Debatte zum Zustand in Jobcentern
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Debatte zum Zustand in Jobcentern

  • Das war die t-online.de-Debatte zum Zustand der Jobcenter. Für die zahlreichen, interessanten Beiträge möchten wir uns herzlich bedanken!


    Ihre vielen, vielen Kommentare erzählen unterschiedlichste persönliche Erfahrungen mit deutschen Jobcentern. Einzelne positive Schilderungen stehen dabei
    einer großen Mehrheit an negativen Erlebnissen gegenüber.

    Leider konnten wir aufgrund der großen Menge nur einen Teil veröffentlichen. Wir hoffen aber, ein repräsentatives Stimmungsbild gezeichnet zu haben.

    Was bleibt, ist nun sicherlich die Frage nach einer Lösung. Wie könnte sich die Lage für Arbeitsuchende, aber auch für Mitarbeiter in Jobcentern ändern? Wer steht hierbei in der Verantwortung? Die einzelnen Mitarbeiter selbst? Die Politik? Können auch Arbeitsuchende etwas tun, um die Gesamtsituation zu verbessern?

    Hierzu hatten wir Sie in unserer Umfrage befragt. Ihr Votum zeigt dabei eine klare Tendenz: Knapp zwei Drittel sehen die Politiker in der Pflicht. Dass Arbeitsministerin Andrea Nahles nicht auf die Anfrage von RTL reagiert und sich bislang nicht zu der Situation geäußert hat, ist natürlich kontraproduktiv.
  • von Sonja Riegel, t-online.de bearbeitet von Maximilian Miguletz 3/17/2015 12:08:45 PM
  • User "pokaljaeger" beklagt, dass seine Post im Jobcenter verloren gegangen ist - und sich niemand verantwortlich fühlt.

    Wie lässt sich erklären, dass außerhalb der Öffnungszeiten in den außen angebrachten Briefkasten des Jobcenters Pirna eingeworfene Post unauffindbar ist? Und wie kann es sein, dass geforderte Unterlagen mehrmals eingereicht werden müssen, weil sie angeblich nicht vorhanden sind? Da kommt einem die Galle hoch! (...) Letztendlich hat das für Hartz4-Empfänger empfindliche Folgen, wenn z.B. die Miete für die Wohnung ausbleibt (nach BGH-Urteil ein Kündigungsgrund für den betroffenen Mieter). So werden "bewusst" vom Jobcenter abhängige Bürger in den sozialen Abgrund getrieben. Was ist da los in unserer so hoch gelobten "Solidargemeinschaft"? Gibt es da niemand, der diesem Treiben ein Ende setzt, den Verantwortlichen auf die Finger haut oder für kompetentes Personal sorgt? Wie lange wird so eine Schweinerei noch geduldet?pokaljaegerum 11:02

    von Sonja Riegel, t-online.de bearbeitet von Maximilian Miguletz 3/17/2015 12:08:43 PM
  • "Marie-Francoise" pflichtet "pokaljaeger" bei. Wie in der RTL-Reportage berichten auch uns viele User, dass sie teilweise sehr lange auf ihr Geld warten müssen und sich deshalb zum Teil sogar hoch verschulden.

    Ich kann nur die Aussage von pokaljaeger bestätigen. Meiner Tochter ist mehrmals passiert, daß in den Briefkasten vom Jobcenter eingesteckten Formulare angeblich nicht erhalten wurden bzw. unvollständig waren oder daß sie Anträge 2-mal ausfüllen mußte. Sie wartet übrigens seit Oktober auf die Grundsicherung, obwohl alle Unterlagen vorhanden sind.Marie-Francoiseum 12:36

  • Ausflug vom Saarland ins Phantasialand bei Köln als Jobcenter-Maßnahme? Davon weiß User "Michael" zu berichten.
    Mein Schwager musste auch da durch. Der größte Witz war tatsächlich, dass er mit auf einen Ausflug ins Phantasialand sollte. Das soll eine Maßnahme sein? Und das wohlgemerkt im Saarland. (...) Das ganze System müsste meiner Meinung nach von Grund auf neu aufgestellt werden.Michaelvia Anonymous am 12:44

