier interessieren: 

    Ich habe neben meiner hauptberuflichen Tätigkeit (40-Stunden pro Woche) noch einen Nebenjob (450 Euro). Werden steuerlich beide Tätigkeiten zusammengefasst und vom Gesamteinkommen Lohnsteuern berechnet oder bleibt es bei den bis jetzt entrichteten Lohnsteuern für die Haupttätigkeit? Vielen Dank für Ihre Antwort.Sabineum 12:43

    Bei einem pauschalierten, geringfügigen Arbeitsverhältnis trägt der Arbeitgeber die anfallenden Steuern. Der Arbeitnehmer hat diese Einkünfte nicht selbst zu versteuern. Diese Einnahmen wirken sich daher nicht auf die Steuerbelastung der Haupttätigkeit aus.
  • "Lebensversicherungen" hat ja fast jeder. Darum beantworte ich "Gilgamesch" diese Frage äußerst gern: 
    Ich habe eine Lebensversicherung. Ursprünglich als Barlohn-Direktumwandlung wurde diese mit dem Weihnachtsgeld "verrechnet". Nach dem Streichen der Gratifikation, zahle ich die Beiträge nun selbst. S.h., die Beiträge werden auf meiner Abrechnung nach Abzug der Steuern von meinem Lohn abgezogen. Kann ich die Kosten für die LV steuerlich geltend machen?Gilgameschum 12:34

    Zur Beantwortung bedürfte es einer konkreten Überprüfung der Vereinbarungen der Versicherungsgesellschaft sowie dem Arbeitgeber. Im Fall der klassischen Direktversicherung durch Gehaltsumwandlung wären die Beiträge nicht abzugsfähig.

    von Stefan Einbrodt, Steuerexperte bearbeitet von Martin Mrowka 4/21/2015 10:52:14 AM
  • Heinz Hartmann hat eine interessante Frage zu Krankheitskosten, die ich gerne beantworte: 

    Wie kann ich Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung absetzen? Ich bin Privatpatient und habe eine hohe Selbstbeteiligung. Daher reiche ich keine Arztrechnungen bei der Krankenversicherung ein und bekomme dafür einen Bonus (Beitragsrückerstattung bei den Beiträgen zur privaten Krankenversicherung berücksichtigt). Kann ich die Arzt- und Medikamentenrechnungen als außergewöhnliche Belastungen absetzen?Heinz Hartmannum 9:57

    Grundsätzlich ja, allerdings gibt es eine sog. zumutbare Eigenbelastung (abhängig vom Einkommen, der Anzahl der Kinder und dem Familienstand individuell 1-7% des Gesamtbetrags der Einkünfte), innerhalb derer sich die Kosten steuerlich nicht auswirken. Die Beitragsrückerstattung der Krankenversicherung mindert im Übrigen unabhängig davon die abzugsfähigen Krankenversicherungsbeiträge.
  • Haben auch ehemalige Raucher steuerliche Vorteile? diese Frage beantworte ich "Andreas" gerne: 

    Ich war jahrelang Raucher und benötige zur Entwöhnung die einschlägigen Mittel. Kann ich die Kosten hierzu als "zusätzliche Gesundheitskosten" von der Steuer absetzen ?Andreasum 12:15

    Wenn die Mittel ärztlich verordnet sind, besteht eventuell die Chance. Allerdings nur, wenn die Krankenkasse nichts erstattet. Aber ich vermute mal, das wird nicht der Fall sein. In den meisten Fällen dürfte die Anerkennung an der fehlenden ärztlichen Verordnung scheitern.

  • Eine weitere Frage zu gesundheitlichen Themen hat auch "Jens Wolny": 
    Kann ich als gesetzlich Versicherter eine privat bezahlte Augenbehandlung mit Linsentausch und Laserbehandlung steuerlich geltend machen? Bis zu welcher Höhe sind die Kosten anrechenbar und unter welchem Punkt in der Steuererklärung müssen sie angegeben werden.?Jens Wolnyum 12:17

    Grundsätzlich wäre auch hier die ärztliche Verordnung die Voraussetzung. In Einzelfällen wurden die Kosten von den Finanzämtern aber trotzdem anerkannt. Die Geltendmachung ist als sogenannte "Außergewöhnliche Belastung" vorzunehmen. Eine Obergrenze gibt es nicht. Allerdings wirken sich Kosten bis zur Höhe der sogenannten "Zumutbaren Eigenbelastung" nicht aus. Ich würde in solchen Fällen grundsätzlich immer alle Kosten angeben.


  • Auch bei Scheidungen gibt es steuerlich einiges zu beachten. "Stefan" will folgendes von mir wissen: 
    Hallo, bin ich im Trennungsjahr "verpflichtet" das Realsplittingverfahren anzuwenden, oder kann ich den Trennungsunterhalt einfach ohne Beteiligung meiner Ex als Sonderausgabe absetzen? 

    Die Berücksichtigung als Sonderausgaben ist nur mit Zustimmung des getrennt lebenden Ehegatten möglich. Bei fehlender Zustimmung besteht grundsätzlich die Möglichkeit, die Unterhaltszahlungen als "Außergewöhnliche Belastung" geltend zu machen. Die Höhe hängt jedoch unter anderem von den persönlichen Verhältnissen, insbesondere den übrigen Einnahmen des getrennt lebenden Ehegatten ab. Die Geltendmachung bedarf der Prüfung im Einzelfall.

  • Vielen Dank für die zahlreichen Fragen an Herrn Einbrodt!

    Wir versuchen möglichst viele unterschiedliche Themen in dem Chat abzudecken. Allerdings erreichen uns derzeit so viele Fragen, dass es uns nicht möglich sein wird, alle von unserem Experten beantworten zu lassen. Wir bitten Sie um Verständnis.
  • "Jan Esser" hat noch Aktien im Depot und deswegen eine interessante Frage an mich: 

    Zur Abgeltungssteuer folgendes Problem: Wir haben noch Aktien von vor 2009 im Depot. Das Unternehmen (Citigroup) hat die Aktien in der Finanzkrise 2011 10:1 umgetauscht, weshalb die Bank jetzt beim Verkauf so rechnet, als hätten wir die Aktien erst 2011 erworben und 25 % Abgeltungssteuer abzieht.Jan Eßerum 12:26

    In diesem Fall muss man sich die genauen rechtlichen Vorgänge anlässlich des Umtausches ansehen, um die Frage konkret beantworten zu können. Sofern die gesamten Einnahmen unterhalb des noch immer bestehenden Sparerfreibetrages liegen, besteht unabhängig davon die Möglichkeit der Erstattung der einbehaltenen Steuer im Rahmen der Einkommensteuererklärung.
  • Auch Studenten haben Fragen zur Steuererklärung, die ich in diesem Falle "Fa92" nur zu gerne beantworte: 

    Kann ich als Student auch Bücher, Fahrtkosten zur Uni, usw. von der Steuer absetzen ?Fa92um 12:08

    Grundsätzlich sind Studienkosten als Sonderausgaben geltend zu machen. Allerdings nur bis zur Höhe von jährlich 6000 Euro. Auswirken tun sich diese Sonderausgaben jedoch nur, wenn auch gleichzeitig Einkünfte erzielt werden. Denn Null bleibt Null. Wenn es sich nicht um ein Erststudium handelt, sind weitere Studienkosten als vorweggenommene Werbungskosten geltend zu machen. Diese wären in die Zukunft vortragsfähig und mit späteren Einkünften zu verrechnen. Hierzu gibt es inzwischen ausführliche Rechtsprechung und Verwaltungsrichtlinien, die im Einzelfall zu prüfen sind.
  • Die Gründung einer GbR wirft bei "Kai" Fragen auf: 
    Ich habe eine Gbr gegründet. Kann ich meinen Sohn Gehalt zahlen und von der Steuer absetzen? Mein Sohn wird im Sommer 18 Jahre alt.Kaium 11:49

    Wenn Sie im Rahmen der GbR Einkünfte erzielen und die GbR Ihren Sohn für eine tatsächlich ausgeführte Tätigkeit anstellt, dann handelt es sich um normalen, bei der GbR abzugsfähigen Arbeitslohn. Voraussetzung ist, dass der Sohn nicht zugleich Gesellschafter der GbR ist. Das Gehalt ist beim Sohn normal einkommensteuerpflichtig.
    von Stefan Einbrodt, Steuerexperte bearbeitet von Daniel Reviol 4/21/2015 10:25:28 AM
  • Das Thema "Dienstwagen" beschäftigt die Leser "Ich" und "Autofahrer". Da das gewiss viele Leute interessiert, werde ich die Frage gern beantworten: 