  • User "jerome" schreibt:
    Frau Nahles......ab in die Ecke und sehr schaemen.jeromeum 12:23

    Die Arbeitsministerin hat sich zu dem Bericht übrigens noch nicht geäußert. Eine Interview-Anfrage von Günter Wallraff habe sie abgelehnt, hieß es am Ende der Reportage.
  • Wir haben Ihnen vorhin die Frage gestellt, ob auch Sie schon negative Erfahrungen mit Jobcentern gemacht haben. Die Mehrheit (53 Prozent) gab an, dass dies schon häufiger der Fall war. Insgesamt haben nur 11 Prozent noch nie Probleme mit dem Jobcenter gehabt. 

    Repräsentativ ist die Umfrage natürlich nicht, aber sie gibt in etwa das Stimmungsbild wieder, das uns hier auch über die Kommentare erreicht. 
  • Probleme im Umgang mit der Agentur für Arbeit haben offenbar nicht nur Menschen, die auf der Suche nach einem Job sind, sondern auch Arbeitgeber. Mit User "hotzenplotz" meldet sich jemand zu Wort, der gerne einen Mitarbeiter (hier: Auszubildenden) vermittelt bekommen würde:

    Als Ausbilderin suche ich immer wieder nach Azubis. Dabei ist mir die Agentur für Arbeit noch nie eine Hilfe gewesen. Weder erreicht man dort irgendjemanden, noch bekommt man nach schriftlicher Bitte eine Unterstützung.hotzenplotzDienstag, 17. März 2015 am 12:09
  • Auch wenn die negativen Kommentare deutlich in der Überzahl sind: Zwischendurch gibt es auch immer wieder User, die die Jobcenter und ihre Mitarbeiter ausdrücklich loben - so wie "Diana".

    In 2011 musste ich mich auch mal arbeitslos melden. Der Umgang war immer freundlich und die Kommunikation sehr informativ und motivierend. Mich hat niemand genervt und mit unnötigen Maßnahmen gequält. Und ich bekam super schnell und pünktlich mein Geld. Ich habe auch schnell wieder einen neuen Job gefunden. Dickes Lob von mir.Dianaum 11:33

  • Absolut kein Einzelfall! Eine falsche Einschätzung der beruflichen Fähigkeiten und damit einhergehend sinnlose Vermittlungsvorschläge oder Maßnahmen beklagen viele Antragsteller, die sich an der Debatte beteiligen und ihre Schicksale schildern.

    Bei User "Osterhase" hätte eigentlich ein Blick auf die Vorgeschichte deutlich machen sollen, dass der vorgeschlagene Kurs überflüssig sein dürfte.

    Was soll man davon halten, wenn ein Akademiker nach mehrjähriger Tätigkeit an einem Lehrstuhl für Informatik arbeitslos wird und von der AA zu einem Computer-Grundkurs "Windows und Office" geschickt wird?! Das zeigt doch, dass dort nicht einmal die CVs und Zeugnisse der "Kunden" gelesen (oder verstanden?) werden.OsterhaseDienstag, 17. März 2015 am 11:26
  • In der RTL-Reportage hat Günter Wallraff mit einer jungen Frau gesprochen, die gelernte Köchin war, vom Jobcenter aber empfohlen bekam, sich mal als Nageldesignerin zu bewerben. Offenbar kein Einzelfall, denn Userin "Isarmichi" berichtet von einem ähnlich unpassenden Vorschlag.

    Ich bin Diplomagraringenieurin, zusätzlich Betriebswirtin Außenhandel. Mir hat man während einer kurzen Phase der Arbeitslosigkeit vorgeschlagen, eine Schlecker-Filiale zu leiten.Isarmichium 10:41

  • Negative Erlebnisse auf der Suche nach Hilfe im Jobcenter können teilweise recht extreme Folgen haben. Hier beschreibt t-online.de-User "Bernd Pfeifer" einen Hungerstreik als "letzten Ausweg".

    In meinem Fall war es so, dass die verachtenden und menschenunwürdigen Äußerungen und Handlungen der Mitarbeiter mich gezwungen haben (als wirklich letzten Ausweg), in den Hungerstreik zu treten. Dieser dauerte sieben Wochen und endete auf der Intensivstation des Krankenhauses.Berndt PfeiferDienstag, 17. März 2015 am 11:13

    Auch für "Helmut Kister" zogen die Probleme im Jobcenter gesundheitliche Folgen nach sich.

    Jobcenter haben mich krank gemacht. Sinnlose Antragstellungen von Anträgen, genötigt von Mitarbeitern der Jobcenter - es war ein Grauen! Ich will mit den Jobcentern nichts mehr zu tun haben.Helmut KisterDienstag, 17. März 2015 am 11:47
  • User "Lucky" berichtet von einer nutzlosen Maßnahme, die ihm zugewiesen wurde.

    Ich habe vor ca. 1 Jahr ALG1 bezogen, 3 Wochen nach AL Meldung wurde ich in einer Maßnahme zugewiesen, dort passierte überhaupt nichts, es war nicht mal ein Dozent da, rumsitzen und warten bis die Zeit um war. Habe den Sachbearbeiter sowie den Teamleiter darüber informiert, keine Reaktion. Da ich mit dem Maßnahmeträger keinen privatrechtlichen Vertrag eingehen konnte und seine Vertragsunterlagen nicht unterschrieben habe, wurde ich nach 5 Tagen aus der Maßnahme ausgeschlossen. Mein damaliger Sachbearbeiter, hat mich sofort wegen "nicht Mitwirkung" an der Maßnahme sanktioniert. (...) Meinen neuen Job habe ich in Eigeninitiative gefunden.Luckyvia Anonymous am 11:26

  • "Die Arbeitslosenzahl ist im Februar überraschend gesunken" - das sind Meldungen, wie sie immer wieder auftauchen und von der Bundesagentur für Arbeit natürlich als Erfolg dargestellt werden.

    Was man dabei aber immer wieder bedenken muss: In der Statistik tauchen viele Menschen ohne richtigen Job gar nicht auf. So fehlen beispielsweise Menschen, die krankgeschrieben sind, die gerade in vom Jobcenter vermittelten Weiterbildungen stecken oder aktuell nur sogenannte Ein-Euro-Jobs haben. 

    In der RTL-Reportage fand das Team Wallraff heraus, dass diese Statistik auch von den Jobcentern enorm geschönt wird, etwa indem extra viele Kunden in "Maßnahmen" gesteckt werden. Ein besonders absurdes Beispiel filmten sie mit versteckter Kamera: Arbeitslose, die vier Stunden lang mit Lamas durch einen Ort spazieren gehen mussten. Haben Sie schon ähnliche Maßnahmen erlebt?


  • Auch User, die nur kurz mit einem Jobcenter zu tun hatten, äußern ihren Unmut über den dortigen Service. Viele von Ihnen, denen nicht oder nur unzureichend geholfen wurde, haben sich letztlich selbst einen Weg aus der Misere gesucht.

    Für beides ist User "Michi" ein Beispiel.

    Zum Glück war ich nur einmal arbeitslos in meinem Leben, aber das hat gereicht. Der Sachbearbeiter war sehr schwer zu erreichen, bei der Anmeldung braucht man sehr viel Geduld. Eine Stelle habe ich über das Arbeitsamt nicht gefunden, nur Eigeninitiative hat zum Erfolg geführt.MichiDienstag, 17. März 2015 am 11:17
  • Wie viele Millionen Deutsche sind auf Hartz IV angewiesen und wie hat sich diese Zahl in den letzten Jahren entwickelt? Diese Grafik gibt Aufschluss darüber.

    (Grafik: dpa) 

  • Vereinzelt bekommen wir auch Beiträge von Usern, die mal im Jobcenter gearbeitet haben. So wie "Basic" bestätigen sie das, was das Team Wallraff über die Zustände herausgefunden hat.