    Durch einen Dienstwagen würde mein Bruttolohn um einen geldwerten Vorteil von 700€ erhöht auf welchen dann Steuern und SV berechnet werden. Vom Nettolohn werden wiederum 700€ für die Dienstwagen Privatnutzung vom Arbeitgeber einbehalten. Kann dies steuerlich wieder abgesetzt werden? Danke!Autofahrerum 12:06

    Im Falle einer Zuzahlung des Arbeitnehmers an den Arbeitgeber für die Privatnutzung des Pkw kann diese Zuzahlung vorab mit dem geldwerten Vorteil verrechnet werden, so dass lediglich eine verbleibende Differenz zu versteuern wäre. In Ihrem Fall würde somit keine Versteuerung stattfinden.

    PKW - Ich fahre einen Dienstwagen der voll versteuer wird. Mein Arbeitsplatz ist das Home Office - Ich fahre jedoch ca 2 x monatlich in die Zentrale - ansonsten bin ich im Ausland unterwegs. Wie gebe ich die PKW Kosten in der Steuer an (Km...?)ichum 12:06

    Für die Überlassung des Dienstwagens auch für private Zwecke muss ein sogenannter geldwerter Vorteil versteuert werden. Hier besteht die Möglichkeit der Wahl zwischen Pauschalversteuerung (1%-Prozent-Regelung, 1% des Anschaffungspreises pro Monat) und der Führung eines lückenlosen Fahrtenbuches. Im Fall der Fahrtenbuch-Lösung werden nur die anteiligen Kosten der tatsächlichen Privatnutzung versteuert. Die restlichen Kosten sind vollständig abzugsfähig. Allerdings nur, wenn Sie die Kosten auch selbst tragen.

    von Stefan Einbrodt, Steuerexperte bearbeitet von Daniel Reviol 4/21/2015 10:23:10 AM
  • Klaus Sch. hat eine gute Frage zum Thema "Einspruch beim Steuerbescheid"
    Wie viele Jahre kann ich rückwirkend an einer Steuerfestsetzung Einspruch erheben. Ich habe in den Jahren 2008 und 2009 im Ausland gearbeitet und musste einen großen Teil meiner Einkünfte in Deutschland versteuern. Nun soll es ein neues Urteil zur Unrechtmäßigkeit geben. Kann ich mich darauf noch berufen und eventuell eine Neuberechnung erwirken?Klaus sch.um 12:09

    Die Frage von Änderungen bereits ergangener Steuerbescheide ist sehr stark von Fristen abhängig. Auch ein neues Urteil bewirkt nicht automatisch, dass bereits ergangene Steuerbescheide noch geändert werden können. Im Normalfall ergehen Steuerbescheide endgültig bzw. teilweise vorläufig in bereits strittigen Punkten. Vermutlich sind die Einspruchsfristen gegen die Bescheide lange abgelaufen und die Bescheide stehen nicht unter dem Vorbehalt der Nachprüfung. In diesem Fall wäre eine Änderung wahrscheinlich nicht mehr möglich.
  • Wie sieht es mit den Steuern beim zweiten Wohnsitz aus? Das will "bigbenn" von mir wissen:  
    Ich habe hier in Deutschland einen zweiten Wohnsitz mit doppelter Haushaltsführung. Meine Frau lebt mit den Kindern in den Niederlanden und hat kein Einkommen. Kann ich die Krankenversicherung, die ich für sie in den Niederlanden bezahle bei meiner deutschen Steuer absetzen?bigbennum 11:57

    Die Frage ist noch so ohne weiteres zu beantworten. Am besten sprechen Sie mal direkt mit einem Steuerberater.
  • Um Fortbildung geht es auch bei User "Hammicar": 
    Ich lerne Deutsch. Kann ich den Sprachkurs absetzen? Ich arbeite als Koch in einem Restaurant und verdiene 1980 Euro brutto.hammicarum 11:47