    Ich habe zwei Jahre im Jobcenter gearbeitet und kann das aus dem Bericht auch nur bestätigen. Und damit der Etat von drei Millionen Euro vom Vorjahr wieder zugesteuert wird, werden auch die Gelder rausgehauen. Also, Maßnahmen, nicht nur um Zahlen zu verschönern, sondern auch um Gelder rauszupowern. Nichts mit "sparen wollen".Basicum 10:50

  • Die meisten Kommentare, die uns aktuell erreichen, sind allerdings wie diese hier von "Kirsten" und "David" und berichten von negativen Erlebnissen und Eindrücken.

    Haben wir auch alles erlebt. Auf der einen Seite Mitarbeiter, die sich durchaus Mühe geben, aber nichts erreichen. Uneffektive Schulungsaßnahmen, die absolut am Thema vorbeigehen, kennen wir auch. Von Bewerbungsstrainings, wo schon die Schulungsunterlagen veraltet sind, einmal abgesehen. Bis hin zur Fallmanagerin, die über Monate hinweg immer neue Unterlagen verlangt - solange gibt es halt kein Geld. Das ist dann reine Schikane!Kirstenum 10:38

    Also was für Erfahrungen ich schon gemacht habe ist, dass die Leute dort sehr unfreundlich sind und dass jeder etwas anderes erzählt, wenn man eine Frage hat zu irgendetwas und da soll man dann noch als Laie durchblicken.DavidDienstag, 17. März 2015 am 10:39


  • Zahlreiche User schildern ihre persönlichen Erfahrungen mit einem Jobcenter, oft sind diese negativ.

    Doch es gibt auch entgegengesetzte Kommentare. User "Martin E." hat "ausschließlich positive Erfahrungen gemacht".


    Mein Sohn bekam als Schüler im Jobcenter eine erstklassige Berufsberatung und viele gut zu gebrauchende Ausbildungsplatz-Angebote. Ich selbst wurde als Elternvertreter von der Arbeitsagentur bei sehr guten Abendveranstaltungen gebrieft, worauf bei Azubi-Platz zu achten ist. Ausschließlich positive Erfahrungen gemacht, auch mit den Mitarbeitern.Martin E.Dienstag, 17. März 2015 am 10:30

  • User "Rolf Gardt" berichtet, dass seine Unterlagen im Jobcenter verschwunden sind:

    Meine ganzen unterlagen Arbeitsvertrag Reisekosten alles wegRolf Gardtum 10:24

    jetzt verlangen Sie ich soll alles zurück zahlen und jagen mir das zollamt auf den HalsRolf Gardtum 10:25

    Laut der RTL-Reportage ist das übrigens kein Einzelfall: Mehrere Mitarbeiter hatten dem RTL-Reporter berichtet, dass Akten auch schon mal im Schredder landen.
  • Günter Wallraff deckt unglaubliche Machenschaften in Jobcentern auf

    www.t-online.deDas Team des Kölner Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff war in deutschen Jobcentern unterwegs und deckte unhaltbare Zustände auf.

    Zahlreiche User hatten sich bereits unter unserem Artikel zur Sendung geäußert. Viele haben dabei von persönlichen Erfahrungen mit deutschen Jobcentern erzählt, oft negativer Natur. So auch User "ottoto".

    Ich arbeite bei einem städtischen Jugendamt und habe ständig dienstlich mit den Jobcentern zu tun. Ich kann die Recherche von "Team Wallraff" nur bestätigen. Selbst für Behörden sind die Mitarbeiter der Jobcenter entweder gar nicht oder nur sehr schwer erreichbar. Einem "Kunden" ist es nahezu unmöglich, einen kompetenten Leistungssachbearbeiter zu erreichen. Die Mitarbeiter bei den Jobcentern sind hoffungslos überlastet. Krankenstände von 50 % und mehr sind die Regel, nicht die Ausnahme, und überwiegend auf die Überlastungssituation zurückzuführen. (...Mir tun auf jeden Fall Mitarbeiter und Kunden der Jobcenter unendlich leid. Ich möchte weder auf der EINEN noch auf der ANDEREN Seite sitzen.
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