    Hier fehlt meiner Meinung nach der Bezug zur Tätigkeit. Ein Sprachkurs ist eher als privat einzustufen.
  • Wie sieht es steuerlich bei beruflicher Fortbildung aus? Das fragt mich "Nadja": 
    Kann ich meine Aufwendungen für eine berufliche Fortbildung als Werbungskosten geltend machen.nadjaum 11:41


    Ja, Kosten beruflicher 
    Fortbildungslehrgänge sind grundsätzlich abzugsfähig.
    Voraussetzung ist, dass der Lehrgang Bezug zur eigenen Tätigkeit und nicht vom Arbeitgeber erstattet wird. Eventuell könnten Sie noch Fahrtkosten geltend machen, wenn diese nicht erstattet werden.


    von Stefan Einbrodt, Steuerexperte bearbeitet von Daniel Reviol 4/21/2015 10:08:17 AM
  • Das Studium der Kinder wirft bei der Steuererklärung auch immer wieder Fragen auf. So auch bei dem Leser "Beantwortung": 

    Kann ich die Unterhaltskosten für das Studium des Kindes nicht absetzen?Beantwortung nur Kostenlosum 18. April 6:00

    Unterhaltskosten für Kinder sind nur abzugsfähig, wenn kein Kinderfreibetrag/Kindergeld-Anspruch für das Kind mehr besteht. In diesem Falle bedarf es einer gesonderten Berechnung, in welcher Höhe Kosten geltend gemacht werden können. Die Höhe hängt u.a. auch von der Höhe der  eigenen Einkünften des Kindes ab. 
  • Hier haben Azubis Fragen zu ihrer Steuererklärung: 

    Können Azubis eine Steuererklärung machen?Günterum 19. April 8:53

    Ich bin im ersten Lehrjahr einer Ausbildung und verdiene ca. 720 EUR netto. Muss ich auch schon eine Einkommenssteuererklärung abgeben oder nicht ?Ho97um 18. April 16:21

    Grundsätzlich eher nicht. Außer Sie beziehen noch andere Einkünfte neben Ihrer Azubi-Vergütung. Es besteht aber die Möglichkeit einer Einreichung, um eventuell eine Erstattung zu bekommen.

  • Ingo R. hat eine Frage zur Arbeit seines Steuerberaters
    Ich habe bei einer Steuererstattung in Höhe von ca. 2300 Euro eine Steuerberaterrechnung in Höhe von ca. 590 Euro erhalten. Zudem hat die Bearbeitung durch den Steuerberater von Mai 2014 bis Februar 2015 gedauert. Dieses hatte ich zwischenzeitlich mehrfach angemahnt.Ingo R.um 10:01

    Die Höhe der Erstattung hat keinen unmittelbaren Bezug zur Höhe des Honorars. Steuerberater rechnen nach der Steuerberatervergütungsverordnung ab. Das Honorar richtet sich unter anderem nach der Höhe der Einkünfte. Der Steuerberater erbringt eine Dienstleistung, man zahlt sozusagen nicht für die Erstattung. Die Bearbeitungsdauer ist eher untypisch, aber ohne nähere Informationen über Art und Umfang der Steuererklärung schlecht zu beurteilen.


  • Unser Experte Stefan Einbrodt arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Steuerberater in Berlin und engagiert sich außerdem im Ertragssteuerausschuss in der Bundessteuerberaterkammer. Zuvor war er als Angehöriger der Steuerverwaltung ebenfalls in Berlin tätig. Seine Beratungstätigkeit umfasst ein breites Spektrum von privaten Steuererklärungen über Jahresabschlüsse und Betriebssteuererklärungen bis hin zur Gestaltungsberatung.

  • Für viele Arbeitnehmer, Selbstständige und Freiberufler naht eine Frist: Wer keinen Steuerberater hat, muss bis 31. Mai seine Einkommensteuererklärung für 2014 beim Finanzamt einreichen. Für die meisten ist das eine lästige Pflicht, aber es kann sich auch lohnen, wenn anschließend zu viel gezahlte Steuern zurückerstattet werden. Im Schnitt sind rund 800 bis 1100 Euro drin.

    Steuerberater Stefan Einbrodt beantwortet hier Ihre Fragen rund ums Thema Steuern und Steuererklärungen.
    von Bernhard Vetter, t-online.de bearbeitet von Martin Mrowka 4/21/2015 9:50:55 AM
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